- Sendehinweis: Hier und heute | 2. Juli 2026, 16.15 - 18.00 Uhr | WDR
Vorinstallierte Notfall-Funktionen auf dem Smartphone
Viele im Notfall mitunter lebensrettende Funktionen sind inzwischen auf unseren Smartphones vorinstalliert, bestätigt Technik-Experte Jörg Brunsmann aus der WDR-Wirtschaftsredaktion. Zunächst seien das Apps, die den Rettungskräften bei einem Einsatz wichtige Informationen liefern. „Die Rettungskräfte wissen das und schauen dort im Notfall gezielt nach.“ Häufig aber seien die Funktionen nicht konfiguriert – und dann im Ernstfall auch keine Hilfe.
Auf vielen Smartphones lässt sich ein Notfall-Pass einrichten.
Auf dem iPhone ist das die App „Health“. Neben Gesundheits-Infos wie zum Beispiel den bislang am Tag zurückgelegten Schritten kann man dort einen „Notfall-Pass“ ausfüllen. Darin gibt man an, welche Medikamente man regelmäßig nimmt, welche Vorerkrankungen, Allergien und Unverträglichkeiten man hat oder welche Kontakte im Notfall informiert werden sollen.
Ganz wichtig: Zudem lässt sich dort einstellen, dass die Einsatzkräfte das Handy nicht entsperren müssen, um den Notfall-Pass zu sehen. Dann brauchen Sie lediglich auf dem Startbildschirm auf „Notfall“ klicken, so Brunsmann. Aktivieren lässt sich auch, dass die entsprechenden Informationen direkt mit der Einsatzstelle geteilt werden, wenn man den Notruf wählt.
Auch bei Android-Geräten gibt es eine entsprechende Notfall-App. Diese findet man über die Einstellungen, meist unter dem Stichwort „Notfall“. Unter „Medizinische Informationen“ lassen sich hier ebenfalls wichtige Daten wie Alter, Gewicht, Allergien und die Blutgruppe hinterlegen. Dass sich die medizinischen Infos trotz gesperrtem Bildschirm aufrufen lassen, ist in der Regel voreingestellt.
Lebensretter Smartphone - Apps und Funktionen für den Notfall
Hier und heute. 02.07.2026. 08:35 Min.. Verfügbar bis 02.07.2028. WDR.
Automatische Sturz- und Unfall-Erkennung
Moderne Smartphones verfügen zudem mitunter über eine Unfall-Erkennung. Dabei registrieren Sensoren, wenn es etwa zu einem plötzlichen Aufprall kommt. Reagiert der Nutzer daraufhin nicht, wählt das Handy automatisch den Notruf und übermittelt den Standort an die Leitstelle. Voraussetzung ist aber auch hier, dass die Funktion vorher aktiviert wurde.
Smartwatches können sogar erkennen, wenn der Nutzer stürzt. Bei Smartphones gibt es diese Funktion in der Regel nicht. „Dann würde ja auch der Alarm ausgelöst, wenn einem das Handy aus der Hand fällt“, sagt Brunsmann. Und auch Unregelmäßigkeiten beim Herzschlag können Smartwatches erkennen und dann nach Rückfrage oder Nicht-Reagieren des Trägers den Notruf wählen.
Weitere sinnvolle Notruf-Apps und -Funktionen
Nicht vorinstalliert, aber auch gut und sinnvoll: Die kostenlose App „Nora“ – entwickelt vom Land NRW. Darüber lassen sich schnell und einfach Notrufe mit allen wichtigen Informationen absetzen, auch ohne die 112 zu wählen. In der App kann man durch Antippen entsprechender Felder die Art des Notfalls sowie den eigenen Standort mitteilen – und die Infos direkt an die nächste Leitstelle schicken.
Ebenfalls hilfreich: Beim iPhone sowie den meisten modernen Android-Smartphones lässt sich einstellen, dass man durch fünfmaliges schnelles Drücken der Power-Taste die Notruf-Funktion aktiviert, sagt Brunsmann. „Das kann zum Beispiel sinnvoll sein, wenn man sich kaum bewegen kann oder in Bedrängnis ist und den Notruf verdeckt in der Tasche aktivieren möchte.“
Die App "Region der Lebensretter" ist bundesweit verfügbar.
Die App „Region der Lebensretter“ hingegen ist für alle, die gern anderen im Notfall helfen möchten. Darüber alarmiert die örtliche Rettungsleitstelle freiwillige geschulte Ersthelfer in der unmittelbaren Nähe über einen medizinischen Notfall – so dass diese umgehend mit lebensrettenden Maßnahmen beginnen können, noch bevor der Rettungsdienst eintrifft.