Sechs Tipps für die Sommerferien auf dem Fahrrad

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WDR 04:57 Min. Verfügbar bis 12.08.2028

Sommer in Westfalen Sechs Tipps für die Sommerferien auf dem Fahrrad

Stand:

Der Weserradweg ist in ganz Deutschland beliebt, und das Münsterland ist Fahrradland. Aber Westfalen bietet Bikern noch viel mehr.

Von
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Arndt Möller
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Julia Wulf
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Markus Krczal
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Der Weserradweg

Der ADFC wählt ihn immer wieder zum beliebtesten Fernreise-Radweg Deutschlands. Nur der Elberadweg ist ähnlich erfolgreich. Nicht alle fahren die kompletten 520 Kilometer von der Weser-Quelle in Hannoversch Münden bis zur Nordsee oder umgekehrt. Auch Tagestouren sind möglich, etwa in Ostwestfalen-Lippe.

Immer mal die Weserseite wechseln

Wer keine Anhängerkupplung für einen Fahrradträger besitzt, kommt trotzdem gut zur Weser. Viele Orte sind mit dem Zug gut erreichbar, etwa Bad Karlshafen in Hessen. Von dort ist es auf dem Weserradweg nur ein Katzensprung nach OWL. Wer will, kann in Beverungen-Herstelle direkt ans andere Ufer wechseln. Der Radweg verläuft hier auf beiden Seiten der Weser. Johann und Antje Ahollinger aus der Nähe vom Bamberg nehmen die Fußgänger- und Fahrradfähre für einen Euro fünfzig pro Person und Rad. Sie wollen mit ihren E-Bikes bis Bremen radeln.

Antje und Johann Ahollinger aus der Nähe vom Bamberg (Bayern), die gerade auf einer Fähre in Beverungen-Herstelle die Weser überqueren.

Antje und Johann Ahollinger aus der Nähe vom Bamberg (Bayern), die gerade auf einer Fähre in Beverungen-Herstelle die Weser überqueren.

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"Es ist einfach eine angenehme Atmosphäre, und ich bin an einem Fluss aufgewachsen, der Donau, in Niederbayern. Ich mag Flüsse. Sie beruhigen mich. Es ist einfach schön." Johann Ahollinger, Radtourist aus Bayern

Viele machen Tagestrips

Nicht alle wollen weit kommen. Familie Döring aus dem Ruhrgebiet hat sich für eine Woche in Höxter einquartiert und macht mit dem kleinen Sohn Felix Tagestouren, mal flussaufwärts, mal flussabwärts. Der Weg sei eben schön, lobt Mutter Kristina. Die Dörings haben normale Räder, "Biobikes", ohne Elektromotoren.

Sehenswürdigkeiten an der Weser

Auch Einheimische lieben den Weserradweg. Katrin und Thomas Raul leben in Bad Karlshafen. Sie machen häufig Trips von etwa 60 Kilometern Länge. Gern setzen sie sich dann auf eine Bank, etwa in Beverungen, und schauen sich die Burg oder die Porzellanmanufaktur Fürstenberg auf der anderen Weserseite an. Charmante Fachwerkstädte, ein Blick vom Skywalk in Beverungen auf den Fluss, das UNESCO-Welterbe Kloster Corvey in Höxter: in den Pausen gibt es an der Oberweser viel zu sehen und viel zu erleben.

Bis zu 100.000 Menschen im Jahr befahren den Weserradweg. Höxters Tourismuschef Stephan Berg, selbst häufig auf dem E-Bike unterwegs, kennt das Erfolgsrezept.

Stephan Berg, der Leiter der Tourist-Information in Höxter, mit seiner Heimatstadt im Hintergrund. Er fährt selbst regelmäßig mit dem Rad.
"Wasser ist immer ein großer Faktor für Attraktivität, und hier ist man immer sehr nah am Fluss dran. Der Weserradweg ist sehr einfach zu befahren, er ist sehr gut ausgeschildert. Zusammen mit den historischen Stätten hat er eine gewisse Einzigartigkeit." Stephan Berg, Leiter Tourist-Information Höxter

Es geht auch sportlich

Viel weiter oben an der Weser, in Minden, an der Schachtschleuse, die den Fluss mit dem Mittellandkanal verbindet, rauscht Frederik Schicke auf seinem Sportrad heran. Er kommt gebürtig aus Cuxhaven, lebt seit zehn Jahren im Odenwald, und er will Freunde und die Familie an der Nordsee besuchen, mit dem Rad. Dabei ist er auf dem Weserradweg gelandet, und dort bleibt er bis zum Schluss, fährt pro Tag mehr als 100 Kilometer.

"Ich wollte mal gucken, was meine Beine so hergeben, habe mir dieses Bike gekauft und mir gesagt: damit fahre ich nach Norddeutschland." Frederik Schicke, Radfahrer aus dem Odenwald

Fazit: der Weserradweg ist für alle Radfahrerinnen und Radfahrer geeignet, sportliche und nicht so konditionsstarke. Schöne Städte wie Höxter, Hameln, Minden oder Petershagen liegen auf dem Weg, es gibt zahlreiche Einkehrmöglichkeiten und Unterkünfte. Kein Wunder, dass der Weserradweg bei der bundesweiten ADFC-Befragung immer wieder top bewertet wird.

Während das Rad kurz auf dem Weserradweg zwischen Minden und Petershagen steht, fährt auf dem Fluss ein Binnenschiff vorbei

Während das Rad kurz auf dem Weserradweg zwischen Minden und Petershagen steht, fährt auf dem Fluss ein Binnenschiff vorbei

Bildquelle: WDR/ Arndt Möller

Hauptsaison: April-September (Fahrradfähren fahren meist ab Ostern, Hotels, Pensionen, Campingplätze und Cafés machen z.T. Winterpause)
Tagesausflüge sind immer möglich

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Der Emsradweg

Er gehört zu den bundesweit zehn beliebtesten Fernradwegen und startet dort, wo die Ems entspringt, mitten in der Senne, an den Quellen zwischen Hövelhof und Schloß Holte-Stukenbrock. An einem Infozentrum kann die rund 380 Kilometer lange Reise bis Emden in Ostfriesland beginnen.

Natur und Kultur

Auch für den Emsradweg gilt: die Strecke ist flach, Steigungen gibt es kaum. Und wer in OWL bleibt, etwa nur bis Harsewinkel fährt, kommt am wunderschönen Steinhorster Becken in Delbrück vorbei. Die Wasserflächen der gestauten Ems gelten als eines der größten von Menschen für den Naturschutz geplanten Reservate in NRW. Zahlreiche Vögel brüten hier. Wer sein Rad kurz abstellt, kann Aussichtstürme erklimmen und jede Menge Wasservögel beobachten.

Studenten genießen ein Picknick mit Blick auf die Natur

Studenten genießen ein Picknick mit Blick auf die Natur

Bildquelle: WDR/ Arndt Möller

Kleine Quellen, große Kähne

Wer sich lieber hübsche Städte anschaut, radelt weiter nach Rietberg, Rheda-Wiedenbrück oder kehrt in Harsewinkel im Kloster Marienfeld ein. Kultur und Natur, alles ist möglich.

Emsradweg am Steinhorster Becken in Delbrück.

Emsradweg am Steinhorster Becken in Delbrück.

Bildquelle: WDR/ Arndt Möller

Und das ist noch längst nicht das Ende: auch im Münsterland gibt es zwischen Sassenberg und Rheine viel zu sehen und viele Rastmöglichkeiten. Wer die gesamte Strecke fährt, kommt irgendwann ins Emsland und erblickt vielleicht die riesigen Schiffe, die auf der Meyer Werft in Papenburg gebaut werden. Kaum zu glauben, dass das der selbe Fluss ist, der so bescheiden in der Senne entspringt.

Hauptsaison: Mai bis September
Tagesttouren sind immer möglich
Unterkünfte im Münsterland oder Emsland rechtzeitig buchen

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Die Steverlandroute

Das Münsterland in seiner vollen Bandbreite können Radbegeisterte entlang der Steverlandroute erleben, auf rund 70 Kilometern durch das Einzugsgebiet des Flusses von der Quelle nahe Nottuln am Fuße der Baumberge bis zur Mündung in die Lippe bei Haltern am See.

Entdeckerkarte und Mitmachaktionen

Für Kinder gibt es eine besondere Entdeckerkarte, mit der sie die Radwege auf eigene Art erkunden können: Auf der Route erwarten Familien verschiedene Mitmachaktionen. Die Entdeckerkarte für Kinder ergänzt mit ihren Rätselfragen und Sammelfeldern für die Stevermünzen den Familienausflug und lässt ihn zu einer spannenden Beobachtungstour werden.

Hände zeichnen mit einem Stift auf einer Karte neben einer Broschüre mit der Aufschrift „Entdecker Karte für Kinder“.

Besonders für Kinder interessant auf der Radroute: die Entdeckerkarte.

Bildquelle: WDR / Julia Wulf

Fahre Deine eigene Route

Wem die ganze Strecke zu lang ist, kann an den verschiedenen Einstiegs- und Kombinationsmöglichkeiten seine eigene Route entwickeln. Vier familienfreundliche, leichte bis mittelschwere Etappen mit Rundwegen und Abstechern werden auf der Webseite der Steverlandroute sowie im Begleitbuch des Radweges beschrieben. Ein Bahnhof befindet sich immer in der Nähe.

Höchster Punkt des Münsterlandes

Zu den Highlights der Strecke zählen unter anderem der höchste Punkt des Münsterlandes, ein Moor, eine Burg sowie ein Naturfreibad. Es wird also an kleine und große Radfreunde gedacht - perfekt für die heißen, wie auch für die kühleren Sommertage!


Start: Nottuln, Stiftstraße
Kostenlos
Jederzeit geöffnet

Schwierigkeitsgrad: Individuell anpassbar für jedes Alter

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Die Rätsel-Radtour von Telgte bis Ostbevern

Mit der überwiegend flachen Parklandschaft und den vielen gut ausgebauten Radwegen bietet sich das Münsterland besonders gut für Familienausflüge an. Und noch aufregender wird die Tour, wenn am Ende eine Schatzkiste auf die kleinen Radfahrerinnen und Radfahrer wartet. Dafür müssen jedoch verschiedene Rätsel gelöst und sechs knifflige Fragen beantwortet werden.

Auf die Kleinen wartet eine Schatzkiste

Etwa 24 Kilometer ist die Rätsel-Radtour lang und hat ihren Startpunkt in Telgte. Von der Wallfahrtsstadt aus geht es über flache Wegstrecken an der Ems und einigen Weidewiesen vorbei durch malerische Landschaften in Westbevern und Ostbevern.  Die kostenlose Karte gibt es bei "Tourismus + Kultur Telgte" in der Kapellenstraße 2 oder online auf der Webseite der Stadt zum Download.

Eine Person fährt mit einem Fahrrad und Anhänger über eine Brücke durch den Wald.

Start und Ziel: Telgte
Kostenlos
Jederzeit geöffnet

Schwierigkeitsgrad: extra auf Familien ausgelegt

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Erlebnistour Holz: Radeln rund um Bad Berleburg

Entdecke die faszinierende Welt des Holzes direkt aus dem Sattel eines E-Bikes auf der Tour "Die Holzmacherin". Der rund 80 Kilometer lange Themenradweg führt durch das Stadtzentrum von Bad Berleburg sowie seine idyllischen Dörfer und lässt sich flexibel in eine kleine Runde (50 km) oder eine etwas größere Runde (60 km) aufteilen.

Vor einer Holzskulptur mit der Aufschrift „Grüße aus Bad Berleburg“ stehen zwei Fahrräder, während zwei Personen darin sitzen.

Ein schönes Panorama bietet dieser Aussichtspunkt auf der Route.

Bildquelle: Copyright BLB-Tourismus GmbH / Yannik Lückel

Holz in allen Facetten

Unterwegs erlebst Du den Rohstoff in all seinen Facetten: Du radelst vorbei an historischen Holzbauwerken, moderner Architektur und holzverarbeitenden Betrieben. Gleichzeitig bietet die Route tiefe Einblicke in den Wandel der Natur – von wilden Naturschutzgebieten bis hin zu neuen Wiederaufforstungsflächen. Spannende Infostationen am Wegrand runden die Tour ab und zeigen Dir hautnah, wie vielseitig und nachhaltig das Naturmaterial genutzt wird.

Start und Ziel: Marktplatz Bad Berleburg (Siegen-Wittgenstein), Rundweg
Länge: 88 km (kurze Etappen sind möglich, 50 oder 60 km)
Empfehlungen: E-Bike, Einkehrmöglichkeiten

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Der Ruhrtalweg

In Deutschland zählt er zu den schönsten Flussradwegen überhaupt. Auf rund 240 Kilometern führt er von der Ruhrquelle bei Winterberg im Sauerland einmal quer durch das Ruhrgebiet bis nach Duisburg, wo der Fluss schließlich in den Rhein mündet. Bikerinnen und Biker erwartet eine abwechslungsreiche Strecke entlang grüner Uferwege, idyllischer Seen und historischer Schleusen, immer das Wasser im Blick.

Drei Menschen fahren mit Fahrrädern auf einem Radweg entlang eines Flusses.

Immer am Wasser entlang führt der Radweg "Ruhrtalweg".

Bildquelle: ©RuhrtalRadweg_Maximilian-Semsch

Industriedenkmale und Cafés direkt am Wasser

Dabei zeigt sich das Revier von seiner besten Seite: Neben unberührter Natur mit Auengebieten und Wäldern säumen imposante Industriedenkmäler und kulturelle Highlights den Weg. Zahlreiche Cafés und Restaurants direkt am Wasser laden unterwegs zu entspannten Pausen mit Blick aufs Zusammenspiel von Natur und Kultur ein.

Mehrere Menschen fahren mit Fahrrädern an einer Industrieanlage und Metallskulpturen vorbei.

Nicht nur Wasser ist am Ruhrtalradweg zu sehen, auch Kunst und Cafés.

Bildquelle: ©RuhrtalRadweg_Maximilian-Semsch

Radweg wird ausgebaut


Achtung: Bei der Anreise und der Planung der Tour ist zu beachten, dass der Radweg im Moment an mehreren Orten ausgebaut wird. Hier sind weitere Infos.

Start/Ziel: Ruhrquelle Winterberg – im Sommer 2026 besser ab Olsberg / Duisburg
Länge: 240 km (kurze Etappen sind möglich)
Empfehlungen: E-Bike, Mountainbike, Einkehrmöglichkeiten

Unsere Quellen:

  • Beobachtungen und Gespräche der Reporterinnen vor Ort
  • www.weserradweg-info.de, als App oder Broschüre, mit Karten und Unterkünften, Etappenvorschlägen
  • www.emsradweg.de, weitere Infos zu Strecke, Sehenswürdigkeiten, Unterkünften
  • www.steverlandroute.de
  • www.telgte.de
  • www.siegen-wittgenstein.info/tour/die-holzmacherin
  • www.ruhrtalradweg.de

Sendung: WDR.de, Sechs Tipps für die Sommerferien auf dem Fahrrad, 13.08.2026, 6:23 Uhr

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