- Sendehinweis: Hier und heute | 5. August 2026, 17.00 - 18.00 Uhr | WDR
Grundsätzlich eigne sich Solarstrom für jeden, egal, ob man ein Haus besitze oder zur Miete wohne, sagt Jörg Sutter. Dabei müsse man allerdings unterscheiden: Zwischen den sogenannten Balkonkraftwerken und einer großen PV-Anlage auf dem Dach.
Der Vorteil der sogenannten Balkonkraftwerke: Auch Mieter können sie nutzen. Sie lassen sich im Grunde überall installieren, etwa auch an Hausfassaden. Und die Anschaffung kann sich schnell lohnen: Für zwei typische Module zahlt man etwa 500 Euro. Sparen lassen sich laut Sutter damit etwa fünf bis zehn Prozent der jährlichen Stromkosten. So würden sich die Kosten bereits nach drei bis fünf Jahren amortisieren.
Mit zwei Modulen lassen sich etwa fünf bis zehn Prozent der jährlichen Stomkosten sparen.
Die Kosten für eine größere PV-Anlage fürs Dach sind mit etwa 15 000 bis 30 000 Euro sehr viel höher – dafür aber auch das Einsparpotenzial. Und so lohnt sich eine solche Solaranlage laut Sutter auch im Grunde für jeden – vorausgesetzt, man geht mit ihr noch in diesem Jahr ans Netz.
Solarstrom selbst erzeugen
Hier und heute. 05.08.2026. 7 Min. 16 Sek.. Verfügbar bis 05.08.2028. WDR.
Warum sich Eigenheim-Besitzer beeilen sollten
„Wenn die Anlage bis zum 31. Dezember fertig und angeschlossen ist, dann bekommt man in jedem Fall noch die Förderung in Form der Einspeisevergütung.“ Bedeutet: Man erhält für die kommenden 20 Jahre für jede Kilowattstunde, die man nicht selbst verbraucht und ins Netz abgibt, einen festgelegten Betrag – abhängig etwa von der Anlagengröße und dem Umfang der Einspeisung. Und das kann sich durchaus lohnen.
Mit der Förderung amortisiert sich eine typische PV-Anlage für ein Einfamilienhaus nach etwa 13 bis 14 Jahren, sagt Solarexperte Jörg Sutter. „Ohne die Förderung hingegen dauert das etwa doppelt so lang.“ Das Ganze lohne sich aber auch nur dann, wenn Eigenheim-Besitzer zumindest einen Großteil des Geldes für die Solaranlage bereits zur Seite gelegt haben, sagt Jörg Sutter. Denn wird eine PV-Anlage komplett finanziert, „fressen die Zinsen die Erträge wieder auf“. Es gebe zwar auch günstigere Kredite bei der Kfw-Bank, der Einspareffekt sei dabei aber minimal.
Noch sei genügend Zeit, eine PV-Anlage noch in diesem Jahr zu realisieren, sagt Jörg Sutter. Lange warten sollte man seiner Meinung damit aber nicht mehr – denn so langsam füllten sich die Auftragsbücher der Installateure und Handwerker.
Was man grundsätzlich beachten sollte
Mit einem guten Batteriespeicher kann sich eine Solaranlage auch ohne Förderung lohnen.
Trotzdem sollten Eigenheim-Besitzer nichts überstürzen, rät Sutter. Denn lohnen könne sich eine Solaranlage auch noch, wenn es im kommenden Jahr keine Förderung mehr geben sollte – zum Beispiel, wenn man einen guten Batteriespeicher hat und damit etwa auch noch sein E-Auto lädt. Zudem werden „die PV-Anlagen und Batteriespeicher immer besser und günstiger“.
Das Wichtigste sei daher, das Ganze gut zu planen und sich beraten zu lassen. Entsprechende Beratungen bieten etwa die Verbraucherzentrale, Energieagentur oder auch Handwerker selbst an. Außerdem sollte man sich immer mindestens zwei oder drei verschiedene Angebote einholen. Denn mitunter gebe es dabei Unterschiede von mehreren tausend Euro – für die gleiche PV-Anlage.
Für Mieter ist es auch in diesem Fall unkomplizierter: Sie müssen zwar erst ihren Vermieter fragen, ob sie ein Balkonkraftwerk installieren dürfen – haben inzwischen aber einen rechtlichen Anspruch darauf, dass dieser zustimmt. Und auch für die Installation braucht man in aller Regel keinen Profi.