Flagge der Färöer

Stichtag 26. Dezember 1888 - Weihnachtstreffen der färöischen Nationalbewegung

18 kleine Inseln im Nordatlantik: Die Färöer - zwischen Island, Norwegen und Schottland gelegen - gehören zum Königreich Dänemark. Die Inselgruppe wird von rund 48.000 Menschen bewohnt. Sie leben unter schwierigen Bedingungen: Schon ihre Vorfahren, die vor über 1.000 Jahren aus West-Norwegen vor einem herrschsüchtigen König geflüchtet waren, mussten sich der überaus rauen Natur anpassen - bei über 200 Regentagen im Jahr, Winterstürmen, Kälte und Finsternis.

Um den widrigen Umständen zu trotzen, ist ein enger sozialer Zusammenhalt notwendig. Rasch entwickeln die Färinger deshalb eine eigene Kultur und Sprache. Beides existiert noch heute, obwohl die dänischen Kolonialherren ab 1538 das Färöische als Schul- und Schriftsprache verdrängen und durch Dänisch ersetzen. Trotzdem stirbt die Sprache nicht aus. Der Grund: Die Dänen erlauben weiterhin den traditionellen Kettentanz. Dabei tanzen die Färinger Arm in Arm in langen Reihen aneinander vorbei und singen alte Balladen dazu.

Nationalbewegung entsteht

Als Mitte des 19. Jahrhunderts die Hochseefischerei aufkommt, ändert sich der Haupterwerb der Färinger von der Schafszucht zum Fischfang. Das lässt die Bevölkerungszahl und das Selbstvertrauen wachsen. Unter dem Einfluss der damals in Dänemark populären deutschen Romantik beginnen färöische Studierende in Kopenhagen, sich auf ihre Kultur zu besinnen und die Balladen aufzuschreiben.

Auf den Färöern formiert sich schließlich eine Nationalbewegung - initiiert von Dichtern und Schriftstellern. Am 26. Dezember 1888 findet im Parlament in Torshavn eine Versammlung statt. Einstimmig beschließen die Teilnehmer des färöischen Weihnachtstreffens: Die eigene Sprache soll Schul- und Kirchensprache werden. 50 Jahre dauert es, bis dieses Ziel gegen dänischen Widerstand durchgesetzt wird. Parallel dazu verstärkt sich die Forderung nach politischer Selbstbestimmung.

Dänische Zuschüsse

Nach dem Zweiten Weltkrieg fordern die Färinger in einer Volksabstimmung mit knapper Mehrheit die Unabhängigkeit. Dänemark lässt jedoch das Ergebnis annullieren, gesteht allerdings weitgehende wirtschaftliche und kulturelle Autonomie zu. Färöisch wird zur ersten Amtssprache.

Seither ist die Frage unbeantwortet, ob die Färinger auch einen eigenen Staat wollen. Das Problem: Wirtschaftlich sind sie komplett abhängig von der Fischerei mit ihren schwankenden Erträgen. Zudem kostet der eigene Sozialstaat nach skandinavischem Modell, ebenso wie die Infrastruktur mit Brücken und Untersee-Tunneln. Viele wollen deshalb auf dänische Zuschüsse nicht verzichten.

Stand: 26.12.2013

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