Störche entdecken den Niederrhein für sich

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WDR 3 Min. 19 Sek. Verfügbar bis 11.03.2028

Storchennachwuchs im Kreis Viersen So viele Brutpaare wie seit Jahrzehnten nicht mehr

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Der Aufwärtstrend hält an - die Störche entdecken den Niederrhein für sich. Im Kreis Viersen zählen Biologen in diesem Jahr 15 Brutpaare - Rekord. Im Jahr 2010 war es noch ein einziges. Inzwischen brüten die ersten Paare schon nicht mehr auf Nisthilfen, sondern bauen ihr Nest auf Bäumen.

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Markus Waerder

Es ist derzeit der beliebteste Platz für Michael Stieger und seine Ehefrau Claudia: der Strandkorb in ihrem Garten in Tönisvorst. Von dort aus sind es nicht mal hundert Meter bis zu jener Nisthilfe, die Bio-Gärtner Stieger vor mehr als zehn Jahren auf dem Acker aufgestellt hat. Mit dem Fernglas beobachtet das Ehepaar jetzt täglich die Aufzucht von drei Störchen oben im Nest.

Ehepaar sitzt mit einem Fernglas im Strandkorb

Ehepaar Stieger im Beobachtungs-Strandkorb

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Nicht alle Jungstörche überleben

"Am 7. Februar ist Berthel, also der männliche Vogel, gekommen", erzählt Claudia Kellewald-Stieger. Sie hat den beiden erwachsenen Störchen niederländische Namen gegeben: Berthel und Truss. Die beiden sind früh dran mit ihrer Brut. Fast vier Wochen alt sind die drei Jungen jetzt. Ein viertes hat nicht überlebt, wurde von den Eltern aus dem Nest geworfen.

Das passiere häufiger mal, erklärt Biologe Ansgar Reichmann. Wenn nicht genügend Nahrung für alle da sei, würden die Eltern die Reißleine ziehen und das schwächste Junge aussortieren.

'Baumstörche' in den Feuchtwiesen

Der ehemalige Leiter der Biologischen Station an den Krickenbecker Seen kartiert nun im Ruhestand das Vorkommen der Störche im Kreis Viersen. 15 Brutpaare hat er in diesem Frühjahr gezählt. Alle zwölf Nistplätze, die in den letzten Jahren aufgestellt wurden, seien belegt - und dazu komme in diesem Jahr noch etwas, das bisher so noch nicht da gewesen ist.

Gleich auf drei Bäumen in den Feuchtwiesen nordöstlich von Viersen haben Störche auf abgebrochenen Pappeln selbst Nester gebaut. Dass diese Fähigkeit im Laufe der Jahre nicht verloren gegangen ist, freut den Biologen besonders. Ein Nest kann er mit dem Fernglas hinter den nachwachsenden Ästen oben im Baum erkennen - inklusive Storch.

Zwei Personen schauen durch ein Fernsglas

Ansgar Reichmann kartiert die Störche und ihren Nachwuchs im Kreis Viersen

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"Die Störche bauen ja massive Horste", sagt Reichmann. "Die bauen immer weiter. Während der Brutsaison, und dann bauen sie die Horste jedes Jahr aufs Neue weiter aus. Das kann tonnenschwer werden."

Das Wetter ist entscheidend

Wie viele Jungstörche am Ende geboren werden und dann auch durchkommen, das hängt jetzt auch vom Wetter ab. Andauernde Nässe könne gefährlich werden, dann droht eine Lungenentzündung. Große Hitze dagegen würde das Nahrungsangebot vor allem an Regenwürmern verringern. im Moment aber, sagt Ansgar Reichmann, sieht es so aus, als ob 2026 am Niederrhein ein richtig gutes Storchenjahr werden könnte.

Storchen-Nachwuchs in der Region

WDR 29 Sek. Verfügbar bis 20.05.2028 WDR Online

Unsere Quellen:

  • Biologische Station Krickenbecker Seen
  • Beobachtungen und Interviews des WDR-Reporters vor Ort

Sendung: WDR.de, Storchen-Nachwuchs in der Region, 21.05.2026, 14:30 Uhr

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