Handy am Steuer: Verstärkte Kontrollen der Polizei in NRW

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Die Polizei kontrolliert ab heute eine Woche lang besonders stark, ob Autofahrer ein Handy nutzen. Es ist eine europaweite Aktion, bei der die Polizei auch bei Lastwagen- und Fahrrad-Fahrern genauer hinschaut. Das Wichtigste im Überblick.

Mal eben auf dem Handy nachschauen, wer geschrieben hat - obwohl man gerade am Steuer sitzt und Auto fährt. Das ist verboten, viele tun es trotzdem. Heute startet dazu eine europaweite Kontrollwoche. Dabei soll geprüft werden, ob Autofahrer, Lastwagenfahrer aber auch Radfahrer elektronische Geräte nutzen.

Die Aktionswoche steht unter dem Motto: "Focus on the Road", also "Konzentrieren Sie sich auf die Straße". Initiiert werden die Kontrollen von dem europaweiten Polizei-Netzwerk "Roadpol". Das steht für "European Roads Policing Network".

Das Netzwerk ist aus einem Zusammenschluss von Verkehrspolizeien aus der EU hervorgegangen. Das Ziel: weniger Verkehrstote und Schwerverletzte nach Verkehrsunfällen auf Europas Straßen.

Europaweite Kontrollaktion gegen Ablenkung am Steuer WDR Studios NRW 06.10.2025 01:03 Min. Verfügbar bis 06.10.2027 WDR Online

Warum ist die Smartphone-Ablenkung so gefährlich?

So weit fahrt ihr blind, wenn ihr kurz auf das Handy guckt. | Bildquelle: WDR

Geht der Blick nur kurz weg von der Straße, fahren Menschen mehrere Meter quasi im Blindflug. Die Polizei NRW rechnet vor: Wer bei Tempo 50 nur zwei Sekunden lang Whatsapp-Nachrichten checkt, sieht 30 Meter lang nicht, was vor ihm passiert. Dem abgelenkten Autofahrer entgeht, ob der Vordermann bremst, die Ampel auf Rot springt oder plötzlich ein Kind auf die Fahrbahn läuft.

Wie viele Unfälle sind auf "Handy am Steuer" zurückzuführen?`

Das lässt sich nur schätzen, weil Ablenkung (u.a. durch mobile Endgeräte) als Unfallursache bislang noch gar nicht explizit erfasst wird. In der Unfallstatistik taucht der Punkt nicht auf. Fachleute gehen davon aus, dass Ablenkung bei etwa jedem dritten Unfall und jedem zehnten Verkehrsunfall mit Verletzten die Unfallursache ist.

Polizei hält Autos zur Kontrolle an | Bildquelle: imago/Future Image/Christoph Hardt

Dabei ist die Dunkelziffer entsprechend hoch, weil die meisten Verstöße gar nicht erst auffallen. Nur in Ausnahmefällen, wie bei schweren Unfällen ohne erkennbare Ursache oder nach Hinweisen, werden Handys überhaupt ausgewertet.

Ist Handy am Steuer komplett tabu?

Ja! Selbst die Hand am Handy ist verboten. Anders gesagt: Nicht nur Telefonieren und Nachrichten schreiben sind während der Fahrt tabu. Das Ladekabel einstecken oder einen Anruf ablehnen sind untersagt, wenn man dabei aufs Handy tippen muss.

Bereits der Griff zum Handy ist strafbar, lediglich ein kurzer Blick ist erlaubt, vergleichbar mit einem kurzem Blick auf den Tacho. Und: die Nutzung ist auch nur dann erlaubt, wenn das Fahrzeug steht und der Motor ausgeschaltet ist.

Befindet sich das Handy in einer Halterung, dann darf man es entweder mit einer Sprachsteuerung oder kurz mit der Hand bedienen - Voraussetzung laut Straßenverkehrsordnung: Dafür darf nur ein kurzer Blick aufs Gerät erfolgen, der den Straßen-, Verkehrs- und Sichtverhältnissen angepasst ist.

Wie hoch sind die Strafen beim Handy am Steuer?

Wer bei der Autofahrt das Handy nutzt, muss laut dem Bußgeldkatalog mit über 120 Euro und einem Punkt in Flensburg rechnen. Bei Gefährdung anderer erhöht sich das Bußgeld auf über 170 Euro und es gibt zwei Punkte sowie einen Monat Fahrverbot.

Bei Sachbeschädigung sind mehr als 220 Euro, zwei Punkte sowie ein Monat Fahrverbot fällig. Das gilt übrigens auch für Radfahrer: Auf dem Rad mit dem Handy zu hantieren kann 80 Euro und mehr kosten.

Unsere Quellen:

  • Polizei NRW
  • Nachrichtenagentur DPA
  • Bußgeldkatalog

Kommentare zum Thema

  • W.W. 07.10.2025, 20:40 Uhr

    Unsere hochschwangere Tochter wurde 2024 aus unserem Leben gerissen obwohl sie angeschnallt war. Sie stand im Stauende als ein Sprinterfahrer bei 120 km/h sein Handy an das Ladekabel stecken wollte.... Drei weitere Autos wurden dadurch zusammen geschoben. Nach 90 Metern kam der Sprinterfahrer erst zum Stehen. DAS IST KEIN KAVALIERSDELIKT. Die Strafen für dieses Vergehen sind viel zu gering, um abschreckend zu wirken. Die Aktionswoche ist schon mal ein Anfang und erregt Aufmerksamkeit. Zudem sollten die Fahrschulen sich in der Verantwortung sehen damit die angehenden VerkehrsteilnehmerInnen die Finger vom Handy lassen.

  • Franziska 1 06.10.2025, 18:02 Uhr

    Diese Aktion Handy weg beim lenken eines Verkehrsfahrzeug, auch beim Lkw und Fahrrad, hat den Sinn das Mal die Fahrer ihr Verhalten am Steuer überdenken. Gedankenlos wird von Fahrer am Steuer telefoniert, die Gefahr dabei wurde anscheinend wieder vergessen. Ich finde, es ist keine Kontroll- Schikane, es ist wichtig wieder daran erinnert zu werden. Wer die Kontrollen kritisiert, telefoniert er am Steuer? Es ist eine Sucht geworden immer erreichbar zu sein. Dabei ist es so einfach bei Gelegenheit zurück zurufen. Es ist sicherer für jeden, als ein Risiko einzugehen und evtl. Strafe zahlen. Wenn ein Beifahrer dabei ist, dann kann er den Anruf- Job leisten und das Handy übernehmen. Single im Auto haben halt schlichtweg Pech für wenige Minuten bis man Stopp machen kann.

  • Brigitta S. 06.10.2025, 17:18 Uhr

    Eine europaweite Aktion der Kontrolle ob ein Handy am Ohr oder in der Hand sich befindet, mag Erfolge bringen bei der Kontrolle. Bei einer angemeldeten Aktionskontrolle, da wird jeder schon gewarnt sein und das Handy im Auto weglassen. Warum müssen Handybesitzer bei jedem „Pups vom Handy“ nachschauen wer anruft oder ein SMS schreibt, während einer Fahrt?. Das machen die Leute, die ohne Handy meinen sie könnten nicht mehr leben und tun sich diesen gefährlichen Stress beim Autofahren an. Sie werden abgelenkt und vergessen, wie schnell ein fremdes oder ihr eigenes Leben ausgelöscht werden kann. Nicht anhalten zu wollen bei passender Gelegenheit um zurückzurufen, dabei spielt jeder mit seinem eigenen Schicksal bei der Autofahrt. Was ich anzweifle, dass weniger Verkehrstote und Schwerverletzte bei Verkehrsunfällen auf Europas Straßen erzeugt werden nach den Kontrollen. Ablenkung anderer Art sind genügend vorhanden im Auto, ich bin überzeugt die Fälle braucht man hier nicht auflisten.