Musiker gegen Wucherpreise bei Konzerttickets

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Aktuelle Stunde 12.05.2026 33:34 Min. UT Verfügbar bis 12.05.2028 WDR Von Thomas Kramer

Musikbranche wehrt sich Offener Brief fordert Regeln gegen Ticket-Wucher

Stand:

Von AnnenMayKantereit bis Die Toten Hosen: Musik-Acts und Verbände fordern in einem Offenen Brief Regeln für den Weiterverkauf von Konzerttickets.

Fast 2.000 Euro für ein Konzert-Ticket für AnnenMayKantereit. Band-Mitglied Christopher Annen konnte es kaum glauben, als er dieses Angebot auf einer Online-Plattform gesehen hat, sagte er im Gespräch mit dem WDR. Aber solche Preise sind keine Seltenheit. Studien zeigen: Auf inoffiziellen Plattformen liegen die Preise im Schnitt 250 Prozent über dem Originalpreis.

Wucher-Tickets verbieten

Gegen dieses Geschäft wollen Musikerinnen und Musiker nun vorgehen. Zusammen haben die Verbände Pro Musik und der Bundesverband der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft (BDKV) einen Offenen Brief verfasst. Unterzeichnet haben zahlreiche namhafte Acts aus der Branche. Darunter Nina Chuba, Deichkind und Die Ärzte. Sie fordern von der Bundesregierung, Wucher-Tickets zu verbieten.

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0630 - der News-Podcast 12.05.2026 20:54 Min. Verfügbar bis 11.05.2031 1LIVE

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Druck auf Bundesregierung

Christopher Annen ist Co-Vorsitzender von Pro Musik. In dem Offenen Brief fordern die Verbände klare gesetzliche Regelungen. Konzerttickets seien keine Spekulationsobjekte. Als Band hätten AnnenMayKantereit in ihren AGBs festgelegt, zu welchen Preisen Tickets weiterverkauft werden dürften.

Doch sie hätten keinerlei rechtliche Handhabe, wenn sich jemand nicht daran hält. Mit dem Offenen Brief soll Druck auf die Bundesregierung gemacht werden. Sie wollen klare Regeln und Preisdeckel.

Die hohen Preise sind unfair den Fans gegenüber. Christopher Annen, Bandmitglied von AnnenMayKantereit und Co-Vorsitzender von Pro Musik
Christopher Annen

Christopher Annen von der Band AnnenMayKantereit

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Immer wieder werden auch Tickets doppelt verkauft und die Käufer kommen nachher trotz hoher Kosten nicht rein. "Natürlich haben wir auch ein Interesse daran, dass Fans sich darauf verlassen können, dass ein Ticket, das sie kaufen, gültig ist", sagt Annen. "Dass die Fans eine gute Erfahrung haben und mit einem Lächeln da rausgehen und nicht denken: 'Boah, war das jetzt 300 Euro wert?'"

Konzertgänger oft bereit mehr zu zahlen

Nicklas Effertz

Student Nicklas Effertz musste für ein 'Rock am Ring'-Ticket ordentlich drauf zahlen.

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Die Verkäufer nutzen den Hype um Konzerte und Festivals aus - denn für die Lieblingband oder das Festival mit den Freunden zahlen viele zur Not auch ordentlich drauf - selbst wenn es weh tut. So ging es auch Nicklas Effertz aus Wuppertal: Weil er unbedingt zum ausverkauften Rock am Ring wollte, zahlte er 400 Euro für ein Ticket, statt der regulären rund 200 Euro.

"Ich würde mir wünschen, dass es anders wäre, aber die Zahlungsbereitschaft steigt einfach, wenn man Bock drauf hat", sagt ein Student bei einer WDR-Straßenumfrage an der Kölner Uni. Einige meiden aber auch die Onlineangebote. "Ich habe Angst, dass es nicht stimmt", sagt eine Studentin. "Da ist nicht so die Garantie und irgendwie trau ich mich dann nicht."

Rechtliche Vorgaben notwendig

Im Koalitionsvertrag haben Union und SPD festgelegt, dass sie den Ticketzweitmarkt stärker regulieren wollen. Bislang ist jedoch nichts in die Richtung passiert. Das Problem betrifft nicht nur Musik - sondern auch Fußballfans. Denn auch Stadion-Tickets sind von den hohen Preisen auf dem Zweitmarkt betroffen. Ebenso gravierend ist der Handel mit gefälschten Tickets oder Tickets, die mehrfach verkauft werden.

Vorbild Frankreich

Andere Länder seien da schon weiter. Der Offene Brief nennt Frankreich und Großbritannien als Vorbilder. In Frankreich sei der kommerzielle Weiterverkauf von Tickets seit Jahrzehnten eingeschränkt.

In Großbritannien müssten Originalpreis, Sitznummer und die Identität der Personen, die die Karten verkaufen, klar ausgewiesen werden. Die breite Unterstützung aus der Musikbranche zeige, dass es auch hierzulande entsprechende Regelungen brauche.

Unsere Quellen

Offener Brief von Pro Musik und BDKV
• Gespräch mit Christopher Annen

Sendung: WDR.de, 0630 - der Newspodcast, 12.05.2026

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