Der Mann, der Städte zum Wimmeln bringt

WDR 03:17 Min. Verfügbar bis 29.07.2028

Aus Bielefeld für ganz Deutschland Der Mann, der Städte zum Wimmeln bringt

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Mehr als 23 Städte, über 200.000 verkaufte Bücher und ein Verlag, der kaum größer ist als eine kleine Boutique: In Bielefeld entstehen Deutschlands Städte-Wimmelbücher noch in echter Handarbeit.

10 Uhr morgens im Bielefelder Westen. Der größte deutsche Verlag für Städte-Wimmelbücher wirkt überraschend klein: Kein großes Verlagsgebäude, sondern ein Laden, der eher an eine Galerie erinnert. Hier arbeitet Roland Siekmann. Allein. Gemeinsam mit Illustratorin Brigitte Kuka entstehen hier Wimmelbücher für Städte in ganz Deutschland.

Angefangen hat alles mit Bielefeld

Von Freiburg bis St.-Peter-Ording ist alles dabei, doch angefangen hat alles mit Bielefeld. Vor zwölf Jahren hatte Siekmann eine einfache Idee: ein Wimmelbuch für seine Heimatstadt. Damals gab es Städte-Wimmelbücher für Berlin, Hamburg oder München, aber nicht für kleinere Städte wie Bielefeld.

Roland Siekmann steht vor dem Ladengeschäft des tpk Verlags, im Schaufenster stehen mehrere Wimmelbücher.

Verleger Roland Siekmann hat seine Nische mit den Städte-Wimmelbüchern gefunden.

"Das Buch ging weg wie warme Semmeln! Also sah ich das Potenzial in mittelgroßen Städten, nicht zu groß, nicht zu klein, mit einem gewissen Minderwertigkeitskomplex, die denken: Wow! Ein Buch für unsere Stadt!“ Roland Siekmann, tpk Verlag

Es folgen Paderborn, Bonn, Duisburg und viele weitere Städte. Heute umfasst die Reihe mehr als 23 Titel. Dazu kommen Sonderausgaben, etwa über Arminia Bielefeld.

Erst recherchieren, dann zeichnen

Bevor ein neues Buch entsteht, reist Siekmann mehrere Tage durch die jeweilige Stadt. "Ich nehme mein Fahrrad und meine Kamera mit und suche sieben Orte, die unbedingt ins Buch müssen", sagt der Verleger. Mit Fotos und Notizen geht es zurück nach Bielefeld. Dort übernimmt Brigitte Kuka. Sie zeichnet zunächst die Hintergründe, anschließend füllt sie die Szenen mit Hunderten kleiner Figuren. Am Ende werden die Illustrationen von Hand mit Aquarellfarben koloriert.

"Natürlich könnte ich auch alles im Programm erstellen, aber das handgemachte ist eben das Besondere, die Bilder sind nicht perfekt und das macht sie aus." Brigitte Kuka, Illustratorin

Die meisten Wimmelbücher sind heutzutage mit KI erstellt worden. Zu perfekt, findet Brigitte und das unterscheidet sie von den anderen Wimmelbüchern. Die Leute merken einfach, dass noch Liebe und Handarbeit drinsteckt.

Der erfolgreiche Wimmelbuch Verlag im Bielefelder Westen

Ein Verlag aus Bielefeld stellt Wimmelbücher für Städte in Deutschland her. Die Erfolgsgeschichte in Bildern.

Blick von außen durch das Schaufenster des tpk Verlags auf die ausgestellten Wimmelbücher, links im Bild Roland Siekmann.

Der Verlag im Bielefelder Westen: So klein wie eine Boutique, trotzdem einer der erfolgreichsten Wimmelbuch-Verlage in ganz Deutschland.

Nahaufnahme mehrerer Wimmelbücher; scharf im Vordergrund die Ausgaben aus Bielefeld und Köln, die übrigen stehen unscharf dahinter.

Was als eine Liebeserklärung an Bielefeld begann, wurde größer: Immer mehr deutsche Städte kamen als Wimmelbuch hinzu.

Illustrierte Doppelseite aus dem Bielefelder Wimmelbuch mit einer Szene auf dem Siegfriedplatz.

Und so sieht's aus im Buch: Ganz viele kleine Geschichten lassen sich hier auf dem Bielefelder Siegfriedplatz entdecken.

Nahaufnahme einer unfertigen Wimmelbuch-Illustration.

Bis so eine Seite fertig ist, fließt viel Herzblut und Handarbeit in die kleinen Zeichnungen. Bilder mit KI erstellen? Kommt für Verleger Roland Siekmann und Illustratorin Brigitte Kuka nicht in Frage.

Brigitte Kuka beim Illustrieren einer Seite des Wimmelbuchs.

Illustratorin Brigitte Kuka beobachtet nach Möglichkeit echte Menschen an den echten Plätzen, die sie später malt und lässt diese Momente in ihre Zeichnungen fließen.

Wimmelbücher aus vielen verschiedenen Städten stehen aufgereiht in einem Regal.

So viele Wimmelbücher: Damit hat Verleger Roland Siekmann nie gerechnet. Eigentlich wollte er nur ein einziges Buch für Bielefeld gestalten. Die Nische ist beliebter als gedacht.

Der Verlag im Bielefelder Westen: So klein wie eine Boutique, trotzdem einer der erfolgreichsten Wimmelbuch-Verlage in ganz Deutschland.

Was als eine Liebeserklärung an Bielefeld begann, wurde größer: Immer mehr deutsche Städte kamen als Wimmelbuch hinzu.

Und so sieht's aus im Buch: Ganz viele kleine Geschichten lassen sich hier auf dem Bielefelder Siegfriedplatz entdecken.

Bis so eine Seite fertig ist, fließt viel Herzblut und Handarbeit in die kleinen Zeichnungen. Bilder mit KI erstellen? Kommt für Verleger Roland Siekmann und Illustratorin Brigitte Kuka nicht in Frage.

Illustratorin Brigitte Kuka beobachtet nach Möglichkeit echte Menschen an den echten Plätzen, die sie später malt und lässt diese Momente in ihre Zeichnungen fließen.

So viele Wimmelbücher: Damit hat Verleger Roland Siekmann nie gerechnet. Eigentlich wollte er nur ein einziges Buch für Bielefeld gestalten. Die Nische ist beliebter als gedacht.

Jede Stadt hat ihren eigenen Charakter

Viele Figuren entstehen frei aus ihrer Fantasie. Für das neue Bielefeld-Wimmelbuch hat sich Kuka aber auch direkt inspirieren lassen. "Ich bin an bekannte Plätze gegangen und habe Menschen gefragt, ob ich sie fotografieren darf. Oder habe mir Skizzen von Menschen gemacht“, erklärt die Illustratorin.

Brigitte Kuka schaut in die Kamera und sitzt an einem Schreibtisch.

Brigitte Kuka illustriert die Wimmelbücher per Hand.

Nicht jede Stadt kennt sie persönlich. Trotzdem achtet sie auf Unterschiede. "Die Menschen in Köln kleiden sich einfach anders als die in Gütersloh."

Eine erfolgreiche Nische

Für Roland Siekmann ist genau diese Handarbeit der Grund für den Erfolg seines kleinen Verlags. Mehr als 200.000 Wimmelbücher wurden bislang verkauft, einige Städte sind bereits in der fünften Auflage erschienen.

"Ich bin froh, diese Nische gefunden zu haben und darin heute der Platzhirsch zu sein." Roland Siekmann, tpk Verlag

Stillstand gibt es nicht: Das nächste Wimmelbuch über Mönchengladbach ist bereits in Arbeit. Und weitere Ideen hat Siekmann längst: "Im Osten Deutschlands gibt es noch viele Lücken und viele schöne Städte", sagt er augenzwinkernd.

Unsere Quellen:

  • Beobachtungen und Gespräche der Reporterin vor Ort
  • Interview mit Verleger Roland Siekmann
  • Interview mit Illustratorin Brigitte Kuka

Sendung: WDR.de, Der Mann, der Städte zum Wimmeln bringt, 27.07.2026, 05:02 Uhr

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