Summender Sommer: Wenig Mückenstiche, dafür hungrige Wespen

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Aktuelle Stunde 11.08.2026 22 Min. 27 Sek. UT Verfügbar bis 11.08.2028 WDR Von Cengiz Ünal

Trockenheit Wieso es gefühlt kaum Mücken, aber aggressivere Wespen gibt

Stand:

Viele Menschen haben gerade den Eindruck, dass sie sich weniger gegen Mücken wehren müssen. Dafür gehen Wespen gerade eher auf Angriff. Der Grund für das tierische Verhalten: Die Trockenheit.

Na, heute schon am Mückenstich gekratzt? Während Mücken zum Sommer dazu gehören wie Grillenzirpen und Sonnencremeduft, ist es in diesem Jahr irgendwie anders. Gefühlt sind weniger der stechenden Plagegeister unterwegs.

Weniger Mücken durch Trockenheit

Das lasse sich zwar nicht statistisch verifizieren, weil die Anzahl und Vermehrung der Stechmücken deutschlandweit generell nicht erhoben werde, erklärte der Biologe Helge Kampen vom Friedrich-Loeffler-Institut in Greifswald. "Aber es ist unser Eindruck, und wir bekommen es von anderen Forschern und Bürgern vielerorts widergespiegelt", so Kampen. Was es gibt, ist der Stechmückenatlas. Dieser ist aber statistisch nicht aussagekräftig.

Der Grund für die wenigen Mücken sei die Hitze mit daraus folgender extremer Trockenheit. Mücken brauchen stehende Gewässer, um ihre Brut durch den Sommer zu kriegen. Trocknen aber kleine Wasserstellen und Tümpel rasch aus, wird es nichts mit dem Nachwuchs.

Mücken fehlen Vögeln und Fröschen

Eine gute Nachricht ist der diesjährige Mückenschwund also für ruhigere Nächte und angenehmere Abende draußen. Doch in der Nahrungskette ist die Stechmücke für viele Tiere wichtig. Sie ist Futter für Vögel und Fledermäuse, aber auch Frösche. Ihre Mückenlarven stehen auch auf dem Speiseplan weiterer Amphibien.

Pirol fängt Mücke

Schnabelgerechter Happen: Pirol fängt Mücke

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Wespen sind gerade hungrig

Und noch ein Sommertier benimmt sich dieser Tage recht auffällig. Wespen können derzeit schon nerviger und aggressiver sein, als sonst. Mit gutem Grund: Die Tiere haben schlicht Hunger. Wegen Trockenheit und Hitze finden Wespen gerade weniger Nahrung. Und da schließt sich der Kreis: Denn Wespen fressen auch Mücken.

Tipps für den Umgang mit Wespen

  • Speisen und Getränke abdecken
  • Einige Meter entfernt Ersatzteller zur Ablenkung anbieten
  • Auf keinen Fall nach Wespen schlagen oder sie anpusten
  • Einfach ruhig bleiben und abwarten

Hungrige Wespen haben die Eigenschaft, bei Menschen nach Nahrung zu suchen. Und weil sie für ihre Brut proteinreiche Nahrung brauchen, schwirren die Kleinen so gerne um unsere Grillteller.

Süßes "Flugbenzin" für Wespen

Ab dem Spätsommer werden Wespen dann noch einmal besonders nervig. Dann sind sie mit der Versorgung ihrer Brut durch und brauchen zuckerreiche Nahrung für sich selbst. Die benötigen sie als Energielieferanten, quasi das "Flugbenzin" der Wespen, beschreibt es der Naturschutzbund Nabu. Wespen lieben zum Beispiel auch die süßen Exkremente von Blattläusen. Auch den Nektar aus Blüten nehmen Wespen Versorgung mit Kohlehydraten auf.

Zwei Wespen auf einer Wassermelone.

Frisst im Spätsommer gerne mit: die Wespe

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Deshalb sind Wespen häufig bei reifen Früchten und Fallobst zu sehen. Aus diesem Grund stürzen sie sich aber auch in Saftschorlen oder reißen Stücke aus dem Pflaumenkuchen.

06:30 Podcast: Trockene Sommer: Weniger Mücken und aggro Wespen

WDR 11.08.2026 1 Min. 36 Sek. Verfügbar bis 10.08.2028 WDR Online

Unsere Quellen:

  • Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland
  • Nachrichtenagentur KNA
  • Naturschutzbund (Nabu)

Sendung: WDR.de, 0630 - der News-Podcast, 11.08.2026, 06:30 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Aktuelle Stunde, 11.08.2026, 18:45 Uhr