Bielefelder Döner-Unternehmen wehrt sich gegen KFC
Bildquelle: WDRWDR. 1 Min. 42 Sek.. Verfügbar bis 11.03.2037.
Streit um Krispy Kebab : Bielefelder Döner-Unternehmen und KFC nähern sich an
Stand:
17 Filialen hat das Bielefelder Döner-Unternehmen "Krispy Kebab". Seinen Namen hat es sich 2017 schützen lassen. Jetzt wollte der Branchenriese Kentucky Fried Chicken (KFC) diesen ungefragt für ein Produkt seiner neuen Werbekampagne nutzen. Es gab Streit, aber langsam nähert man sich einer Lösung.
"Ich habe durch unsere Kunden davon erfahren", sagt Sergen Kolcu, Geschäftsführer von "Krispy Kebab". Er führt das Unternehmen gemeinsam mit seinem Bruder Erdal. Kunden hatten im Urlaub in Portugal und Spanien gesehen, dass KFC den Namen der Bielefelder für ein eigenes Produkt nutzt. "Das werden die doch wohl nicht in Deutschland machen, wegen uns", sagte sich Kolcu. Er hat sich gerirrt.
Sergen Kolcu, Geschäftsführer von "Krispy Kebab"
Bildquelle: WDRVom 21. April bis zum 15. Juni gibt es beim international operierenden Unternehmen KFC (mit über 25.000 Filialen eine der größten Restaurantketten der Welt) für zwei Monate den Krispy Kebab - nur mit Hühner- statt Dönerfleisch. Und das auch recht unverfroren: Unterlegt wird die Marketingkampagne mit dem Lied "Alles nur geklaut" von "Die Prinzen".
KFC "klaut" Idee aus Bielefeld
KFC sagt, das Unternehmen habe sich "inspirieren lassen"
Bildquelle: WDR"Der Döner gehört in Deutschland einfach dazu. Ihn neu zu erfinden, wäre nicht glaubwürdig. Deshalb sagen wir ganz offen: Wir haben uns inspirieren lassen und machen daraus unsere eigene Version", sagt Philipp Wachholz, CMO von KFC Deutschland, auf der Homepage des Bundesverbandes der Systemgastronomie BdS.
Um diesen Kebab des Fast-Food-Konzerns geht es
Bildquelle: WDRDas stößt den Bielefeldern von "Krispy Kebab" sauer auf. Der 29-jährige Geschäftsführer befürchtet, dass seine Kunden ausbleiben: "Die denken doch, dass sei eine Kooperation und kommen nicht mehr zu uns. Und unsere Umsätze gehen runter."
KFC nimmt Kontakt zu Bielefelder Döner-Unternehmen auf
KFC habe sich mittlerweile bei ihm gemeldet, habe laut Kolcu angeboten, dass man in die Packung der KFC-Krispy-Kebabs einen Gutschein für das originale "Krispy Kebab" beilegen könnte. Für Solcu ist die kostenlose Werbung aber keine Option. Er hat mittlerweile eine Anwaltskanzlei beauftragt, um seine Interessen zu vertreten. KFC teilte dem WDR auf Anfrage mit: "Wir wollen keinen Beef!" Man wolle schauen, was hier noch gemeinsam möglich ist.
KFC und Krispy Kebab nähern sich an
"KFC hat sich entschuldigt und gesagt, das haben sie alles nicht gewollt, und das sei nur ein Zufall gewesen", sagte der Chef der Bielefelder Firma Krispy Kebab, Sergen Kolcu, der Deutschen Presse-Agentur. Er habe die Entschuldigung aber bislang nicht angenommen.
Stattdessen hat er mit einer Forderung reagiert, um den Rechtsstreit beizulegen. Wie die genau lautete, wollte Kolcu nicht verraten.
Bielefelder stellt Forderung
Kentucky Fried Chicken habe er Bedenkzeit gegeben. Nächste Woche soll es dann Gespräche geben, um eine Einigung zu finden. Von KFC hies es nur, dass die Gespräche noch laufen. Man wolle sich zu den Details derzeit nicht öffentlich äußern.
"Mich nervt das: Du baust Dir fast zehn Jahre lang etwas auf und dann kommt so ein Weltkonzern um die Ecke und macht das fast kaputt." Sergen Kolcu, Geschäftsführer "Krispy Kebab"
Kolcu äußert sich mittlerweile moderater über KFC:. "Ich glaube ihnen jetzt, dass sie mich nicht auf dem Schirm hatten." So ganz heruntergeschluckt hat er seinen Ärger aber nicht und will eine Einigung mit dem US-Konzern.
Unsere Quellen:
- Krispy Kebab Bielefeld
- Stellungnahme Kentucky Fried Chicken
- Homepage Bundesverband Systemgastronomie BdS
- Deutsche Presse-Agentur
Sendung: WDR 2 Ostwestfalen-Lippe, Lokalzeit, 23.4.2026, 17:31 Uhr
Sendung: WDR 2 Ostwestfalen-Lippe, Lokalzeit, 21.4.2026, 6:31 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Aktuelle Stunde, 21.04.2026, 19:17 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit OWL, 21.04.2026, 19:30 Uhr