- Sendehinweis: Hier und heute | 15. Oktober 2025, 16.15 - 18.00 Uhr | WDR
Warum Gedächtnistraining wichtig ist
Viele Menschen achten darauf, körperlich fit zu bleiben – aber „fit im Kopf“ zu bleiben ist mindestens genauso wichtig, sagt Gedächtnistrainerin Ursula Lenz aus Köln. Denn dies sei nicht nur eine Voraussetzung, um möglichst lange selbstbestimmt leben zum können – sondern auch für gesellschaftliche Teilhabe und ein Gegenmittel gegen Einsamkeit.
Das Problem: In unserem Alltag trainieren wir unser Gehirn zu selten. Zum einen ist dieser in der Regel geprägt von routinierten Abläufen. „Zum anderen verlassen wir uns heute sehr stark auf äußere Gedächtnisspeicher“, sagt Ursula Lenz. Man müsse sich keine Telefonnummern mehr merken, könne im Grunde alles elektronisch speichern oder im Internet nachschauen.
Es ist wichtig, den Kopf fit und aktiv zu halten.
Es sei daher wichtig, unser Gehirn regelmäßig zu trainieren. Und das gelte nicht nur für ältere Menschen, sagt Ursula Lenz. Denn wer Gedächtnis und Konzentration nicht ausreichend beanspruche, verliere diese Fähigkeiten. Die gute Nachricht: Wer nur etwa zehn Minuten am Tag sein Gehirn aktiv trainiert, kann dem effektiv entgegenwirken.
Mit welchen Übungen man sein Gedächtnis trainieren kann
Es gibt da eine ganze Reihe an hilfreichen Übungen, sagt Ursula Lenz. Eine der besten sei diese: Man muss fünf Kopfrechen-Aufgaben in Folge lösen, bei denen die Rechenarten andere Bedeutungen haben: Plus heißt minus, mal heißt geteilt – und umgekehrt.
Zum Beispiel: Aufgabe eins lautet „7 plus 5“. Rechnen muss man dann im Kopf: „7 minus 5“. Das Ergebnis ist also 2. Dann kommt die zweite Aufgabe, in der man das Ergebnis durch 2 teilen soll. Das Ergebnis ist dann 4 – weil man die 2 mit 2 multiplizieren muss. Nach weiteren drei Rechnungen wird geschaut, ob das Ergebnis mit der Lösungszahl übereinstimmt.
Eine andere Übung ist diese: Man muss Wörter suchen, die auf „ie“ enden – und die beiden Buchstaben getrennt ausgesprochen werden. Wie zum Beispiel bei „Familie“. „Es ist wichtig, dass ich etwas Ungewohntes mache und mir den Kopf zerbrechen muss“, sagt Ursula Lenz. Denn das führe dazu, dass die Durchblutung sowie der Stoffwechsel im Gehirn angeregt werden.
Wie jeder sein Gedächtnis verbessern kann
Hilfreich sei zudem, regelmäßig die rechte Gehirnhälfte zu trainieren – indem man versucht, Dinge im Kopf mit bestimmten Bildern zu verknüpfen. Im Übrigen eine klassische Methode vieler Gedächtnis-Profis. Das erleichtert das Merken – und trainiert gleichzeitig das Gedächtnis. Zum Beispiel: Sich zu jedem Punkt auf der Einkaufsliste ein dazugehöriges Bild einprägen – und sich dazu dann einen passenden Satz oder eine kleine Geschichte überlegen.
Das Gehirn merkt sich Dinge besser, wenn sie mit Bildern verbunden sind.
Grundsätzlich sei wichtig, das Gedächtnistraining in seinen Tagesablauf zu integrieren, sagt Ursula Lenz. Und zehn Minuten habe dafür sicherlich jeder Zeit. Entsprechende Übungen gibt es kostenlos im Internet – etwa auf der Seite vom Bundesverband Gedächtnistraining oder der Gesellschaft für Gehirntraining: