Die Leiche des Jungen wurde am 28. Januar an einem See in Dormagen-Hackenbroich gefunden. Details nennt die Polizei bislang noch nicht, geht aber davon aus, dass Yosef getötet wurde.
Claudia Suthor von der Polizei Rhein-Kreis-Neuss sagt, dass ein Kapitalverbrechen immer wahrscheinlicher wird. Daher habe man auch eine Belohnung ausgesetzt für Hinweise, die zur Ergreifung des Täters führen - 5.000 Euro von der Stadt in Dormagen und 5.000 Euro von der Staatsanwaltschaft in Düsseldorf.
"Weil Yosef einfach ein netter Junge war"
Bürgermeister Erik Lierenfeld (SPD)
Bürgermeister Erik Lierenfeld (SPD) sagt, er hätte in den letzten Tagen mit vielen Menschen gesprochen, die den Jungen persönlich gekannt haben. Viele hätten einfach das Bedürfnis, von Yosef Abschied zu nehmen und ihrer Trauer Ausdruck zu verleihen. "Weil Yosef einfach ein netter Junge war", sagt er.
"Ich weiß, was für eine Wunde das hier in unsere Stadt reißt." Bürgermeister Erik Lierenfeld (SPD)
Plakat mit Belohnung für Hinweise zum Tötungsdelikt am 14-jährigen Yosef
Der 14-Jährige sei Klassensprecher gewesen und hätte sich auch in vielen örtlichen Vereinen engagiert, erklärt Lierenfeld. Für ihn und seine Familie sei der Stadtteil besonders wichtig gewesen - "Umso schlimmer, dass er jetzt hier aus unserer Mitte gerissen wurde", sagt der Bürgermeister.
Teilnehmer wollen ihrer Trauer Ausdruck verleihen
Viele Dormagener fanden sich zum Trauermarsch zusammen
Zusammen mit der Schule und den Vereinen habe man überlegt, wie man der Trauer Ausdruck verleihen könne, sagt der Bürgermeister. Ursprünglich sei eine Lichterkette geplant gewesen, man habe sich dann jedoch für einen Trauermarsch entschieden, weil das einfach besser zu begleiten sei.
"Dann haben aber alle mit ihren Kerzen und mit ihrem Dasein dem Ausdruck verliehen, dass Yosef auch immer noch nicht allein ist." Bürgermeister Erik Lierenfeld (SPD)
Kerzen und Rosen vor der Geflüchteten-Unterkunft
Der Trauermarsch startete an dem Ort, wo die Leiche des 14-jährigen Jungen gefunden wurde. Von dort aus zog er ungefähr 3,2 Kilometer bis zu seinem "Lebensort" - der Trauermarsch sei also "so ein bisschen die Verbindung von dem Ort, wo er gefunden wurde bis zu dem, wo er gelebt hat."
Kerzen zum Gedenken waren in ganz Dormagen zu sehen
Die Mutter habe noch mal ganz deutlich gesagt, dass ihr das Wichtigste sei, dass die Tat aufgeklärt wird, sagt Lierenfeld. Außerdem brauche die Familie jetzt Zeit, um zu trauern.
Viele Menschen nehmen an dem Trauermarsch teil
Zu Beginn des Trauermarschs hatten die Menschen Kerzen ausgestellt - an dem See, an dem die Leiche des 14-Jährigen gefunden wurde.
Schulkameraden Asil und Mustafa
Eine Frau erzählt, dass sie den Jungen vom Sehen kannte. Sie sagt: "Ich verstehe es nicht. Ich finde es grausam. Warum man das einem 14-jährigen Kind antut?" Gleichzeitig freut es sie, wie viele Menschen zu dem Trauermarsch gekommen sind. "Ich finde das Wahnsinn - von überall kommen die her", sagt sie.
"Das er auf einmal nicht mehr da ist, von jetzt auf gleich, ist unvorstellbar. Warum tut man einem Kind so was an?" Bekannter von Yosef, auf dem Trauermarsch
Asil und Mustafa sind auch zu dem Trauermarsch gekommen. Beide kannten Yosef von der Schule. Asil beschreibt ihn als "nett, lustig, sportlich und hilfsbereit". Und Mustafa sagt: "Er war einer der Personen, die richtig viele Freunde hat".
Unsere Quellen:
- Reporterin vor Ort
- Interview mit Bürgermeister Erik Lierenfeld (SPD)
- Nachrichtenagentur DPA
Sendung: WDR Fernsehen, Aktuelle Stunde 18.45 Uhr, 01.02.2026, 18.45 Uhr
Sendung: WDR2, WDR aktuell, 01.02.2026, 18:50 Uhr