Der Dortmunder Hartware Medienkunstverein (HMKV) war seiner Zeit schon immer voraus. 2014 etwa setzte er mit der Ausstellung "Böse Clowns" Maßstäbe. Damals widmete er sich der ambivalenten Figur des (bösen) Clowns in Filmen, Werbung und Serien und setzte damit neue Maßstäbe, wie man Medienkunst in Szene setzt.
Die Leiterin Inke Arns erinnert sich zurück: "Das Unheimliche war, dass auf einmal überall – in verschiedenen Städten - böse Clowns auftauchten. Bei uns ist es oft so, dass wir im HMKV Themen addressieren, in Ausstellungen, die dann erst später sehr präsent werden."
Ausstellungsräume im Dortmunder U
Bis zum Kulturhauptstadtjahr 2010 war der HMKV Kunstverein ohne feste Heimat. Die Ausstellungen fanden an verschiedenen Orten statt, etwa in der Phoenixhalle auf einem ehemaligen Zechengelände in Dortmund-Hörde. Als Ausstellungsraum ein Traum, erinnert sich Inke Arns. Allerdings seien einem im Winter die Füße abgefroren.
Inke Arns, Leiterin des HMKV
Dann kam der Einzug ins Dortmunder U, der ehemaligen Union-Brauerei am Bahnhof - eine Industriekathedrale und Dortmunds Wahrzeichen für das 21. Jahrhundert. Hier zeigt Inke Arns zwei bis drei Ausstellungen im Jahr, sinnlich und szenografisch inzeniert.
Trendsetter im Bereich Medienkunst
Mit ihrer Art Ausstellungen zu inszenieren hat Arns Maßstäbe gesetzt. Auch beim Thema Künstliche Intelligenz war sie ganz vorne dabei. Bereits vor zehn Jahren präsentierte der HMKV die Ausstellung "Digitale Demenz" und nahm dort viele Fragen vorweg, die uns heute mehr denn je umtreiben. Wie zum Beispiel trifft ein selbstfahrendes Auto Entscheidungen im Straßenverkehr?
Ausstellung mit Internet-Tutorials
Ein anderes Highlight war die Ausstellung "Jetzt helfe ich mir selbst!" Eine unterhaltsame Schau von Internet-Tutorials. Zum Beispiel zu der Frage: Wie flicke ich einen Platten am Fahrrad? Für manche Menschen geht eben nichts mehr ohne Internet. Solche Entwicklungen zeigt der Hartware Medienkunstverein.
Neuer Name zum Jubiläum
Der Name Hartware Medienkunstverein stammt dagegen noch aus den 90ern. Inke Arns lacht, wenn sie darauf angesprochen wird. Medienkunst sei für viele noch immer ein schwieriger Begriff, sehr nerdig! Damals wollten die großen Institutionen noch nichts von dieser Kunstart wissen.
Heutzutage ist Medienkunst für mich Kunst, die durchaus digital oder medial sein kann, aber die sich immer mit der gesellschaftlichen Auswirkung von Technologie beschäftigt. Inke Arns, Leiterin HMKV
Passend dazu benennt sich der Verein zum Jubiläum um in Kunsthalle Dortmund. Vom nerdigen Verein der 90er zur zentralen Kunstinstitution für alle, das passt! Denn heutzutage ist Medienkunst längst eine etablierte Kunstform - auch Dank des Dortmunder HMKV.
Unsere Quellen:
- Gespräch mit Leiterin Inke Arns
- Recherche von WDR-Reporter Peter Backof
Sendung: WDR 3, Mosaik, 24.07.2026, 06:10 Uhr