Tag der offenen Moschee
Aktuelle Stunde . 03.10.2025. 33:56 Min.. UT. Verfügbar bis 03.10.2027. WDR. Von Andrea Moos.
Tag der offenen Moscheen: Mit Offenheit gegen Vorurteile
Stand:
Am Tag der Deutschen Einheit hatten Moscheen in ganz Deutschland ihre Türen geöffnet. Wir waren in Gütersloh dabei.
Von Simon Rahe
Im Gemeinschaftsraum gibt es Tee, Baklava und hunderte Lahmacun. Der Tag der offenen Moscheen fällt in diesem Jahr auf einen Freitag und damit zusammen mit dem Freitagsgebet, dem wichtigsten Gebet der Woche. An guten Tagen kommen hier über 200 Gläubige, sagt Pressesprecher der Gemeinde Yasin Capaci.
Führungen und Präsentationen
Zwischen Wohngebiet und Autohaus liegt die Moschee. Seit 1987 gibt es den Türkisch-Islamischen Kulturverein Gütersloh unter dem Dach der Ditib. Drei Jahre nach der Gründung kaufte die Gemeinde das heutige Grundstück. Heute öffnet sie die Türen für alle.
Der Imam hält seine Predigt beim Mittagsgebet
Gegen 13 Uhr ist es soweit: Das Mittagsgebet beginnt. Im Islam sind die Gebete nach Geschlechtern getrennt. Vom roten Teppichboden ist nach und nach immer weniger zu sehen – der Raum ist voll. An der gegenüberliegenden Seite sitzen Besucher und schauen den Betenden zu. Der Imam hält seine Predigt von verschiedenen Stationen aus, angefangen an der Vortragskanzel. Dort trägt er auf Türkisch einen selbst verfassten Vortrag vor. Es geht um das richtige Leben und um Tugenden.
Senioren, Familien und einzelne Interessierte kommen den ganzen Tag über vorbei. Sie bekommen Führungen, können beim Gebet dabei sein, etwas essen und Tee trinken. Immer wieder laufen im andächtig anmutenden Gebetsraum PowerPoint-Präsentationen über zentrale Aspekte des Islam.
Freya Knight: Wissen gegen Vorurteile
"Ich glaube, viele haben Vorurteile, weil sie gar nicht wissen, wie die Religion funktioniert. Deswegen muss man sich das erstmal von Leuten erklären lassen, die den Glauben leben", sagt Freya Knight. Sie ist mit ihrer Oma hier, um sich die Moschee anzuschauen.
Dachverband in der Kritik
Der Dachverband Ditib steht in Deutschland immer wieder in der Kritik, zu stark unter dem Einfluss der türkischen Religionsbehörde Diyanet zu stehen. Die Gemeinde in Gütersloh will politische Fragen nicht beantworten. Der Integrationsbeauftragter Frank Mertens zeigt sich aber zufrieden mit der Zusammenarbeit. Außerdem betont er die Offenheit der Gemeinde gegenüber Gästen jeglicher Herkunft.
Quellen:
- WDR Reporter vor Ort
- Yassin Capaci, Pressesprecher der Gemeinde
- Frank Mertens, Integrationsbeauftragter