Blackout: Wenn's dunkel wird, braucht's Diesel Aktuelle Stunde 06.01.2026 23:10 Min. UT Verfügbar bis 06.01.2028 WDR Von Alexander Roettig

Stromausfall: So kann man sich besser auf einen Blackout vorbereiten

Stand:

In Berlin sind nach einer Brandstiftung derzeit noch 30.000 Haushalte ohne Strom. Kein Licht, keine Heizung, keine Elektrogeräte - wie kann man sich eigentlich auf einen solchen Ausnahmezustand vorbereiten? Wir haben Tipps gesammelt.

Von Katja Goebel

Ein Stromausfall legt gerade Teile der Hauptstadt lahm. Nach einem Brandanschlag auf Kabelleitungen wurde am Samstag die Stromversorgung in gleich mehreren Berliner Stadtteilen komplett gekappt - mit massiven Auswirkungen für die Menschen im Alltag. Anfangs waren sogar rund 45.000 Haushalte von dem großen Blackout betroffen.

Zu dem Anschlag bekannt hat sich die sogenannte "Vulkangruppe", die vom Bundesverfassungsschutz als linksextremistisch eingestuft wird. Die Bundesregierung schätzt diese Motivation als plausibel ein, betont aber, dass die "Authentizität des Bekennerschreibens bislang nicht abschließend geklärt" sei.

Nach Einschätzung von NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) können sich solche Angriffe auf die kritische Infrastruktur auch jederzeit bei uns ereignen. "Wir haben eine Infrastruktur, die angreifbar ist", so Reul im Interview mit dem WDR. Das Thema sei über viele Jahre nicht ernst genommen worden.

Keine Heizung, kein Herd, kein Licht

Ein solch großer Stromausfall kann fatale Folgen haben, die in sämtlichen Bereichen spürbar sind: Die Heizung bleibt kalt, es gibt kein Licht, die Elektrogräte arbeiten nicht. Ob Herd, Backofen, Mikrowelle oder Kühlschrank - nichts läuft mehr. Aus dem Hahn kommt kein warmes Wasser. Es gibt kein Internet und das Mobilfunknetz fällt aus. Wichtige Infos über Radio oder Fernseher empfangen - ebenfalls Fehlanzeige.

Hinweisschild vor einem geschlossenen Supermarkt | Bildquelle: dpa

Auch viele Geschäfte oder Tankstellen in den betroffenen Gebieten haben geschlossen. Züge fahren möglicherweise nicht mehr. Bankautomaten spucken kein Geld mehr aus und Restaurants können keine Gäste mehr bewirten. Bezahlen mit Karte oder Handy ist ebenfalls nicht möglich. Straßen bleiben dunkel.

Vorräte, Kerzen, Batterien,

Vorbereitung auf Notfallsituation | Bildquelle: picture alliance

Wie könnte man sich auf einen solchen Blackout, der möglicherweise über mehrere Tage anhält, eigentlich vorbereiten? Um für einen Stromausfall gewappnet zu sein, können ein paar einfache Vorkehrungen getroffen werden. Diese Dinge solltet ihr idealerweise auf Lager haben:

  • Haltbare Lebensmittel und Wasserflaschen für mehrere Tage
  • Kerzen, Taschenlampe oder Campinglampen
  • Vorrat an Batterien
  • Aufgeladene Powerbank
  • Campingkocher mit Gaskartusche
  • Batteriebetriebenes Radio

Eine komplette Checkliste für Katastrophenfälle gibt es auf der Seite des BBK. In einer 40-seitigen Broschüre informiert das BBK detailliert darüber, welche Vorkehrungen man zuhause für Notsituationen treffen kann.

Kochen ohne Strom und Wasservorräte

Auch für Notsitiationen: Kochen mit dem Gaskocher | Bildquelle: picture alliance

Kleinere Mahlzeiten können auf einem Campingkocher zubereitet werden. Wer einen Balkon oder Garten hat, kann dort immerhin einen Grill mit Holzkohle oder Gas betreiben. Doch Vorsicht: Kein offenes Feuer oder Grills in der Wohnung benutzen – neben Brandgefahr besteht Erstickungsgefahr durch Kohlenmonoxid.

Für den Fall, dass kein Wasser mehr aus der Leitung kommt, rät das Bundesamt für Katastrophenschutz dazu, idealerweise zwei Liter pro Person und Tag im Haus zu haben. Der Wasserbedarf für drei Personen für drei Tage beträgt damit 18 Liter.

Kontakte speichern

Fällt der Strom aus, sind auch die Kontaktmöglichkeiten eingeschränkt. Festnetztelefone oder Handys sind nicht mehr einsatzbereit. Und wer hat eigentlich noch wichtige Rufummern im Kopf? Tipp: Eine ausgedruckte oder handschriftliche Liste mit wichtigen Nummern hilft, wenn man nicht mehr auf digital gespeicherten Kontakte zugreifen kann.

Eine Powerbank ist ein wieder aufladbarer Akku, an den verschiedene Geräte angeschlossen werden können. Mit einer Powerbank kann das Mobiltelefon oder der Laptop bei Stromausfall laden.

Hilfe im Notfall

Es ist hilfreich zu wissen, wo man sich im Notfall vor Ort informieren kann - zum Beispiel in Rathäusern oder an so genannten Notfalltreffpunkten der Stadt. Wenn das Telefonieren nicht mehr funktioniert, können Notfallmeldungen an diesen Treffpunkten abgesetzt werden. Die Anlaufstellen dienen auch zum Austausch von Informationen. So hat beispielsweise die Stadt Essen 17 solcher "Notfall-Infopunkte" im Stadtgebiet eingerichtet, in Arnsberg gibt es 15 Notfall-Treffpunkte.

Die Notfalltreffpunkte der Gemeinden können unterschiedliche Leistungen bereitstellen. Welche das sind, kann man bei der Gemeindeverwaltung erfragen. Informiert euch am besten im Vorfeld.

Wie wahrscheinlich ist ein riesiger Stromausfall?

In Deutschland sei ein großflächiger, langanhaltender Stromausfall laut dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) zwar unwahrscheinlich, ganz ausgeschlossen sei er allerdings nicht. Neben Anschlägen können auch extreme Wetterlagen oder versehentliche Beschädigungen durch Baustellen zu Stromausfällen führen.

Unsicherheiten und viele Fragen gab es auch nach dem riesigen Stromausfall in ganz Spanien im April 2025. Dabei war vermutlich zu viel Strom im Netz die Ursache. Wie Klaus Müller, Chef der Bundesnetzagentur, damals erklärte, sei das in Deutschland sehr unwahrscheinlich. Im WDR-Interview erklärte er, dass unser Stromnetz besonders sicher aufgebaut sei. Wenn irgendwo eine Leitung ausfalle, übernehme automatisch eine andere.

Nach dem Anschlag auf das Berliner Stromnetz fordert der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) nun eine "Neubewertung bestehender Transparenzpflichten". Strom- und Gasnetzbetreiber seien derzeit rechtlich verpflichtet, ihre Infrastruktur in der Öffentlichkeit für jedermann "quasi auf dem Silbertablett" zu präsentieren, erklärte Verbandschefin Kerstin Andreae. Diese Regelungen sollten eingeschränkt oder angepasst werden.

Stromausfälle keine Seltenheit

Kurzfristige Stromausfälle, die ganze Stadtteile betreffen, sind hingegen gar nicht so selten. Auch in NRW gab es in letzter Zeit immer mal wieder solche Ausfälle. So fiel beispielsweise im Februar 2025 der Strom in Gladbeck aus, im März gab es einen großflächigen Ausfall im sauerländischen Hemer, bei dem 15.000 Menschen betroffen waren. In Neuss waren im Mai Teile der Neusser Innenstadt ohne Strom. In Euskirchen waren im Juni 20.000 Menschen kurzfristig ohne Strom.

In Berlin wird es vermutlich länger dauern, bis der Strom wieder normal fließt. Momentan geht man davon aus, dass es bis Donnerstag dauern könnte. Ein Grund dafür: An den Hochspannungskabeln müsse laut Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey bei Plusgraden gearbeitet werden, was unter anderem beheizte Baustellen erfordere.

Unsere Quellen:

Sendung: WDR Fernsehen, Aktuelle Stunde, 06.01.2025, 18:45 Uhr

Kommentare zum Thema

  • Anonym 07.01.2026, 13:33 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er gegen unsere Netiquette verstößt. (die Redaktion)

  • Brigitta S. 07.01.2026, 13:16 Uhr

    Linke Gruppen könnt ihr nicht anderes, als so erbärmlich politisch prostieren und die Bürger mit eurer Tat über sie bestimmen? Hässlich und dumm ist euer gemachter Stromausfall. Habt ihr keine Kinder, kranke Menschen und keine Senioren in euerer Familie? So werdet ihr die Welt nicht zum Guten verändern, weil eure Einstellung zu den Bürger kein humanes Denken aufweist.

    • Brigitta S. 07.01.2026, 14:54 Uhr

      Korrektur: Linke Gruppen könnt ihr "nichts" anderes, als so erbärmlich politisch "protestieren"....?

  • Bernd 07.01.2026, 10:55 Uhr

    Blinde Zerstörungswut und Frustration linker Gruppen gepaart mit messianischem Rettungseifer. Terrorakte gegen die deutsche Zivilbevölkerung werden mit vorgeblichen hohen Werten ( Umwelt, soziale Gerechtigkeit) gerechtfertigt und finden vielleicht noch Resonanz bei entsprechenden Parteien.

    • Frank55 07.01.2026, 13:22 Uhr

      Es geht im Artikel ums Preppern. Im Übrigen: Könnten auch sog. Wegwerf-Agenten gewesen sein, bezahlt vom russischen Geheimdienst. Mal abwarten, ob die Vulkangruppe gefasst wird.