Zahl der Fahrrad-Diebstähle fast halbiert
Aktuelle Stunde . 17.04.2026. 25 Min. 5 Sek.. UT. Verfügbar bis 17.04.2028. WDR. Von Fritz Sprengartz.
Zahl der Fahrraddiebstähle in NRW hat sich in 20 Jahren fast halbiert
Stand:
Gute Nachricht für Radfahrer: Die Zahl der Fahrraddiebstähle hat sich in den vergangenen 20 Jahren in Nordrhein-Westfalen fast halbiert.
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Zu den Kommentaren [5]Das hat das NRW-Innenministerium auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa) mitgeteilt. Wurden im Jahr 2006 in NRW noch 100.290 Fahrräder gestohlen, waren es im vergangenen Jahr nur noch 53.380. Das entspricht einem Rückgang von 47 Prozent.
Fahrraddiebstähle: Aufklärungsquote wieder besser
Der Anteil der erfassten Diebstahlversuche stieg in diesem Zeitraum allerdings von einem Prozent auf 4,8 Prozent. Gleichzeitig konnte die Polizei die Aufklärungsquote bei diesem Delikt verbessern. Bei fast jedem zehnten Fahrraddiebstahl (9,5 Prozent) konnte die Behörde einen oder eine Verdächtige ermitteln. Auch das ist der beste Wert der vergangenen 20 Jahre. Zwischenzeitlich war die Quote auf 7,1 Prozent gesunken.
Trotz dieses Erfolgs sank die Zahl der ermittelten Tatverdächtigen - einfach, weil die Fallzahl so deutlich sank. Dabei stieg im Verhältnis der Anteil der nicht-deutschen Verdächtigen von 19 auf 43 Prozent.
Fahrräder werden vor allem im Sommer gestohlen
"Dass weniger Fahrräder geklaut werden, ist kein Zufall. Immer mehr Menschen sichern ihre Fahrräder viel besser als früher", sagte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU). "Das zeigt, dass unsere Präventionsarbeit ankommt. Gerade bei teuren Pedelecs schauen viele genauer hin und investieren in gute Sicherheitsmaßnahmen. Das zahlt sich aus."
Klar sei für Reul aber auch:
Wo teure Fahrräder zu finden sind, sind Langfinger oft nicht weit. Herbert Reul, NRW-Innenminister
"Deshalb bleiben wir dran - mit gezielter Aufklärung und sichtbarer Präsenz auf der Straße", so der Innenminister.
Im Gegensatz zu den Wohnungseinbrüchen, die sich im Winter häufen, werden Fahrräder vermehrt in den Sommermonaten gestohlen. Es sei wichtig, so der NRW-Innenminister, die Räder mit massiven Stahlketten, Bügel- oder Panzerkabelschlössern zu sichern und an fest verankerten Gegenständen anzuschließen - oder wenn möglich in gesicherten Räumen abzustellen.
Aber auch Maßnahmen, wie das Codieren von Rädern oder das Ausstatten mit einem Chip, mit dem das Rad im Falle eines Diebstahls geortet werden kann, schrecke Fahrraddiebe ab.
Tipps gegen Fahrraddiebstahl von der Polizei NRW
- Fahrrad an hellem, belebten Ort abstellen
- Nicht beim Kauf des Fahrradschlosses sparen
- Mit robustem Schloss möglichst an einen festen Gegenstand (Laterne, Fahrradständer) schließen
- Gegebenenfalls zwei Schlösser nutzen, um Diebe abzuschrecken
- Fahrrad codieren oder mit einem ortbaren Chip ausstatten
- Fahrrad in der polizeilichen Fahrradhalterdatei ISFASS registrieren lassen
Unsere Quellen:
- Nachrichtenagentur dpa
- Ministerium des Innern des Landes Nordrhein-Westfalen
Sendung: WDR 4, WDR aktuell, 17.04.2026, 8 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Aktuelle Stunde, 17.04.2026, 18.45 Uhr
5 Kommentare
Kommentar 5: Maximilian schreibt am 19.04.2026, 13:19 Uhr :
Jedes hochwertige Rad sollte zwei GPS-Tracker haben. Einen fest verbauten und einen integriert im Schloss. Beide Systeme müssen interagieren. Wenn ein System beschädigt wird, muss das andere sofort Nachricht auf das Handy der Eigentümer senden und die Koordinaten bei Bewegung mitteilen. Die Akkus sollten nur geladen werden können, wenn der Eigentümer sich vorher per Code verifiziert. Das Problem ist doch, dass alle hochwertigen Schlösser von jeder Akkuflex für 25€ schnell geknackt werden können. Einfache Bügelschlösser können sogar mit Spezialschlüsseln aufgeschlossen werden. Das sind meine Gedanken zur Bekämpfung des Diebstahls von Rädern.
Kommentar 4: Maximilian schreibt am 18.04.2026, 11:03 Uhr :
Vergleichsmaßstab 2006 ist nicht sinnvoll. Die vielen E-Scooter haben nämlich den Gelegenheitsdiebstahl verringert. Nicht-Deutsche-Täterschaft ist aber sinnvoll aufzuführen, weil es sich hier um organisierte Kriminalität handelt und meist um den Diebstahl sehr hochwertiger E-Bikes oder Sport-Fahrräder. Diese werden nämlich im EU-Ausland auf prominenten Märkten verkauft. Interessant sind auch die steigenden Versicherungssummen. Es hat sich Mal wieder nichts zum positiven gewandelt, auch wenn der Artikel etwas anderes darstellt.
Kommentar 3: Edwina schreibt am 18.04.2026, 10:07 Uhr :
Es gibt sehr sichere Schliesssysteme, ausserdem immer an Laternen, Zäunen oä anschließen. Auf diese Weise ist mir seit 55 Jahren kein einziges Fahrrad gestohlen worden. Eigentlich ganz einfach und kein Problem!!!
Antwort von Ulrike , geschrieben am 19.04.2026, 06:40 Uhr :
Bei uns werden täglich durchschnittlich 1,4 Fahrräder gestohlen. Letztes Jahr wurde leider auch meins gestohlen, obwohl ich es mit einer hochwertigen Schließkette am Fahrradständer gesichert hatte. Das Schlimmste ist aber, dass der Polizist mir bei der Aufnahme der Anzeige bereits vermittelt hat, dass das Verfahren eingestellt wird....
Kommentar 2: Marc schreibt am 17.04.2026, 19:07 Uhr :
Wie schön, dass es auch positive Entwicklungen gibt, über die man berichten kann. Sinnvoll ist es übrigens, dass als Vergleichsmaßstab 2006 genommen wurde und man nicht aus einer kurzfristigen Entwicklung Schlüsse zieht. Ein besseres Verständnis für die Zahlen wäre allerdings erreicht worden, wenn die Anzahl der Räder genannt worden wäre und nicht Tatverdächtige, sondern überführte Täter in den Artikel einfließen. Der Ausdruck ‚nicht-deutsche Verdächtige ist so vage wie gefährlich, da ein Verdacht schnell geäußert ist. Und wer ist ‚wir‘ in ‚unsere Präventionsarbeit‘? Seit 2014 sinken die Zahlen (mit einem Corona-Knick). Welche Maßnahmen von welchen Behörden haben sich denn da ausgewirkt? Ist das belegt, dass Präventionsmaßnahmen einen Effekt hatten?
Kommentar 1: Pedda schreibt am 17.04.2026, 17:54 Uhr :
Pedda fährt nur Drahtesel, die älter als 30 Jahre sind. Die nimmt keiner mit, auch wenn sie mal nicht angekettet sind.
Antwort von Elena - 1984 , geschrieben am 17.04.2026, 19:02 Uhr :
Kommt drauf an. Für mein 40 Jahre altes Rennrad aus Stahl wurde mir letztens relativ viel Geld geboten. Es scheint noch Liebhaber für gute alte Qualitätsräder zu geben :-) Aber stimmt schon. Auf meinem Schreibtisch landen so gut wie keine Schadenanzeigen geklauter alter Räder mehr. Alles nur noch eBikes. Mein Trekkingrad ohne E schliesse ich trotzem immer ab. Habe mal erlebt dass jemandem auf einer Radtour das Rad geklaut wurde während er mal kurz austreten war. Ist dann doof nach Hause zu kommen so mitten im Nirgendwo...