In einem Experiment haben die Autoren der Studie des Deutschen Zentrums für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM) nahezu identische Bewerbungen mit typisch deutsch-klingenden Namen und mit ausländisch-klingenden Namen verschickt. Das Ergebnis: Auf die Bewerbungen mit deutsch-klingende Namen kamen öfter Antworten und Termine für Besichtigungen.
Zudem befragten die Forscher für den Bericht mit dem Titel "Gewohnt ungleich. Rassismus und Wohnverhältnisse" insgesamt 9.500 Menschen. Und auch hier wurde das Bild bestätigt.
Zwei Gruppen besonders betroffen
Demnach sind vor allem Schwarze und Muslime betroffen. Jeder Dritte in dieser Gruppen hat bereits Diskriminierungserfahrungen bei der Wohnungssuche gemacht und wurde beispielsweise nicht zu Wohnungsbesichtigungen eingeladen.
Erfahrungen, die auch viele Menschen in NRW machen, wie die Geographin Hannah Brill berichtet. "Was wir häufig gehört haben, waren Dinge, die man nicht so richtig einordnen kann", sagt Brill, die für den Runden Tisch für Integration eine Untersuchung zum Kölner Wohnungsmarkt gemacht hat.
So hätten Bewerberinnen und Berwerber nur sehr "geringe Antworten" bekommen oder 500 E-Mails verschickt und keine Antwort bekommen.
Ansätze gegen Diskriminierung
Wer solche Erfahrungen macht, sollte sich umgehend Hilfe suchen, empfiehlt die Bundesbeauftragte für Antidiskriminierung, Ferda Ataman. Etwa bei kommunalen Beratungsstellen. Laut der Forscherin Hannah Brill würde auch eine Schärfung der Gesetze helfen.
Sie spricht sich außerdem etwa für anonyme Bewerbungen aus, die etwa in den Niederlanden zum Teil schon üblich seien. Außerdem seien bei kommunalen und staatlichen Unernehmen Schulungen wichtig.
Unsere Quellen:
- Gewohnt ungleich. Rassismus und Wohnverhältnisse", Studie des Deutschen Zentrums für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM)
- Gespräch mit Geographin Hannah Brill
- Nachrichtenagentur AFP
Sendung: News, 1LIVE, 08.12.2025, 13 Uhr