Geschlecht: kastrierte Hündin
Alter: circa 6 Jahre
Rasse: Mischling
Schulterhöhe und Farbe: circa 50 Zentimeter, schwarz-braun mit weiß
Vorgeschichte: Betty und ihr Bruder Max kommen aus Rumänien. Dort lebten sie mit mehreren ehemaligen Straßenhunden auf einem Grundstück. Als ihr Besitzer ins Gefängnis kam, kümmerten sich Tierschützer um die zurückgebliebenen Hunde und brachten sie schließlich in Sicherheit. In Rumänien zeigte sich Betty zugänglich, lieb und freundlich. Der Transport und die neue Umgebung in Deutschland verunsicherten sie jedoch stark. Anfangs zog sie sich im Tierheim zurück und wollte ihren Zwinger kaum verlassen. Inzwischen hat Betty große Fortschritte gemacht. Erst erkundete sie die Freiläufe im Tierheim, dann gewöhnte sie sich an Geschirr und Leine. Dabei orientierte sie sich besonders an ihrem Bruder Max. Mittlerweile geht Betty auch spazieren und lernt Schritt für Schritt die Welt außerhalb des Tierheims kennen.
Gesundheit: Eine Tierärztin begleitet Betty zurzeit therapeutisch. Die Hündin bekommt ein Medikament, das den Botenstoff Serotonin im Gehirn beeinflusst und bei Angst helfen kann. Damit hat Betty deutliche Fortschritte gemacht. Sie kann ihre Umgebung inzwischen besser wahrnehmen und verarbeiten, ohne direkt in Panik zu geraten.
Verträglichkeit: Menschen gegenüber ist Betty lieb und freundlich. Auch mit anderen Hunden versteht sie sich bisher gut. Wenn ihr etwas nicht gefällt, kann Betty jedoch durchaus Grenzen setzen und deutlich zeigen, was sie möchte. Wie sie mit Katzen zurechtkommt, wurde noch nicht ausreichend getestet. Bei Begegnungen im Freilauf verhält sie sich ihnen gegenüber bisher unauffällig. Kleine oder sehr lebhafte Kinder wären für die ängstliche Hündin nicht geeignet. Ruhige, ältere Kinder, die verständnisvoll mit ihr umgehen, sind denkbar.
Charakter: Betty ist eine sensible und freundliche Hündin, die Zeit braucht, um Vertrauen zu fassen. Hinter ihrer anfänglichen Unsicherheit steckt aber eine selbstbewusste Persönlichkeit. Betty weiß, was sie möchte, und kann das freundlich, aber bestimmt zeigen. Sie braucht Menschen, die ihre Signale beachten, sie nicht bedrängen und ihr Sicherheit vermitteln.
Im Alltag: Betty macht langsam, aber sicher Fortschritte. Spaziergänge sind inzwischen möglich. Autos und andere ungewohnte Reize können sie aber noch verunsichern. Neue Situationen muss Betty in ihrem eigenen Tempo kennenlernen. Sie braucht ausreichend Zeit, um ihre Umgebung zu beobachten und neue Eindrücke zu verarbeiten. Druck würde sie weiter verunsichern.
Wunschzuhause: Betty sucht ein ruhiges, möglichst ländliches Zuhause bei einfühlsamen und verständnisvollen Menschen. Ein sicherer und gelassener Ersthund könnte ihr Orientierung geben. Mit ihrem Bruder Max soll Betty nicht vermittelt werden. Sie soll lernen, sich nicht dauerhaft an ihm zu orientieren, und mehr eigenes Selbstvertrauen entwickeln. Betty braucht keinen turbulenten Alltag, sondern Ruhe, Sicherheit und Menschen, die ihr die nötige Zeit geben, Vertrauen in ihre neue Umgebung zu entwickeln.
WDR.de "Tiere suchen ein Zuhause", 21.08.2026