Warum Versicherungen gegen Unwetter-Schäden immer wichtiger werden
„Ein ausreichender und passender Versicherungsschutz gegen Unwetter-Schäden wird immer wichtiger“, sagt Rechtsanwalt Arndt Kempgens. Denn offenbar sorgen Unwetter auch immer häufiger für Streit zwischen Versicherern und ihren Kunden: „Die Anfragen dazu nehmen bei uns definitiv zu“, sagt Rechtsanwalt Arndt Kempgens. Und gerade im Herbst häuften sich diese Fälle.
Meist geht es dabei um Unwetter-Schäden nach Hagel und Sturm. Streit gebe es zudem häufig darüber, ob tatsächlich ein Sturm Ursache des Schadens war oder dieser womöglich schon vorher da war.
Grundsätzlich lasse sich sagen: „Je umfangreicher ich gegen Unwetter-Schäden versichert bin, desto besser“, sagt Arndt Kempgens. Zudem sei es wichtig, den Versicherungsschutz immer auf dem aktuellen Stand zu halten und diesen gegebenenfalls anzupassen – etwa, wenn man ein neues Auto kauft oder umzieht.
Welche Versicherung hilft bei Unwetter-Schäden?
Hier und heute. 08.09.2026. 11 Min. 51 Sek.. Verfügbar bis 08.09.2028. WDR.
Welche Versicherung für welche Schäden aufkommt
Wichtig sei zunächst eine Hausratversicherung. „Die deckt alles ab, was herausfallen würde, wenn ich mein Haus oder meine Wohnung auf den Kopf stellen würde“, sagt Kempgens. Diese könne auch für Mieter in höher gelegenen Wohnungen sinnvoll sein: „Zum Beispiel kann ein Baum gegen ein Fenster stürzen und dann zu Schäden in der Wohnung führen.“
Für Schäden durch Hagel, Sturm oder Blitzschlag am Gebäude kommt die Wohngebäudeversicherung auf – die jeder Eigentümer haben sollte. Doch Vorsicht: Sie haftet nicht bei Schäden durch Stark-Regen. Dafür ist eine Elementarschaden-Versicherung nötig. Diese gibt es in der Regel als Zusatz zur Hausratversicherung – und wird ebenfalls dringend empfohlen.
Hagelschäden am Auto werden von der Haftpflichtversicherung nicht übernommen.
Wer sein Auto gegen Unwetter-Schäden versichern möchte, benötigt mindestens eine Teilkaskoversicherung, sagt Arndt Kempgens. Denn wer lediglich eine Haftpflichtversicherung hat, geht im Fall von herabfallenden Ästen oder Dachziegeln, Hagel oder Blitzschlag leer aus. Allerdings: Bei Sturm zahlt die Versicherung erst ab Windstärke 8. Und die Beweislast liegt in diesem Fall beim Kunden.
Was Betroffene tun sollten
Zunächst sollten Betroffene Fotos vom Schaden machen, gegebenenfalls die Kontaktdaten von Zeugen notieren und Beweise sammeln – etwa Presseberichte über die Stärke des Sturms am jeweiligen Ort, rät Arndt Kempgens. Anschließend müssen sie dafür sorgen, dass der Schaden nicht größer wird – etwa, das Auto umparken oder entstandene Löcher am Gebäude provisorisch abdichten. Andernfalls kann der Versicherer sich weigern, für den zusätzlich entstandenen Schaden aufzukommen.
Zudem müssen Betroffene umgehend ihre Versicherung kontaktieren, den Schaden melden und fragen, wie man weiter vorgehen soll, rät Kempgens. Etwa, ob man selbst einen Handwerker beauftragen oder damit warten soll, bis jemand von der Versicherung den Schaden begutachtet hat.
Was sich Betroffene außerdem bewusst machen sollten: „Die Mitarbeiter der Versicherungen haben ein Interesse daran, möglichst wenig auszuschütten“, sagt Rechtsanwalt Kempgens. So würden Versicherungen immer wieder zu Unrecht versuchen, Leistungen zurückzuweisen. Das bedeute aber auch: „Wenn es zum Streit mit der Versicherung kommt, stehen die Chancen relativ gut, dass man am Ende Recht bekommt.“