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Mogelpackungen – mit diesen Tricks arbeiten die Hersteller

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Die Preise im Supermarkt sind in den letzten Jahren deutlich gestiegen – und auch die Zahl der Mogelpackungen. Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg entlarvt für uns die Tricks der Hersteller.

Armin Valet verweist auf den Zusammenhang zwischen der Inflation und den versteckten Preiserhöhungen: „Bei hoher Inflation folgt etwas zeitversetzt etwa ein halbes Jahr später eine deutlich höhere Anzahl an Mogelpackungen“, sagt er. „Den Höhepunkt hatten wir bislang im Jahr 2023.“ Aufgrund der aktuellen Entwicklungen und der damit verbundenen Sorge vor einem erneuten Anstieg der Inflation, könnten also bald auch wieder mehr Mogelpackungen in den Supermarktregalen landen. Die Rechtslage sei in Deutschland leider nicht eindeutig, sagt Armin Valet. Ob es sich um eine unzulässige Verbrauchertäuschung handelt, müsse deshalb bislang immer im Einzelfall entschieden werden. Was man aber grundsätzlich sagen könne: „Wenn das Produkt genauso aussieht wie vorher und kein deutlicher Hinweis auf die Füllmengenreduzierung auf der Packung vorhanden ist, nur im Kleingedruckten darauf hingewiesen wird, dass weniger drin ist, liegt aus unserer Sicht eine Irreführung vor.“

Mogelpackungen – mit diesen Tricks arbeiten die Hersteller

Hier und heute 26.08.2026 11 Min. 46 Sek. Verfügbar bis 26.08.2028 WDR

Die häufigsten Tricks der Branche

Shrinkflation

Bei der Shrinkflation werden Portionsgrößen verkleinert.

Zu den häufigsten Tricks zählt das sogenannte Schrumpfprinzip, auch als Downsizing oder Shrinkflation bezeichnet. Dabei wird der Inhalt reduziert, während der Verkaufspreis gleich bleibt, sodass man für dieselbe Packung effektiv mehr bezahlt. Ebenfalls beliebt: Das sogenannte Downgrading. Dabei spart der Hersteller an wertvollen Zutaten wie Kakao, Haselnüssen oder Kaffee und ersetzt diese teilweise durch günstigere Inhaltsstoffe, Aromen oder Füllstoffe – auf Kosten der Qualität.

Auch um größere Füllmengen vorzutäuschen, greifen Hersteller laut Verbraucherzentrale häufig in die Trickkiste – mit doppelten Böden, riesigen Kartonagen oder viel Luft in der Verpackung. Das betrifft neben Lebensmitteln auch Kosmetika, Nahrungsergänzungsmittel, Haushaltsreiniger oder Waschpulver.

Das können Verbraucher tun

„Verbraucherinnen und Verbraucher sollten zunächst auf bestimmte Indizien achten“, rät Armin Valet. „Zum Beispiel können sie Weichpackungen abtasten und erfühlen, wieviel Luft darin ist.“ Dabei gilt: „Sind es mehr als 30 Prozent, liegt vor Gericht meist rein rechtlich eine Mogelpackung vor."

Zudem sollten Verbraucherinnen und Verbraucher bei Hinweisen wie „Neue Rezeptur“ oder „Verbesserte Rezeptur“ genauer hinschauen und gegebenenfalls die Zutatenliste vergleichen, rät Armin Valet. Auch der Grundreis pro Kilo oder Gramm hilft, Produkte miteinander zu vergleichen und sich für das günstigere zu entscheiden. „Das hilft aber nicht bei Shrinkflation, weil das ,alte‘ Produkt nicht mehr im Regal steht."

Und schließlich gibt es auf der Seite der Verbraucherzentrale eine Liste aktueller Mogelpackungen. An die Verbraucherschützer kann man sich auch im Verdachtsfall wenden. Das habe dann auch immer eine gewisse Signalwirkung für andere – die dann womöglich künftig auf solche versteckten Preiserhöhungen verzichten.