Drei Elefanten ziehen von Wuppertal nach Basel
Bildquelle: WDR/ Christian LichtWDR. 3 Min. 15 Sek.. Verfügbar bis 27.05.2028.
Es ist kurz nach sechs Uhr morgens, als auf dem Hof vor dem Elefantengehege die Motoren der Schwerlastfahrzeuge anspringen. Es wird langsam hell, aus Funkgeräten knistert leises Stimmengewirr. Gleich werden die Elefanten Tika, Kimana und Mali Wuppertal verlassen.
Vor den Stallungen stehen zwei Transportcontainer, groß wie kleine Garagen. Daneben warten Tierpfleger, Tierärzte und Mitarbeiter einer Spezialspedition.
Wochenlang hat der Zoo die drei afrikanischen Elefanten auf diesen Tag vorbereitet.
Bildquelle: WDR/ Christian LichtDie Container standen bereits seit Längerem auf der Anlage, damit sich die Tiere an den Geruch und die ungewohnte Konstruktion gewöhnen konnten. Immer wieder übten die Pfleger mit ihnen das Betreten der Boxen.
Elefanten schreiten Schritt für Schritt in die Transportbox
Langsam öffnet sich das Tor zum Stall. Kimana tritt als erstes Tier heraus. Neben ihr steht die vertraute Pflegerin, die sie seit Jahren begleitet. Mit ruhigen Kommandos lotst sie das mehrere Tonnen schwere Tier in Richtung Container. Dann setzt Kimana einen Fuß in die Box, kurz darauf den zweiten.
Elefanten im Wuppertaler Zoo
Bildquelle: WDR/ Christian LichtWenige Sekunden später verschwindet der riesige Körper vollständig im Container. Danach werden die anderen beiden Elefanten in den zweiten Transportcontainer geführt. Die jüngere Mali reist gemeinsam mit ihrer Mutter Tika - auch das soll den Stress für die Tiere möglichst gering halten. Die schwere Tür des Containers wird langsam geschlossen.
Elefanten-Umzug ist Zentimeterarbeit mit dem Schwerlastkran
Vor dem Gehege rangiert bereits ein Schwerlastkran. Stahlseile werden an den tonnenschweren Containern befestigt. Mitarbeiter kontrollieren jede Verbindung mehrfach. Dann hebt sich die erste Box langsam vom Boden. Zentimeterweise schwebt der Container mit den Elefanten darin über den Hof.
Der Kranführer arbeitet millimetergenau, damit die Tiere möglichst ruhig bleiben.
Bildquelle: WDR/ Christian LichtUnten beobachten Tierpfleger jede Bewegung genau. Langsam wird die Box auf einen wartenden Tieflader abgesenkt und dort fixiert. Erst als alles gesichert ist, lösen sich die angespannten Blicke vieler Beteiligter.
Warum der Zoo die Herde trennt
Der Umzug nach Basel ist die Folge einer schwierigen Entwicklung innerhalb der Elefantengruppe. In der sechsköpfigen Herde kam es immer wieder zu Spannungen. Vor allem Tika beanspruchte offenbar zunehmend eine Führungsrolle, doch Leitkuh ist ihre Mutter Sabie.
Zoodirektor Arne Lawrenz
Bildquelle: WDR/ Christian Licht"In der Natur würden sich solche Gruppen voneinander trennen." Arne Lawrenz
Direktor Zoo Wuppertal
Hinzu kommen umfangreiche Umbauarbeiten. Die Elefantenanlage in Wuppertal soll bis 2031 modernisiert und deutlich vergrößert werden. Während der Bauphase wäre der Platz für die Herde zu knapp geworden. Für die Tierpfleger bleibt der Abschied trotzdem emotional. "Viele von uns kennen die Elefanten seit ihrer Geburt", sagt Pfleger Filipe von Gilsa.
Als die Lastwagen schließlich langsam den Zoo verlassen und Richtung Schweiz rollen, wird es still auf dem Hof. Für den Grünen Zoo endet an diesem Morgen ein Kapitel - für Kimana, Tika und Mali beginnt in Basel ein neues.
Unsere Quellen:
- Zoo Wuppertal
- Eindrücke des WDR-Reporters vor Ort
Sendung: WDR 2 Bergisches Land, Lokalzeit, 27.05.2026, 15:31 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Bergisches Land, 27.05.2026, 19:30 Uhr
Erstveröffentlichung am 27.05.2026
