Neue Insekten- und Spinnenarten werden in NRW heimisch
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Immer häufiger entdecken wir in NRW Insekten und Spinnen, die hier früher kaum oder gar nicht vorkamen. Die Asiatische Tigermücke zum Beispiel, die Nosferatu-Spinne oder die Gottesanbeterin. Wie lassen sich die invasive Arten erkennen und woher kommen sie? Biodiversitätsforscher Thomas Hörren klärt auf.
Der Klimawandel ist in NRW deutlich zu spüren – an der Temperatur, den Großwetterereignissen und daran, dass in unserer Tierwelt immer mehr Arten auftauchen, die im Westen bisher nicht als heimisch galten. Hier finden Sie eine Übersicht invasiver Arten in NRW – und Tipps, wie Sie die Insekten sicher erkennen.
Rosmarinkäfer
Der Rosmarinkäfer stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum. Der metallisch glänzende Käfer und seine Larven fressen vor allem Rosmarin, Lavendel und andere mediterrane Kräuter.
Für Menschen ist er harmlos, für Gartenbesitzer kann er lästig werden. Deshalb hilft nur eines: Käfer und Larven vorsichtig von den Pflanzen schütteln und absammeln.
Gottesanbeterin
Eigentlich kommt die Insektenart nur in warmen Gebieten vor.
Die Gottesanbeterin ist ursprünglich vor allem in den wärmeren Regionen Europas verbreitet. Durch die steigenden Temperaturen breitet sie sich jedoch zunehmend nach Norden aus.
Die Gottesanbeterin ist eine Räuberin: Heuschrecken, Fliegen und andere Insekten gehören zu ihrer Beute. Für Menschen stellt sie keine Gefahr dar.
Wie lassen sich invasive Insekten- und Spinnenarten erkennen?
Hier und heute. 10.09.2026. 8 Min. 31 Sek.. Verfügbar bis 10.09.2028. WDR.
Nosferatu-Spinne
Die Nosferatu-Spinne kommt ursprünglich aus dem westlichen Mittelmeerraum und Nordafrika. Bei uns im Westen profitiert sie von wärmeren Temperaturen und wurde in NRW bereits häufig nachgewiesen – unter anderem in Köln, Düsseldorf, Duisburg und Coesfeld.
Die Nosferatu-Spinne jagt andere Insekten und Spinnen und ist für den Menschen meist ungefährlich. Sie kann zwar beißen, wenn sie sich bedroht fühlt, gesundheitlich problematisch ist das für gesunde Menschen aber in der Regel nicht.
Normalerweise ist die Spinne für den Menschen ungefährlich.
Wenn Sie eine Nosferatu-Spinne entdecken, sollten sie dennoch am besten in Ruhe lassen. In der Wohnung - fangen Sie die Spinne vorsichtig ein und setzen Sie sie nach draußen.
Kippleibameise
Die Kippleibameise stammt ebenfalls aus dem Mittelmeerraum und wird nach Deutschland meist mit Holz oder als Mitreisende im Wohnwagen eingeschleppt.
Ihren ungewöhnlichen Namen verdankt sie der Tatsache, dass sie bei Gefahr ihren Hinterleib nach vorne bzw. oben klappt und ein Wehrsekret abgibt.
Die Kippleibameise ernährt sich unter anderem von Honigtau und kleinen Insekten. Für den Menschen kann sie problematisch werden, wenn sie sich in Holz von Gebäuden einnistet. Bei großem Befall – insbesondere im Dachstuhl – sollte ein Fachbetrieb die Art bestimmen und gegebenenfalls bekämpfen.
Asiatische Tigermücke
Die Asiatische Tigermücke stammt ursprünglich aus Südostasien, durch internationalen Waren- und Reiseverkehr ist sie nach Europa gelangt. Populationen existieren unter anderem in Bonn, im Rhein-Erft-Kreis, im Kreis Euskirchen und in Köln.
Die Asiatische Tigermücke ist kleiner als unsere heimischen Mücken, schwarz-weiß gestreift und sticht häufig auch am Tag.
Grundsätzlich kann sie zwar Krankheitserreger wie Dengue-, Chikungunya- oder Zika-Viren übertragen – in NRW ist eine solche Übertragung durch die Tigermücke allerdings nicht das normale Szenario. Thomas Hörren sagt: „Aus medizinischer Sicht müssen wir uns keine Sorgen machen.“
Der wichtigste Schutz: Brutstätten beseitigen. Die Mücke braucht nur kleine Mengen stehenden Wassers. Deshalb Untersetzer, Eimer, Gießkannen und andere Wasserbehälter regelmäßig leeren und Regentonnen dicht abdecken.
Wacholderprachtkäfer
Der Wacholderprachtkäfer stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum. Dort kann er zum Problem werden, wo viele Zypressengewächse wie Thuja, Wacholder oder Lebensbäume wachsen.
Die Larven des Käfers entwickeln sich unter der Rinde.
Die Larven leben im Holz und können die Leitungsbahnen der Pflanzen beschädigen, besonders geschwächte Pflanzen können dadurch absterben. Für den Menschen ist der Käfer ungefährlich.
Tipp: Entfernen sie befallene Pflanzen beziehungsweise Äste frühzeitig, denn eine Bekämpfung ist schwierig, weil die Larven im Holz sitzen.
Bernsteinfarbene Waldschabe
Die Bernsteinfarbene Waldschabe kommt ursprünglich aus Süd- und Südosteuropa. In NRW wurde sie bereits 2015 erstmals sicher nachgewiesen, inzwischen ist sie unter anderem auch im Raum Bonn und am Niederrhein bekannt.
Die Bernsteinfarbene Waldschabe sieht einer Kakerlake zwar ähnlich, ist jedoch kein Hygieneschädling. Sie lebt draußen in Gärten und Gebüschen und ernährt sich von abgestorbenem Pflanzenmaterial
Sie haben eine Bernsteinfarbene Waldschabe im Haus? Fangen Sie sie einfach mit Glas und Papier ein und setzen sie wieder nach draußen.
Asiatische Hornisse
Die Asiatische Hornisse stammt aus Südostasien und wurde über den internationalen Warenverkehr nach Europa eingeschleppt.
In NRW wurde diese Hornissenart erstmals 2020 nachgewiesen und breitet sich inzwischen vor allem im Rheinland und Ruhrgebiet stark aus.
Die Hornissenart ist vor allem für Honigbienen gefährlich.
Problematisch ist sie vor allem für Honigbienen und andere Insekten: Sie lauert häufig vor Bienenstöcken und fängt dort Bienen. Thomas Hörren betont jedoch: „Sie sind kein Problem für unsere Natur. Bis Juli leben sie in Gärten, dann ziehen sie sich in Baumkronen zurück.“
Für uns Menschen ist sie nicht grundsätzlich gefährlicher als unsere heimische Hornisse. Gefährlich kann es aber werden, wenn Sie einem Nest zu nahe kommen. Deshalb sollte ein Nest der Asiatischen Hornisse nur mit professioneller Hilfe entfernt werden.