Stichtag 14. April 2004 - Vor 15 Jahren: HA Schults Kunstaktion "Fetisch Auto"

Am 14. April 1989 schwebt ein in Wolken gepacktes Auto, am Hubschrauber hängend, um die Kölner Domtürme. Ein anderes hat zwar große goldene Flügel, kann aber nicht fliegen, sondern steht auf einem Turm. Ein weiteres schwimmt als Welle bemalt auf dem Rhein. Eines tanzt, aufs Heck gestellt, in der Disco des "Alten Wartesaals".

"Ich mache keine Werbung. Schon gar nicht für eine amerikanische Autofirma", erklärt HA Schult auf kritische Nachfragen. Aber er könne sich die Autos für seine Kunst ja nicht selber bauen. 20 neue Fiesta hat der scheidende Ford-Manager Daniel Goeudevert dem Aktionskünstler - bzw. seiner Managerin, Muse und Ehefrau Elke Koska - überlassen. Daraus macht der Macher (Schults Berufsbezeichnung) eine schrille Show, oder wie er sagt: ein "Ereignis-Puzzle aus elf dramatischen Bild-Tableaus".

HA Schult feiert den "Fetisch Auto" und stellt seine Vergänglichkeit dar. Im Foyer des Römisch-Germanischen Museums liegen vergoldete Einzelteile eines ausgeschlachteten Autos wie archäologische Fundstücke. Und einen der Kleinwagen hat Schult in einen gigantischen Eiswürfel einfrieren lassen. Die 80.000 DM teure Aktion misslingt allerdings: Der Eisblock zerbricht auf der Domplatte. Als die Aktion nach knapp zwei Wochen beendet wird, ist das Eis längst geschmolzen. Die übrigen Autos gehen auf Tournee, nur das goldene Flügelauto bleibt in Köln und landet - begleitet von heftigem Streit mit dem Regierungspräsidenten - auf dem Dach des Kölner Stadtmuseums.

Stand: 14.04.04

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