Stinktier-Untersuchung im Tiergarten Kleve

Bildquelle: WDR/Kai Toss

WDR 3 Min. 21 Sek. Verfügbar bis 28.08.2028

Stinktier-Nachwuchs in Kleve Warum der Zoochef tagelang müffelt

Stand:

Nach der Geburt von sechs Stinktieren im Tiergarten Kleve müssen die vom Tierarzt untersucht werden. Dabei verströmen sie einen ekelhaften Gestank. Schutzkleidung hilft nur zum Teil.

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Kai Toss

"Wenn ich mit Stinktieren arbeiten muss, dann plane ich es so ein, dass ich danach keine Termine habe." So lautet die eindeutige Warnung des Klever Tiergartenchefs Martin Polotzek. Der 31-Jährige ist zugleich Tierarzt und muss die sechs neugeborenen Stinktiere untersuchen.

Er führt ihnen mit einer Spritze einen winzigen Chip unter die Haut ein. So sind die Säugetiere mit krassem Stinker-Potential wie bei einem Personalausweis jederzeit individuell zu identifizieren: "Ich freue mich über den gesunden Nachwuchs bei uns. Den Gestank bei der Untersuchung muss ich in Kauf nehmen." Polotzek übertreibt nicht. Eher im Gegenteil.

Ein Zoomitarbeiter fixiert ein Stinktier zwischen seinen Schutzhandschuhen

Dieses Stinktier hat den Zoochef mit seinem Abwehrsekret attackiert.

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Gestank wehrt in freier Wildbahn Feinde ab

Vier der sechs Neugeborenen konnte Tierpfleger Marcel Troschke im Vorfeld der Untersuchung mit einem Kescher aus dem Außengehege fangen, um sie im Stall für die Untersuchung bereitzuhalten. Schon der Kescher stinkt nach der Fangaktion nach kurzem Kontakt mit den Stinktieren gewaltig: "Nach faulen Eiern, Knoblauch und Zwiebeln", versucht Troschke das Geruchserlebnis zu umschreiben. Der Eindruck des Reporters: Stinktiersekret riecht außerdem auch süßlich-aggressiv und nach verbranntem Gummi. Ekelhaft.

Die übelriechende gelblich-ölige Flüssigkeit können die aus Amerika stammenden Säugetiere gegen Feinde einsetzen. Die Tiere schießen es aus ihren Analdrüsen bis zu zwei Meter, vorzugsweise in Richtung der Augen ihrer Gegner. Im Tiergarten Kleve hilft ihnen diese Strategie nicht.

Stinktieruntersuchung mit Schutzanzug und Schutzbrille

Die eigentliche Untersuchung der Stinktiere muss im Vollschutzanzug stattfinden. Und mit Schutzbrille. Troschke greift beherzt nach einem Jungtier und fixiert es auf dem Rücken liegend zwischen seinen dicken Schutzhandschuhen. Der Tierarzt kommt hinzu und checkt das Geschlecht des jungen Stinktiers.

Drei Zoomitarbeiter in Schutzanzügen, Schutzbrillen und Handschuhen beugen sich über ein am Boden fixiertes Stinktier

Untersuchung des Stinktiers: infernalischer Gestank trotz Schutzkleidung

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Es ist ein Weibchen. Mit einem Tupfer verdeckt Martin Polotzek bei der Prozedur die Analdrüse. Ein Großteil des Verteidigungssekrets landet darin. Aber nicht alles. Einige Tropfen landen auf dem Schutzanzug des Tierarztes. Der anwesende Reporter kämpft mit dem Würgereiz.

Gelber Schutzhandschuh mit Stinktiersekret am Zeigefinger, erkennbar als dunkler Fleck

Schutzhandschuh mit versprühtem Stinktiersekret am Zeigefinger

Bildquelle: WDR/Kai Toss

Nach der Untersuchung: Der Gestank bleibt am Körper haften

"Wir freuen uns über den gesunden Stinktier-Nachwuchs bei uns im Klever Tiergarten", fasst Tierarzt Dr. Martin Polotzek den Tag zusammen. Schutzbrille und Schutzanzug hat er abgelegt und entsorgt. Dennoch: "Man riecht manchmal fünf bis sieben Tage nach der Untersuchung noch nach Stinktier. Trotz Schutzkleidung."

Das bekommt auch der Reporter zu spüren. Nach Feierabend und der Ankunft Zuhause geht’s sofort unter die Dusche. Dann gibt’s noch eine Dusche. Und dann ein Vollbad.

Unsere Quellen:

  • Gespräch mit Tierarzt und Tierpflegern im Tiergarten Kleve
  • Eindrücke des WDR-Reporters vor Ort

Sendung: WDR.de, Stinktier-Untersuchung im Tiergarten Kleve, 28.08.2026, 7:05 Uhr

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