Schafzucht auf dem Naturhof Kevelaer
Bildquelle: Petra Vennebusch/ WDRWDR. 4 Min. 1 Sek.. Verfügbar bis 31.08.2028. Von Petra Vennebusch.
Mala fährt mit dem Radlader raus zur Weide, sie bringt den Schafen Heu. "Wir müssen wegen der Trockenheit leider zufüttern", erklärt die 17-Jährige. Auf der Wiese hat ihr Bruder Lennart gerade Wasser in den Tränken aufgefüllt. Die Geschwister arbeiten beide voll mit. Sie wollen den Naturhof ihrer Eltern irgendwann mal übernehmen.
"Ich liebe das, die Schafe geben einem Ruhe. Und es ist einfach schön zu sehen, wie sie sich entwickeln." Mala Berendsen, Tochter und Schafzüchterin
Mit den Schafen hat Mutter Dunja vor 15 Jahren angefangen. Sie wollte als Sozialpädagogin raus aus ihrem Bürojob. Dann bekam sie die ersten Schafe geschenkt, damals noch auf einem kleinen Hof in Witten. Es war Liebe auf den ersten Blick.
Es lief gut mit der Schafzucht, Dunja belegte Kurse bei der Landwirtschaftskammer. Aber dann wurde es zu eng auf dem Hof in Witten. Dunja wollte mehr. "Mein Traum war ein eigener Hofladen", erzählt die 55-Jährige.
Der Traum vom eigenen Hofladen führt nach Kevelaer
In Kevelaer hat die Familie einen alten verlassenen Pacht-Hof gefunden und dort Wurzeln geschlagen. In den vergangenen fünf Jahren ist hier ein kleines Natur-Paradies entstanden mit Hofladen, Kursraum und Gemeinschaftsgarten für vier Familien aus der Nachbarschaft.
Dunja Berendsen sortiert im Hofladen neue Ware ein.
Bildquelle: WDREhemann und Vater Stefan Berendsen ist heute unterwegs als Trainer für Selbstverteidigung. Auf dem Hof gibt er Kurse für Selbstbehauptung. Der Hofladen ist Dunjas "Baby". Gerade ist neue Ware angekommen, mit Freundin Christiane sortiert sie farbenfrohe Decken in die Holzregale.
Familienbetrieb muss für die nächste Generation wachsen
"Ich liebe einfach Wollprodukte und mag es den Laden schön herzurichten", sagt Dunja. Für den Naturhof wird das komplette Schaf verarbeitet vom Fell bis zum Fleisch. Mehr und mehr kommen auch Hersteller von Kleidung, Seife und Kuscheltieren dazu. Der Hof muss weiter wachsen für die Kinder.
"In den fünf Jahren gab es Höhen und Tiefen. Es war nicht immer alles Friede, Freude, Eierkuchen." Dunja Berendsen, Schafzüchterin
Sohn Lennart macht auf dem Hof gerade seine Ausbildung zum Kaufmann für Büromanagment. Er bastelt auch an seiner Zukunft. Gerade baut er den Online-Shop weiter aus. "Ich glaube da steckt noch großes Potenzial drin", sagt der 20-Jährige.
Naturhof feiert Hoffest am ersten September-Wochenende
Dunja Berendsen bereitet mit Freundinnen das Hoffest am 5. und 6. September vor.
Bildquelle: Petra Vennebusch/ WDRDer Naturhof Kevelaer ist ein Lebenswerk. "Dahinter steckt auch die Philosophie, ein offener Ort zu sein," sagt Dunja, "für Nachbarn, Freunde und Besucher." Inzwischen sitzen drei Freundinnen bei ihr am Esstisch. Sie basteln für das Hoffest am ersten September-Wochenende.
"Das ist hier einfach immer entspannt und lustig, wir kommen alle gerne auf den Hof um zu helfen." Kerstin Sander, Nachbarin und Freundin
Und schon ist Dunja wieder draußen. Nachbarin Steffi ist mit ihren Töchtern zum Gemüse-Ernten in den Gemeinschaftsgarten gekommen. So läuft das hier: immer eine offene Tür und ein offenes Ohr, jeder ist willkommen. Und wo sieht sich Dunja in zehn Jahren? "Mit grauen Haaren und Enkelkindern zwischen den Schafen," sagt sie.
Unsere Quellen:
- Gespräche mit Mala, Lennart und Dunja Berendsen
- Eindrücke der WDR-Reporterin vor Ort
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Duisburg, 31.08.2026, 19:30 Uhr