Das 14-jährige Komodowaran-Weibchen lebt nun in Köln
Bildquelle: WDR/ Michelle MinkNeues Drachenhaus : Die größten Warane der Erde ziehen in Kölner Zoo ein
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Der Kölner Zoo hat mehrere Millionen Euro in eine neue Südostasiatische Tropenwelt investiert. Als erster Zoo in NRW beherbergt er die größten Warane der Erde. Aber auch Tigerpythons, Baumkängurus und Zwergotter können sich Zuschauer angucken.
Erst hat sie ein bisschen auf sich warten lassen, dann zeigte sie sich doch in voller Pracht: Das 14-jährige Komodowaran-Weibchen, das nun mit ihrem Gefährten im Kölner Zoo lebt. Die Tiere sind die größten Warane der Erde. In NRW ist der Kölner Zoo der einzige, der sie beherbergt.
Millioneninvestition nach Brand
Zoodirektor Prof. Theo Pagel bei der Eröffnung des neuen Drachenhauses.
Bildquelle: WDR/ Michelle Mink"Aus dem Tropenhaus 'Der Regenwald' ist heute das 'Drachenhaus' geworden", freut sich Zoodirektor Professor Theo Pagel beim ersten Rundgang durch die neu eröffnete Südostasiatische Tropenwelt. 9,8 Millionen Euro hat der Kölner Zoo investiert, um das Tropenhaus nach einem Schwelbrand in 2022 umzubauen.
Neu ist auch die Nebelanlage im Drachenhaus
Bildquelle: WDR/ Michelle MinkMit einer neuen Heizung und einer Photovoltaikanlagen wurde das Gebäude nun modernisiert. Besucher laufen über Brücken und Schlängepfade durch das 3.000 Quadratmeter große Areal. Eine Nebelanlage sorgt nicht nur für eine tropische Atmosphäre, sondern auch für Abkühlung an heißen Tagen.
Besucher können sich dort neben den Riesenechsen auch Tigerpythons, Zwergotter oder Baumkängurus anschauen. Auch der seltene Bali-Star, einer der bedrohtesten Vögel der Welt, flattert bald durch die Voliere im Drachenhaus. Die Komodowarane sind allerdings einzigartig - zumindest in NRW.
Einzigartig in NRW
Das Komodowaran-Weibchen kommt aus dem Leipziger Zoo
Bildquelle: WDR/ Michelle Mink"Ich glaube, der Komodowaran ist der einzige, von dem die allermeisten schon einmal gehört haben", erklärt Pagel die Auswahl der neuen Bewohner. "Weil er aussieht wie ein Drache; weil man davon ausgeht, dass er schon einmal Menschen getötet und gefressen hat."
Die Echsen können bis zu drei Meter lang werden und zählen, abgesehen von Krokodilen, zu den größten Echsen der Welt. "In Indonesien sind sie bedroht. Wir unterstützen ihren Erhalt auch in der Wildnis."
Hinter der sicheren Glaswand
Die Echsen sind giftig und können auch Menschen gefährlich werden. Hinter der sicheren Glaswand traut sich Ingrid Stobbe aber mit ihrem Sohn Boris und dem Enkel Benni ganz nah ran. "Ich bin ja hinter der Scheibe."
Auch Erika ist begeistert von den Tieren. Sie wird von ihrer Sozialarbeiterin im Rollstuhl durch das Drachenhaus geschoben. Noch einmal in den Zoo zu gehen, sei ihr großer Wunsch gewesen, denn sie lebt im Hospiz. Nachdem sich der Komodowaran erst unterhalb der Scheibe versteckt hat, präsentiert er sich auch ihr in seiner ganzen Größe.
Ich finde es sehr imposant, das ist ein tolles Gefühl. Ich hoffe, dass die sich hier wohlfühlen. Aber, mein Gott, das sind ja riesige Tiere. Erika, Zoo-Besucherin
Lamine ist elf und hat einen Komodowaran sogar schon in echt gesehen. "Im Senegal, da haben die unsere Hühner attackiert und aufgefressen." Dem Tier nun so nah zu sein, findet er spannend.
Zuchtstation für die bedrohte Tierart
Für Zoodirektor Pagel ist dies die letzte große Eröffnung. Im kommenden Jahr wird er pensioniert. "Das bedeutet mir verdammt viel. Im Jahr 2000 war das mein erstes großes Projekt, damals war ich noch Kurator und habe das Tropenhaus mit konzipiert. Damals haben wir erstmals angefangen, Artenschutz vor Ort zu machen."
Neben dem Komodowaran-Weibchen aus Leipzig ist auch ein vierjähriges Männchen aus Dänemark in das Gehege gezogen. Mit ihnen will der Kölner Zoo ebenfalls ein Artenschutzprojekt umsetzen. In Indonesien unterstützt er den Bau eine Zuchtstation für die bedrohte Tierart. In Köln hoffen sie darauf, in Zukunft Nachwuchs züchten zu können.
Unsere Quellen:
- Kölner Zoo
- Beobachtungen der WDR-Reporterin vor Ort
Sendung: WDR 2 Rheinland, Lokalzeit, 13.08.2026, 14:31 Uhr