Die Wand-Reliefs von Yves Klein im Musiktheater Gelsenkirchen sind einzigartig. Erstmals verwendete der Künstler Ende der 50er Jahre Schwämme als Gestaltungsmittel. Sie geben den Werken ihre markante Struktur. Doch die unebene Oberfläche sorgt auch dafür, dass das Werk schwer zu reinigen ist. Denn Material und Farbe sind äußerst fragil.
Restaurierung als Studienprojekt
Nelly Paletta und Rabea Blasczyk haben während ihres Studiums an der TH Köln eine spezielle Methode entwickelt, mit der die Wandreliefs nun gereinigt werden. Dafür haben sie die Werke als Teil ihres Master-Absschlusses über mehrere Jahre betreut und ihre Beschaffenheit erforscht.
Inzwischen haben die beiden ihr Studium abgeschlossen und setzen ihre Arbeit als selbstständige Restauratorinnen fort. Dabei stehen sie weiterhin in engem Austausch mit der TH Köln sowie der zuständigen Denkmalbehörde und der Yves Klein Foundation. Unterstützt werden sie von sieben Studierenden aus Köln, Amsterdam und Wien.
Nahaufnahme des Wandreliefs von Yves Klein.
Spezielle Reinigungsmethode
Bei der Reinigung kommt unter anderem eine eigens entwickelte Methode zum Einsatz, bei der die Druck- und Saugluft kombiniert werden. Ein handgeführtes Gerät wirbelt die Staubpartikel mit einem feinen Luftstrom auf und saugt sie gleichzeitig direkt ab.
Ziel ist dabei nicht, die Staubschicht vollständig zu entfernen, sondern sie deutlich zu reduzieren, sagt Gunnar Heydenreich vom Institut für Restaurierungs- und Konservierungswissenschaft der TH Köln, das die Arbeit betreut.
Werk gibt Gelsenkirchen Bedeutung
Reinigungsarbeiten am Wandrelief von Yves Klein im Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen.
Yves Klein war noch fast unbekannt, als er die Werke 1957 speziell für den Theaterneubau in Gelsenkirchen entwarf. Weil seine eigene blaue Farbe zu leicht entzündlich war, wurde für das Theater ein spezielles "Gelsenkirchener Blau" entwickelt.
Die Leiterin des Referats Kultur der Stadt Gelsenkirchen, Andrea Lamest, zeigte sich bei einem Besuch der Arbeiten dankbar. Die einzigartigen Werke von Yves Klein würden nicht nur das Musiktheater prägen, wie sie sagte, sondern seien zudem Teil der Identität der Stadt Gelsenkirchen.
Unsere Quellen:
- Recherchen der Reporterin vor Ort
- Pressemitteilung der Stadt Gelsenkirchen
Sendung: WDR 3, 27.07.2025, 13.03 Uhr