Auf dem roten Teppich wurde Frier gefeiert wie ein Popstar. Ihre Fans standen im strömenden Regen Schlange in Ludwigshafen, um Autogramme zu ergattern und Selfies zu machen. Frier ließ das alles gut gelaunt und geduldig über sich ergehen. Und bei der anschließenden Preisverleihung wurde sie mit Lobeshymnen förmlich überschüttet. Festivaldirektor Michael Kötz bezeichnete Annette Frier in seiner Laudatio als "Schauspielerin zum Niederknien“. Auch die Jury war begeistert. Frier überzeuge seit Jahren auf konstant hohem Niveau. Sie drücke unterschiedlichsten Arbeiten ihren ganz eigenen Stempel auf.
Ihre Vielseitigkeit ist einfach umwerfend. Jury des Ludwigshafener Filmpreises
Annette Frier reckt den "Preis für Schauspielkunst" empor.
Bildquelle: Arthur Bauer/Festival des deutschen Films LudwigshafenViele kennen Annette Frier vor allem aus Comedy-Serien wie "Switch" oder "Schillerstraße". Doch sie kann mehr, spielt immer wieder auf Theaterbühnen, spricht Hörbücher ein und ist seit einigen Jahren auch die Stimme im Vorspann zur "Sendung mit der Maus". Aber Frier brilliert auch in ernsthaften Rollen: zum Beispiel als Mutter eines schwerst-behinderten Kindes in dem WDR-Film "Nur eine Handvoll Leben". Dafür wurde sie 2016 mit dem Lebenshilfe-Medienpreis BOBBY geehrt. Und die Schauspielerin setzt sich mit einem Chor für Menschen mit Demenz für gemeinschaftliches Singen und Teilhabe ein.
Ernst oder komisch? Alles ist geil! Annette Frier
Seit 2019 ist Annette Frier an der Seite von Christoph Maria Herbst in der ZDF-Comedy-Serie "Merz gegen Merz" zu sehen. Den Preis für Schauspielkunst will sie denn auch nicht für sich allein verbuchen. Das "Merz gegen Merz"-Team sei ihre Filmfamilie geworden und habe die Auszeichnung genauso verdient wie sie selbst. Der Spagat zwischen komischen und ernsthaften Rollen macht ihr offenbar keine Probleme. Im Interview mit dem Südwestrundfunk sagte Frier nach der Preisverleihung, sie mache sich gar keine Gedanken mehr darüber, ob ernste und lustige Rollen zusammen passen. Sie sei einfach nur glücklich, dass für sie beides nebeneinander möglich sei.
Annette Frier mit Christoph Maria Herbst in "Merz gegen Merz", 2019.
Bildquelle: Rottenkolber/ZDF/dpaKöln als Konstante
Annette Frier wurde 1974 in Köln geboren. Und der Stadt ist sie ihr Leben lang treu geblieben. Sie studierte an der privaten Schauspielschule "Der Keller", spielte auf Kölner Bühnen und 2008 gab sie am Theater am Bauturm ihr Regiedebüt. Und natürlich ist Frier bekennender FC-Fan. Auch eine ihrer Paraderollen spielt in Köln. Ab 2010 spielte sie die Rechtsanwätlin Danni Lowinski. Die bietet ihre Rechtsberatung an einem Klapptisch in einer Kölner Einkaufspassage an. Jede Minute wird mit einem Euro abgerechnet.
Auf ihren alten Erfolgen ausruhen will Annette Frier sich nicht. Direkt im Anschluss an die Preisverleihung lief auf den Ludwigshafener Filmfestival ihr neuer Film "Mimi und ich". Kritiker sprechen von einer herzerwärmenden Mutter-Tochter-Geschichte über einen schweren sozialen Aufstieg. "Natürlich" spielt der Film in Köln.