Fahndung nach Daniel V. | WDR Aktuell

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3 Min. 19 Sek. Verfügbar bis 07.09.2028

Fahndung nach Daniel V. Ein Detektiv erklärt, worauf es bei der Suche ankommt

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Die Suche nach Daniel V. zieht sich jetzt schon über Tage. Ein Privatdetektiv erklärt, worauf es bei einer erfolgreichen Fahndung ankommt - und warum ein Flüchtiger auf dem Fahrrad für die Polizei Vor- und Nachteile hat.

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Philipp Brandstädter

Die Polizei durchsucht den Hambacher Forst, sammelt Spuren in einem Lkw und geht Hinweisen von Zeugen in Wuppertal nach - alles um den gesuchten Daniel V. zu finden. Ein 48-Jähriger, der für mehrere Anschläge auf das deutsche Stromnetz verantwortlich seien soll.

Zunächst wirkte es so, als würde der Gesuchte es der Polizei verblüffend einfach machen: In Bekennerschreiben gab er detailliertes Täterwissen preis, nannte seinen Namen und sogar eine Adresse. Dennoch sucht die Polizei ihn seit Tagen ohne Erfolg.

Mit Vorbereitung ist es schwieriger

Paul Malberg hat regelmäßig mit der Suche von Personen zu tun - er leitet die private Detektei Proof-Management. Spezielle Einblicke in den Fall Daniel V. hat er nicht, kann aber aus jahrelanger Erfahrung beschreiben, wie die Suche von Personen abläuft. Für ihn ist zentral, ob die Person sich vorbereiten konnte.

Mehrere Polizisten versammeln sich für den Fahndungsstart

"Wer sein gewohntes Umfeld verlässt, das eigene Fahrzeug stehen lässt, digitale Kommunikation vermeidet, überwiegend bar bezahlt und bekannte Kontaktpersonen zunächst meidet, nimmt Ermittlern eine ganze Reihe klassischer Ansatzpunkte", so Malberg. "Eine Person, die sich darauf vorbereitet hat, kann durchaus über einen längeren Zeitraum nur sehr wenige verwertbare Spuren hinterlassen."

Letzter bekannter Aufenthaltsort

Außerdem sei der zeitliche Vorsprung relevant, also wie weit der letzte gesicherte Aufenthaltsort zurückliegt. "Mit zunehmender Zeit vergrößert sich der mögliche Bewegungsradius erheblich und ältere Hinweise verlieren an Wert", so Malberg. Dann könne auch ein großer Kräfteansatz teils wenig Erfolg haben.

Ein Polizist untersucht den Standort am Hambacher Forst für eine geplante Fahndung

Ein Polizist markiert sich Standorte auf einer Karte.

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Gibt es einen gesicherten letzten Aufenthaltsort, werden von dort die Bewegungen rekonstruiert. Im Fall von Daniel V. ist möglicherweise genau das ein Problem: Die Tatorte liegen extrem weit auseinander, der gefundene Lkw soll laut Zeugen bereits länger auf dem Parkplatz gestanden haben und auch sonst hat die Polizei bisher keinen solchen gesicherten Aufenthaltsort bestätigt - das kann natürlich auch ermittlungstaktische Gründe haben.

Umfeld und zwingende Bedürfnisse

"Danach rückt das Umfeld in den Mittelpunkt", so Malberg. Familie, Freunde und Bekannte, berufliche Kontakte, frühere Wohnorte, regelmäßig aufgesuchte Orte und sonstige persönliche Anlaufstellen rücken in den Mittelpunkt. "Gerade bei länger andauernden Ermittlungen können zudem Gewohnheiten einer Person eine erhebliche Rolle spielen."

Und: Auch auf der Flucht müssen bestimmte Bedürfnisse gedeckt werden. Der Flüchtige braucht Unterkunft, Geld und Essen - vielleicht medizinische Versorgung, erklärt Malberg. Der Verdächtige müsse oft "früher oder später Kontakt zu anderen Menschen aufnehmen". Eine Chance für die Ermittler.

Fahrrad als Sonderfall

Ein bekanntes Kraftfahrzeug ist für die Polizei natürlich hilfreich, weil nach Kennzeichen und Modell gefahndet werden kann. Bei Daniel V. vermutet die Polizei ein Fahrrad. "Ein Radfahrer kann sich wesentlich unauffälliger bewegen und Wege nutzen, die mit einem Kraftfahrzeug überhaupt nicht erreichbar sind", erklärt Malberg.

Aber: Ist der letzte Aufenthaltsort bekannt, wird es für die Polizei auch einfacher. Dann könne die Polizei den Suchraum deutlicher eingrenzen, so Malberg. Da die Polizei außerdem Hersteller, Modell und Rahmengröße veröffentlicht habe, werde daraus ein konkretes Fahndungsmerkmal: "Das kann insbesondere im Rahmen einer Öffentlichkeitsfahndung hilfreich sein."

Malberg betont aber auch, dass nicht bekannt ist, welche Erkenntnisse und Spuren den Ermittlungsbehörden genau vorliegen - den aktuellen Stand und die erfolgsversprechendsten Ansätze könne deshalb nur die Polizei beurteilen.

Unsere Quellen:

  • Interview mit Paul Malberg, Geschäftsführer der Detektei Proof-Management GmbH
  • Fahndung der Polizei NRW

Sendung: WDR Fernsehen, WDR aktuell, 12.45 Uhr, 07.09.2026