- So wichtig wie noch vor ein paar Jahren sind öffentliche WLANs ja nicht mehr, oder?
- Wo gibt es denn überhaupt noch öffentliche WLANs?
- Warum bieten Supermärkte oder Freizeitparks das an - damit man sich da wohl fühlt?
- Und wie ist das in Hotels oder auf Campingplätzen?
- Gibt es denn so gar keine Lösung, um sicher in den bequemen und praktischen WLANs unterwegs zu sein?
- Also lieber kein fremdes WLAN nutzen?
Öffentliches WLAN ist eigentlich total praktisch: Im Möbelhaus, im Zug, im Freizeitpark, im Hotel oder auch auf öffentlichen Plätzen – irgend ein WLAN ist fast immer verfügbar. Und wer auf das eigene Datenvolumen achten muss, der loggt sich schnell mal ein. Was soll schon passieren?
Aber tatsächlich kann man durch die Nutzung solcher öffentlich nutzbaren Netze ziemlich leicht ausgespäht, getrackt und im schlimmsten Fall sogar gehackt werden. Und das längst nicht mehr nur durch Kriminelle.
So wichtig wie noch vor ein paar Jahren sind öffentliche WLANs ja nicht mehr, oder?
Das stimmt – zumindest auf den ersten Blick. Mobilfunk ist mittlerweile so schnell, dass man WLAN kaum noch vermisst. Denn die allermeisten Menschen werden wohl auf ihrem Smartphone tatsächlich eine "Flatrate" mit ausreichend Datenvolumen haben.
Aber: Dieses Datenvolumen kann ja auch mal aufgebraucht sein. Oder es gibt Probleme mit dem Zugang – z. B. in einem anderen Land. Oder man möchte mit Tablet oder Notebook online gehen.
Wo gibt es denn überhaupt noch öffentliche WLANs?
Öffentlich zugängliche WLANs gibt es z. B. im Zug, im Flughafen, in vielen Freizeitparks, Hotels, auf Campingplätzen, in Fast-Food-Restaurants, Super- oder Drogeriemärkten. Daneben gibt es noch WLANs, die ganz offen sind – zum Beispiel in manchen Innenstädten – da braucht man noch nicht mal ein Passwort.
Warum bieten Supermärkte oder Freizeitparks das an – damit man sich dort wohl fühlt?
Das ist sicher ein Grund. Ein weiterer und wahrscheinlich wichtigerer Grund: Über WLAN kann ich als Kunde verfolgt und getrackt werden: Welche Wege gehe ich im Laden, wo bleibe ich stehen und vor allem: Wer bin ich? Kaufe ich vielleicht auch online ein?
Noch bessere Möglichkeiten, mich zu identifizieren, hat der Händler dann, wenn ich auch noch seine App benutze. Und wenn ich dann noch das WLAN des Supermarkts nutze, dann kann die App gleich direkt mit dem Netz des Marktes Daten austauschen.
Ganz ähnlich im Freizeitpark: Hier können uns die Betreiber beobachten, welche Attraktionen wir nutzen, wie lange wir uns wo aufhalten. Das dient dazu, bessere Vorhersagen treffen zu können, welche Attraktion wann besonders beliebt ist. Wann muss an einer bestimmten Stelle vielleicht das Personal verstärkt werden?
Und wie ist das in Hotels oder auf Campingplätzen?
Hotels machen das wohl tatsächlich in erster Linie als Service für ihre Gäste. Da sieht das Risiko ein bisschen anders aus. Denn: Man ist mit vielen anderen gleichzeitig im selben Netz und kann im Zweifelsfall ausspioniert werden.
Beliebt bei Kriminellen: Der "Evil Twin"-Trick (der böse Zwilling): Das ist ein Hotspot, der so ähnlich heißt wie der vom Hotel. Der Hotspot wird von einem Kriminellen in einem anderen Zimmer oder in einem anderen Wohnmobil betrieben. Wer sich damit verbindet, öffnet sein Smartphone, Tablet, seinen Laptop für die Kriminellen, Zugnagsdaten können abgefischt, ganze Festplatten in Windeseile kopiert werden. Wir merken davon erstmal nichts, weil wir trotzdem mit dem Internet verbunden werden.
Gibt es denn so gar keine Lösung, um sicher in den bequemen und praktischen WLANs unterwegs zu sein?
Eine Lösung kann Verschlüsselung sein, dann muss diese aber auch richtig eingesetzt worden und ausreichend hoch sein. Das aber kann man als Nicht-Expertin oder Nicht-Experte nur schlecht beurteilen.
Eine weitere Lösungsmöglichkeit ist die Nutzung eines VPN (Virtual private Network): Da ist man mit einem sicheren Server verbunden und geht darüber ins Internet. Dritte Beobachter bleiben außen vor. Aber: Diese Technik muss man auch erstmal verstehen und einrichten.
Also lieber kein fremdes WLAN nutzen?
So bitter das ist: Das ist die beste Lösung. Lieber ausreichend Datenvolumen buchen und dieses dann draußen oder im Urlaub nutzen. Ein fremdes WLAN sollte man nur da nutzen, wo man die Betreiberin, den Betreiber kennt und weiss, wie sicher das Netz tatsächlich ist.
Autor: Michael Stein
Redaktion: Jan Friese
Service Computer ist eine Rubrik in der WDR 5 Sendung Neugier genügt und ist dort jeden ersten Dienstag im Monat zwischen 11.04 Uhr und 12.00 Uhr zu hören.