Pete Townshend: Die Windmühle von The Who

Zertrümmerte Gitarren, harte Riffs, spektakuläre Shows: Mit The Who schrieb Pete Townshend Rock-Geschichte und erlebte ein Auf und Ab wie kaum ein anderer. Am 31.05.1976 spielten The Who im Charlton Athletic Football Ground in London das bis dato lauteste Konzert aller Zeiten.

Pete Townshend im Nebel auf der Bühne

Es gibt eine Menge berühmter Gitarren-Gesten: Den Entengang von Chuck Berry. Das mit den Zähnen gespielte Solo von Jimi Hendrix. Und natürlich die Windmühle von Who-Gitarrist Pete Townshend – langer Arm, mit viel Schwung im hohen Bogen durchziehen, und dann: BANG! So sichert man sich einen Platz in den Geschichtsbüchern der Popkultur.

Pete Townshend

Geboren wird Peter Dennis Blandford Townshend am 19. Mai 1945 im Süden Londons. Mit 13 sieht er Bill Haley live, wenig später steht er selbst zum ersten Mal auf der Bühne. Er spielt Banjo, sein Schulfreund John Entwistle Trompete. Die Band nennt sich The Confederates und spielt traditionellen Dixieland-Jazz.

The Who

Doch die beiden bleiben nicht lange beim Jazz. 1961 steigt Entwistle bei einer Rock'n'Roll-Band namens The Detours ein und holt wenig später seinen alten Freund Pete nach. Den Gesang übernimmt ein gewisser Roger Daltrey. 1964 wird aus den Detours "The Who" – und mit Keith Moon kommt auch ein neuer Drummer an Bord.

Roger Daltrey, Pete Townshend, John Entwistle und Keith Moon

Harte Gitarrensounds, knackige Riffs, ein treibender Beat: Gleich mit ihrer ersten Single "I Can't Explain", die stark an die Kinks erinnert, lässt The Who aufhorchen. Und als Ende 1965 "My Generation" erscheint, hat die Band einen Song geschrieben, der sie den Rest ihrer Karriere begleiten wird.

Pete Townshend und The Who performen 1980

The Who etabliert sich schnell als "Bad Boys" unter den Bands der "British Invasion". Groupies, Partys, zerstörte Hotelzimmer: Pete Townshend und Co. lassen nichts aus. Auch die Liveshows sind spektakulär: Sänger Daltrey wirbelt sein Mikro wie ein Lasso und Townshend zertrümmert gerne mal seine Gitarre auf der Bühne.

Pete Townshend in der Rockoper "Tommy"

Townshend wird immer mehr zum musikalischen Bestimmer in der Band und verändert den Sound von The Who Ende der 60er deutlich. Die Rockoper "Tommy" ist die erste ihrer Art und zeigt Townshends Hang zur Theatralik und Gigantomanie. Ansonsten spult er das typische Rockstar-Programm der damaligen Zeit ab: Drogen, Alkohol, Egotrips.

Keith Moon, Pete Townshend, Roger Daltrey und John Entwistle 1978

Im Gegensatz zu vielen anderen Beat-Bands der 60er verharrt der Sound von The Who nicht in der vergangenen Dekade und schafft es, auch in den 70ern frisch und relevant zu klingen. Auf dem Album "Who's Next", das 1971 erscheint, experimentieren sie mit moderner Studiotechnik und Synthesizern – mit Erfolg.

The Who bei einer Pressekonferenz 1982

1978 stirbt Who-Drummer Keith Moon nach einer Party bei Paul McCartney an einer Überdosis Tabletten. Schon am folgenden Tag gibt Townshend bekannt, dass The Who weitermachen wird. Phil Collins bietet der Band seine Dienste als Schlagzeuger an. Doch letztendlich entscheidet sich Townshend für Kenney Jones, den früheren Drummer der Small Faces (rechts).

The Who 1982

1979 dann die nächste Tragödie: Bei einem Who-Konzert in Cincinnati sterben elf Fans im Gedränge am Einlass. Townshend versinkt in der Folge in Depressionen und versucht diese mit Heroin zu bekämpfen. 1982 verkündet The Who die eigene Auflösung und geht auf große Abschiedstour.

Zak Starkey, Roger Daltrey und Pete Townshend

Doch das Comeback lässt nicht allzulange auf sich warten. 1985 tritt The Who bei "Live Aid" auf, ab 1989 wird wieder regelmäßig live gespielt. Kenney Jones wird später durch Ringos Sohn Zak Starkey (links) ersetzt, und auch der Drogentod von Bassist John Entwistle im Jahr 2002 bremst The Who nur kurz. The show must go on – so hält es The Who bis heute.

Pete Townshend mit Begleitung im Auto 2003

2003 wird Townshend von der Polizei verhaftet und verhört. Er soll kinderpornografisches Material heruntergeladen haben. Townshend gibt an, sein Interesse diene lediglich der Recherche für seine Autobiografie, da er vermute, selbst als Kind missbraucht worden zu sein. Letztendlich lassen sich die Vorwürfe nicht erhärten, sein Ruf leidet dennoch schwer.

Roger Daltrey und Pete Townshend bei einem Auftritt 2019 in Atlanta

2006 erscheint "Endless Wire", das erste Studioalbum von The Who seit 24 Jahren. Die Platte verkauft sich zwar nicht besonders, aber live läuft es für die Band immer noch wie am Schnürchen: Die Arenen sind ausverkauft, die Fans enthusiastisch.

Pete Townshend und andere Künstler erhalten Kennedy-Preis

Pete Townshend wird im Laufe seines Lebens mit vielen Preisen bedacht: Grammy, Tony, Brit Award, Aufnahme in die "Rock'n'Roll Hall Of Fame" – um nur die bekanntesten zu nennen. 2008 werden er und Roger Daltrey im Weißen Haus mit dem Kennedy-Preis geehrt.

Pete Townshend auf der Bühne

Pete Townshend hat in seiner langen Karriere viele Höhen und Tiefen erlebt. Nur eines kam ihm nie in den Sinn: Aufgeben. Und so macht er auch im hohen Alter noch lange weiter. Als The Who 2025 auf offizielle Abschiedstournee in Nordamerika gehen, liegt ihr Debütalbum bereits 60 Jahre zurück.

Es gibt eine Menge berühmter Gitarren-Gesten: Den Entengang von Chuck Berry. Das mit den Zähnen gespielte Solo von Jimi Hendrix. Und natürlich die Windmühle von Who-Gitarrist Pete Townshend – langer Arm, mit viel Schwung im hohen Bogen durchziehen, und dann: BANG! So sichert man sich einen Platz in den Geschichtsbüchern der Popkultur.

Geboren wird Peter Dennis Blandford Townshend am 19. Mai 1945 im Süden Londons. Mit 13 sieht er Bill Haley live, wenig später steht er selbst zum ersten Mal auf der Bühne. Er spielt Banjo, sein Schulfreund John Entwistle Trompete. Die Band nennt sich The Confederates und spielt traditionellen Dixieland-Jazz.

Doch die beiden bleiben nicht lange beim Jazz. 1961 steigt Entwistle bei einer Rock'n'Roll-Band namens The Detours ein und holt wenig später seinen alten Freund Pete nach. Den Gesang übernimmt ein gewisser Roger Daltrey. 1964 wird aus den Detours "The Who" – und mit Keith Moon kommt auch ein neuer Drummer an Bord.

Harte Gitarrensounds, knackige Riffs, ein treibender Beat: Gleich mit ihrer ersten Single "I Can't Explain", die stark an die Kinks erinnert, lässt The Who aufhorchen. Und als Ende 1965 "My Generation" erscheint, hat die Band einen Song geschrieben, der sie den Rest ihrer Karriere begleiten wird.

The Who etabliert sich schnell als "Bad Boys" unter den Bands der "British Invasion". Groupies, Partys, zerstörte Hotelzimmer: Pete Townshend und Co. lassen nichts aus. Auch die Liveshows sind spektakulär: Sänger Daltrey wirbelt sein Mikro wie ein Lasso und Townshend zertrümmert gerne mal seine Gitarre auf der Bühne.

Townshend wird immer mehr zum musikalischen Bestimmer in der Band und verändert den Sound von The Who Ende der 60er deutlich. Die Rockoper "Tommy" ist die erste ihrer Art und zeigt Townshends Hang zur Theatralik und Gigantomanie. Ansonsten spult er das typische Rockstar-Programm der damaligen Zeit ab: Drogen, Alkohol, Egotrips.

Im Gegensatz zu vielen anderen Beat-Bands der 60er verharrt der Sound von The Who nicht in der vergangenen Dekade und schafft es, auch in den 70ern frisch und relevant zu klingen. Auf dem Album "Who's Next", das 1971 erscheint, experimentieren sie mit moderner Studiotechnik und Synthesizern – mit Erfolg.

1978 stirbt Who-Drummer Keith Moon nach einer Party bei Paul McCartney an einer Überdosis Tabletten. Schon am folgenden Tag gibt Townshend bekannt, dass The Who weitermachen wird. Phil Collins bietet der Band seine Dienste als Schlagzeuger an. Doch letztendlich entscheidet sich Townshend für Kenney Jones, den früheren Drummer der Small Faces (rechts).

1979 dann die nächste Tragödie: Bei einem Who-Konzert in Cincinnati sterben elf Fans im Gedränge am Einlass. Townshend versinkt in der Folge in Depressionen und versucht diese mit Heroin zu bekämpfen. 1982 verkündet The Who die eigene Auflösung und geht auf große Abschiedstour.

Doch das Comeback lässt nicht allzulange auf sich warten. 1985 tritt The Who bei "Live Aid" auf, ab 1989 wird wieder regelmäßig live gespielt. Kenney Jones wird später durch Ringos Sohn Zak Starkey (links) ersetzt, und auch der Drogentod von Bassist John Entwistle im Jahr 2002 bremst The Who nur kurz. The show must go on – so hält es The Who bis heute.

2003 wird Townshend von der Polizei verhaftet und verhört. Er soll kinderpornografisches Material heruntergeladen haben. Townshend gibt an, sein Interesse diene lediglich der Recherche für seine Autobiografie, da er vermute, selbst als Kind missbraucht worden zu sein. Letztendlich lassen sich die Vorwürfe nicht erhärten, sein Ruf leidet dennoch schwer.

2006 erscheint "Endless Wire", das erste Studioalbum von The Who seit 24 Jahren. Die Platte verkauft sich zwar nicht besonders, aber live läuft es für die Band immer noch wie am Schnürchen: Die Arenen sind ausverkauft, die Fans enthusiastisch.

Pete Townshend wird im Laufe seines Lebens mit vielen Preisen bedacht: Grammy, Tony, Brit Award, Aufnahme in die "Rock'n'Roll Hall Of Fame" – um nur die bekanntesten zu nennen. 2008 werden er und Roger Daltrey im Weißen Haus mit dem Kennedy-Preis geehrt.

Pete Townshend hat in seiner langen Karriere viele Höhen und Tiefen erlebt. Nur eines kam ihm nie in den Sinn: Aufgeben. Und so macht er auch im hohen Alter noch lange weiter. Als The Who 2025 auf offizielle Abschiedstournee in Nordamerika gehen, liegt ihr Debütalbum bereits 60 Jahre zurück.

Stand: 31.05.2026, 00:00 Uhr