Die schwarz-rote Koalition hat sich nach langem Ringen auf einen Kompromiss beim sogenannten Heizungsgesetz geeinigt. Ab 2028 sollen Vermieter die Hälfte der zusätzlichen Nebenkosten zahlen, wenn sie weiterhin auf das Heizen mit fossilen Brennstoffen setzen. Das teilten die Spitzen der Regierungsfraktionen CDU/CSU und SPD am Donnerstag mit.
Neuerung beim Heizungsgesetz: Worum geht es genau?
Es geht um den Fall, dass ein Vermieter in einer Mietwohnung eine neue Öl- oder Gas-Heizung einbauen lässt. Dies wird zu zusätzlichen Kosten führen: Zum einen fällt auf fossile Brennstoffe ein CO2-Preis an, der nach Ansicht von Experten mit der Zeit deutlich steigen wird. Zum anderen müssen ab 2029 immer mehr grüne Heizstoffe beigemischt werden, also zum Beispiel Biogas. Auch das wird teurer. Zudem fallen Entgelte für die Nutzung des Gasnetzes an.
Da war bisher die große Frage: Wer zahlt für diese zusätzlichen Heizkosten? Die Koalition hat sich jetzt auf einen Kompromiss geeinigt: In Zukunft soll sich der Vermieter - anders als bisher - an diesen höheren Nebenkosten beteiligen, und zwar zur Hälfte.
Was bedeuten die Änderungen beim Heizungsgesetz für Mieter?
Mieter sollen die Folgekosten für fossiles Heizen nicht mehr alleine zahlen.
| Bildquelle: Hauke-Christian Dittrich/dpa
Sollte im Wohnhaus eine neue fossil betriebene Heizung eingebaut werden, bleiben die Mieter nicht alleine auf den Folgekosten sitzen. Nach den Plänen der Koalition können sie sich ab 2028 die Hälfte der zusätzlichen Preisbestandteile für grüne Brennstoffe beim Vermieter zurückholen. Im besten Fall sollte dies direkt über die Nebenkostenabrechnung erfolgen.
"Sollte der Vermieter nicht von sich aus eine hälftige Teilung vornehmen, muss sich der Mieter dort melden", sagt Hans-Jochem Witzke vom Mieterbund NRW. Die Energielieferanten wiederum sollen den Kunden genaue Auskunft darüber geben, wie hoch der Anteil an Biogas oder Bio-Öl ist, heißt es im Papier der Bundesregierung, das dem WDR vorliegt.
Was bedeutet das für die Vermieter?
Vermieter sollen nach den Plänen der Koalition weiterhin Wahlfreiheit haben, was den Austausch von Heizungsanlagen betrifft. Allerdings sollen sie an den Folgekosten beteiligt werden, wenn sie sich für eine Öl- oder Gasheizung entscheiden. "Wer über das Heizungssystem entscheidet, trägt auch die wirtschaftlichen Folgen mit", erklärte Bundesjustizministerin Stefanie Hubig am Donnerstag.
Vermieter müssen also berechnen, ob sich eine fossile Heizungsanlage wirklich für sie lohnt. "In den meisten Fällen würde ich keinem Vermieter empfehlen, eine neue Gasheizung zu verbauen. Meistens macht es Sinn, sich auf eine klimaneutrale und zukunftsgerichtete Technologie wie die Wärmepumpe zu konzentrieren", sagt Jan Koch vom Verband Wohneigentum NRW.
Außerdem müssen die Vermieter die zusätzlichen Kosten in der jährlichen Nebenkostenabrechnung berücksichtigen. Das ist gerade für kleine Privatvermieter mit nur einer Wohnung schwierig und ein erheblicher Aufwand. Und davon gibt es in NRW sehr viele.
Wie hoch werden die Kosten für fossiles Heizen sein?
Noch steht nicht fest, wie teuer der Biogas-Anteil werden wird. Auch die Entwicklung des CO2-Preises und der Netzentgelte bis 2028 ist noch nicht absehbar. "Eine Beispielrechnung wäre daher reine Spekulation", heißt es aus der Verbraucherzentrale. Der Eigentümerverband Haus & Grund warnte dennoch vor einer "massiven Belastung privater Kleinvermieter und einer weiteren Gefährdung der Zukunftsfähigkeit des deutschen Gebäudestands."
Aus Sicht des Mieterbundes NRW könnte es sich um einige hundert Euro handeln, die pro Jahr zwischen Mieter und Vermieter aufgeteilt werden - natürlich abhängig vom Heizvolumen. Vor allem für die Menschen in den großen und mittleren Städten in NRW könnte der Kompromiss aber helfen, sagt Hans-Jochem Witzke: "Immer mehr Menschen geben 40 oder 50 Prozent ihres Einkommens fürs Wohnen aus. Da hilft natürlich jeder eingesparte Euro."
Unsere Quellen:
Gesetzentwurf Gebäudemodernisierungsgesetz, Papier der Koalition
WDR Interview mit Jan Koch, Verband Wohneigentum NRW
WDR Interview mit Hans-Jochem Witzke, Mieterbund NRW
Ich frage mich...wer ist bei dem " Gesetzt" dann noch so dumm und baut privat Haus/ Häuser und vermietet ????
Da nehm ich doch lieber mein Geld und mach Urlaub oder lass es mir sonst irgendwie gut gehen so lange ich lebe. Vermieter sein kommt für mich nicht mehr in Frage.
Lebe in meinem bezahlen Eigenheim auf knapp 200 qm ..alleine...und werde keinen Euro mehr in Mietwohnung investieren !!
Die Rechte werden ständig " beschnitten" und nun noch für das Heizverhalten der Mieter mit bezahlen ????
OHNE MICH
MV
schreibt am
02.05.2026, 11:20 Uhr
:
Wir schaffen das Habeck'sche Heizungsgesetz ab und ersetzen es durch das Spahn'sche teuer heizen Gesetz.
Er hat uns bereits seine wirtschaftliche Kompetenz beim Maskenkauf gezeigt und legt nun noch "eine Schippe drauf".
Von einer Gaslobbyistin habe ich tatsächlich auch nichts anderes erwartet.
Klaus
schreibt am
02.05.2026, 10:56 Uhr
:
Wiederum rein ideologisch, geistige Ergüsse einiger weniger realitätsfremder Politiker. Wer so etwas beschließt hat auch absolut keine Ahnung was das für Auswirkungen hat. Nicht nur für Mieter und Vermieter
Kommentare zum Thema
Ich frage mich...wer ist bei dem " Gesetzt" dann noch so dumm und baut privat Haus/ Häuser und vermietet ???? Da nehm ich doch lieber mein Geld und mach Urlaub oder lass es mir sonst irgendwie gut gehen so lange ich lebe. Vermieter sein kommt für mich nicht mehr in Frage. Lebe in meinem bezahlen Eigenheim auf knapp 200 qm ..alleine...und werde keinen Euro mehr in Mietwohnung investieren !! Die Rechte werden ständig " beschnitten" und nun noch für das Heizverhalten der Mieter mit bezahlen ???? OHNE MICH
Wir schaffen das Habeck'sche Heizungsgesetz ab und ersetzen es durch das Spahn'sche teuer heizen Gesetz. Er hat uns bereits seine wirtschaftliche Kompetenz beim Maskenkauf gezeigt und legt nun noch "eine Schippe drauf". Von einer Gaslobbyistin habe ich tatsächlich auch nichts anderes erwartet.
Wiederum rein ideologisch, geistige Ergüsse einiger weniger realitätsfremder Politiker. Wer so etwas beschließt hat auch absolut keine Ahnung was das für Auswirkungen hat. Nicht nur für Mieter und Vermieter