Schwarz-weißes Zwergkaninchen mit Schlappohren

Was Qualzucht für Kaninchen bedeutet

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Auch Kaninchen können von Qualzucht betroffen sein. Sie sollen besonders niedlich aussehen, haben aber gleichzeitig viele gesundheitliche Probleme. Bei den folgenden Kaninchenrassen treten besonders häufig Merkmale auf, die unter den Begriff der Qualzucht fallen:

Qualzucht laut Tierschutzgesetz

In Deutschland ist der Begriff „Qualzucht“ im Tierschutzgesetz § 11b verankert. Demnach ist es verboten, Tiere so zu züchten, dass ihre Nachkommen erblich bedingt Schmerzen, Leiden oder Schäden erleiden. Die Auslegung und Überwachung dieses Gesetzes erfolgen durch Behörden, Veterinärämter und Gerichte.

Angorakaninchen

Das lange, flauschige Fell der Angorakaninchen stellt für die Tiere zwei Probleme dar: Sie sind meist nicht in der Lage, ihr Fell selbstständig sauber zu halten. Um Verfilzungen, Bakterienbildung, Madenbefall und Hautentzündungen vorzubeugen, müssen Angorakaninchen täglich gebürstet werden, was für viele Kaninchen als Fluchttiere enormen Stress bedeutet. Eine ganzjährige Haltung im Freien ist für diese Kaninchen ebenfalls schwierig: Wird ihr Fell nass, braucht es sehr lange, um wieder trocken zu werden, vor allem bei Kälte. Die Gefahr für Krankheiten ist erhöht.

Widderkaninchen

Ihre langen Ohren lassen Widderkaninchen oft schlechter hören als Kaninchen mit Stehohren. Sie werden außerdem in ihrer Kommunikation mit Artgenossen eingeschränkt, denn die Ohren spielen bei Kaninchen in der Körpersprache eine Hauptrolle.

Lange Kaninchenohren sind anfälliger für Entzündungen; das Sekret aus dem Gehörgang kann nicht abfließen, er verstopft, es sammeln sich Bakterien. Außerdem stellen die Ohren, wenn sie so lang sind, dass sie auf dem Boden schleifen, für die Kaninchen ein Problem beim Bewegen dar: Sie schränken ihr Sichtfeld ein, sie können darüber stolpern und sich ernsthaft verletzen.

Cremefarbenes Zwergkaninchen frisst Gras auf einer Wiese

Zwergkaninchen

Zwergkaninchen teilen das Leid der Hunde und Katzen, deren Kopf auch auf eine bestimmte Optik und Form gezüchtet wird. Auch Zwergkaninchen leiden unter den multiplen Symptomen ihrer angezüchteten Kurzköpfigkeit. Ihre Atemwege sind verkürzt und verengt, was ihnen Probleme beim Atmen macht und sie anfälliger für Atemwegserkrankungen macht.

Durch den zu kleinen Kiefer kommt es zu Fehlstellungen, was ihnen das Fressen erschwert und die Zähne immer weiter wachsen lässt. Häufig müssen sie in Narkose in regelmäßigen Abständen abgeschliffen werden. Durch ihre kleine Körpergröße sind Zwergkaninchen weniger robust gegen Umwelteinflüsse: Kälte oder Zugluft lassen sie schnell gefährlich erkranken.

Rexkaninchen

Rexkaninchen werden auf äußerst kurzes Fell gezüchtet. Ihre Tasthaare sind dadurch häufig verdreht, verkürzt oder fehlen ganz. Dadurch sind die Tiere in ihrer Orientierung stark eingeschränkt. Ihr kurzes Fell macht sie zudem empfindlich gegenüber Umwelteinflüssen wie Kälte und Nässe. Auch ihre Haut und Pfoten sind anfällig für Entzündungen und Wundlaufen.

Übrigens: Auch Teddyhamster, Rexratten, Nacktmäuse, Nacktmeerschweinchen, Dalmatiner- und Satin-Meerschweinchen tragen eindeutige Qualzucht-Merkmale und haben häufig starke gesundheitliche Probleme.