Strukturwandel inspiriert Dortmunder Stadtschreiberin
Bildquelle: Kristin TrübWDR. 03:20 Min.. Verfügbar bis 24.08.2028.
Industrie trifft Poesie : Wenn die Kokerei ins Versmaß passt
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Das Ruhrgebiet ist Clara Cosima Wolff vertraut, denn sie ist in Hagen aufgewachsen. Lebte aber viele Jahre in anderen Städten. Nun ist die Schriftstellerin zurück in ihrer Heimat, erkundet Dortmund - mit Blick auf den Strukturwandel, der die Region bis heute prägt.
Ein Wort wie "Verrieselungsanlage" würde wohl kaum jemand für poetisch halten. Clara Cosima Wolff schon. Die neue Dortmunder Stadtschreiberin entdeckt das Wort auf einer Hinweistafel auf dem Gelände der Kokerei Hansa und macht sofort ein Foto mit dem Handy davon.
"Verrieselungsanlage - das lädt mich ein, mit dem Wort zu spielen", erklärt Wolff. Streifzüge wie dieser gehören aktuell zu ihrem Alltag. Sechs Monate hat sie Zeit, Eindrücke in der Region zu sammeln und sie in Literatur zu verwandeln.
Bergbaugeschichte und Strukturwandel als Inspiration
Für die 32-Jährige sind Orte wie die Kokerei Hansa besonders spannend. Das Industriedenkmal erzählt von der Vergangenheit des Ruhrgebiets und macht zugleich den Wandel sichtbar.
Die Atmosphäre auf dem Gelände der Kokerei Hansa fasziniert die Stadtschreiberin
Bildquelle: Kristin TrübWolff ist beeindruckt von der Kulisse: "Was für eine Atmosphäre herrscht. Welche Materialien einem begegnen. Was für eine Mischung aus Industrie-, Natur- und Kultur-Rückaneignung da stattfindet."
In ihrer Arbeit setzt sie sich mit der Bergbaugeschichte auseinander, die das Ruhrgebiet bis heute prägt. Sie interessiert, welche Folgen der Strukturwandel für die Menschen hat und wie sie mit diesem Erbe umgehen.
Urbanes Idyll
Dabei geht es der Schriftstellerin nicht nur um einen negativen kritischen Blick auf die Vergangenheit. "Sondern auch, was entsteht hier daraus. Was sind Möglichkeiten für ein urbanes Idyll", sagt Wolff.
Clara Cosima Wolff schreibt ein Gedicht über Dortmund
Bildquelle: Kristin TrübWährend ihres Stipendiums lebt und arbeitet die Stadtschreiberin im Literaturhaus im Dortmunder Kreuzviertel. Dort sortiert sie ihre Eindrücke, Notizen und Rechercheergebnisse.
Langgedicht als literarisches Ziel
Das Ziel ist ein Langgedicht. Eine Art Gedankenstrom über mehrere Seiten. Einen kleinen Vorgeschmack gibt Wolff bereits:
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Noch ist ihr Gedicht nicht fertig. Bis Oktober läuft das Stipendium. Bis dahin nutzt Clara Cosima Wolff jede Gelegenheit, weitere Eindrücke zu sammeln, die schließlich zu einem poetischen Porträt Dortmunds zusammenfließen sollen.
Quellen:
- Interview mit Clara Cosima Wolff
- Pressemitteilung der Stadt Dortmund
Sendung: WDR.de, Strukturwandel inspiriert Dortmunder Stadtschreiberin, 24.08.2026, 07:15 Uhr
