- Sendehinweis: Hier und heute | 8. August 2026, 17.00 - 18.00 Uhr | WDR
„Ich bin davon wirklich begeistert“, sagt Finanzexpertin Simin, das passiere ihr eigentlich selten bei solchen Reform-Plänen. Doch das Altersvorsorgedepot sieht sie als „Meilenstein.“ So habe sie die Hoffnung, dass dadurch nun auch die Deutschen kollektiv und staatlich gefördert an die Börse gehen privat fürs Alter vorsorgen.
Schließlich werde die Rente allein bei den meisten nicht reichen, um den gewohnten Lebensstandard halten zu können, sagt Heuser. Und das Altersvorsorgedepot habe in der Tat viele Vorteile gegenüber dem bisherigen Riester-Modell.
EFTs sind Fonds, die an der Börse gehandelt werden.
Das Grundprinzip: „Man macht einen ETF-Sparplan – aber staatlich gefördert“, so Heuser. Man investiert also eine monatliche Summe in eine Vielzahl von Aktien und erhält dafür Zuschüsse vom Staat, erklärt die Finanzexpertin. „Man profitiert daher nicht nur von der Rendite, sondern auch von den staatlichen Zulagen – bei geringen Kosten.“
Für wen eignet sich das neue Altersvorsorgedepot?
Hier und heute. 10.08.2026. 12 Min. 15 Sek.. Verfügbar bis 10.08.2028. WDR.
So funktioniert das Altersvorsorgedepot
Wer bis zu 360 Euro im Jahr in sein Altersvorsorgedepot einzahlt, bekommt 50 Cent pro Euro vom Staat obendrauf. Macht eine maximale Förderung von 180 Euro pro Jahr. Für eingezahlte Beträge von 360 bis 1800 Euro gibt es 25 Cent pro Euro staatlichen Zuschuss. Also noch einmal maximal 360 Euro pro Jahr. Zudem soll eine Kostenobergrenze von einem Prozent der Effektivkosten gelten. Hinzu kommt die Rendite, sagt Heuser: „Was da zusammenkommt, ist enorm.“
Wer noch nicht privat fürs Alter vorsorge, für den mache es daher „uneingeschränkt Sinn, das Altersvorsorgedepot zu nutzen“, sagt Simin Heuser. Klar: „Es gibt ein gewisses Risiko, auch Verlust zu machen.“ Doch die Vergangenheit habe gezeigt: Wer einen Anlagezeitraum von zehn bis 15 Jahren mitbringt, landet im Grunde immer im Plus.
Kunden von bisherigen Riester-Verträgen sollen zudem die Möglichkeit bekommen, zum neuen Modell zu wechseln – nach einer Vertragslaufzeit von fünf Jahren kostenlos. Auch das ergebe in den meisten Fällen Sinn. Ganz sicher für alle, die Mitte 50 sind oder jünger, so Heuser. Dann bleibe noch genügend Zeit, eventuelle Marktschwankungen auszugleichen. Wer hingegen kurz vor der Rente stehe und großen Wert auf Sicherheit lege, sollte bei seinem alten Riester-Vertrag bleiben.
Es ist ratsam sich von unabängigen Stellen wie der Deutschen Rentenversicherung zu beraten.
Die Auszahlungsphase beginnt ab dem 65. Lebensjahr. Dann kann man wählen: Zwischen einer monatlichen Auszahlung mindestens bis zum 85. Lebensjahr oder einer geringeren lebenslangen Rente. Außerdem kann man sich zu Beginn der Auszahlungsphase einmalig 30 Prozent seines Ersparten auszahlen lassen.
Was man vor dem Start beachten sollte
Ab dem 1. Januar 2027 soll man das neue Altersvorsorgedepot nutzen können. Wie genau der Wechsel funktioniert und welche unterschiedlichen Konditionen es geben wird, ist noch nicht klar, sagt Heuser. Zum einen soll es ein „Standarddepot“ vom Staat geben. Aber auch Finanzdienstleister werden eigene Produkte auf den Markt bringen. So werden sich auch die Kosten und das Risiko je nach Produkt unterscheiden.
Die gute Nachricht: „Die Kosten und Gebühren werden dabei sehr viel klarer zu erkennen sein als bei anderen Altersvorsorge-Produkten wie etwa der Riester-Rente“, sagt Heuser. Trotzdem sei es sicher sinnvoll, sich vorher noch einmal individuell beraten zu lassen. Und das möglichst unabhängig – also nicht beim Bankberater, sondern bei neutralen Anlaufstellen wie der Verbraucherzentrale oder der Deutschen Rentenversicherung.