Verbot von Einweg-Vapes in Großbritannien
Aktuelle Stunde . 01.06.2025. 13 Min. 21 Sek.. UT. Verfügbar bis 01.06.2027. WDR. Von Meike Hendriksen.
Warken warnt vor Vapes: Länder sollen E-Zigaretten stärker regulieren
Stand:
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hat die Länder aufgefordert, den Nichtraucherschutz auch auf Verdampfer und E-Zigaretten auszuweiten.
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Zu den Kommentaren [1]„Vapes und E-Zigaretten sind gefährlicher als viele vermuten“, sagte Warken den Zeitungen der Essener Funke Mediengruppe. Die Aerosole enthielten gesundheitsschädliche Stoffe, häufig seien sie der Einstieg in das Rauchen und die Abhängigkeit. „Gerade um Kinder und Jugendliche zu schützen, brauchen wir hier strengere Vorgaben.“
Der Bund habe die Benutzung von E-Zigaretten und Verdampfern bereits in bestehende Regelungen im Bundesnichtraucherschutzgesetz einbezogen. „Dasselbe muss jetzt auch auf Länderebene passieren“, forderte die Ministerin anlässlich des Weltnichtrauchertags am Samstag.
Der Bund ist nur für Nichtraucherschutz in Bundesgebäuden, Bahnhöfen und öffentlichen Verkehrsmitteln zuständig. Für Orte wie Gaststätten, Schulen, Unis und Krankenhäuser sind die Bundesländer verantwortlich.
Wie viele Menschen in Deutschland rauchen E-Zigaretten und Vapes?
Vapes und E-Zigaretten sind inzwischen quasi überall verfügbar. Verkauft werden dürfen sie offiziell erst ab 18 Jahren.
E-Zigaretten und Vapes werden aber längst nicht so häufig konsumiert wie klassische Tabak-Zigaretten. Etwa 30 Prozent der Menschen in Deutschland rauchen täglich oder regelmäßig Tabak. E-Zigaretten und Vapes werden nur von etwa 2 Prozent der Menschen genutzt. Das geht aus der Studie "Deutsche Befragung zum Rauchverhalten" (DEBRA) der Uni Düsseldorf hervor. Regelmäßig werden hierfür in Deutschland lebende Menschen ab 14 Jahren befragt.
Unterschiede beim E-Zigaretten-Konsum gibt es beim Alter: 1,7 Prozent der Menschen ab 25 Jahren konsumieren Vapes und E-Zigaretten. Bei der Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen sind es 3,5 Prozent.
Wie gefährlich sind Vapes und E-Zigaretten?
Vapes und E-Zigaretten schmecken nicht nach Tabak, sondern haben Geschmacksrichtungen wie Erdbeer, Mango oder sogar Popcorn. Das lässt sie weniger gefährlich erscheinen.
Die Aromastoffe würde Professor Wolfram Windisch am liebsten komplett verbieten. Als Präsident der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) ist der Chefarzt der Ansicht, dass in Deutschland die Gefahr von Vapes und E-Zigaretten unterschätzt werde:
"Nikotin ist eigentlich bitter, und der bittere Geschmack wird mit den Aromastoffen komplett untergraben. Das heißt, ich habe nicht den Eindruck, dass ich etwas Giftiges inhaliere." Wolfram Windisch, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP)
Kinder und Jugendliche würde durch die Aromastoffe zu langfristigen Konsumenten, so Windisch. Er verweist auf die Weltgesundheitsorganisation: Die WHO habe 16.000 verschiedene Aromastoffe gezählt.
Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) spricht davon, dass die Flüssigkeiten in E-Zigaretten wahrscheinlich etwas weniger schädlich sind als Tabak-Zigaretten. Sie seien aber trotzdem gesundheitsschädlich, zum Beispiel krebserregend. 20 Milligramm Nikotin dürfen in einer E-Zigarette enthalten sein. In einer herkömmlichen Zigarettenschachtel befindet sich in etwa der gleiche Nikotingehalt. Es gibt allerdings auch nikotinfreie Varianten unter den E-Zigaretten.
Sind E-Zigaretten sinnvoll, um sich das Rauchen abzugewöhnen?
Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) rät von E-Zigaretten als Hilfe zur Rauchentwöhnung ab. Es sei wissenschaftlich nicht ausreichend belegt, dass E-Zigaretten dabei helfen könnten, heißt es in einem BZgA-Informationsheft.
Außerdem würden beim Dampfen von E-Zigaretten die alten Rauchrituale beibehalten, so die BZgA. Zudem bleibe es bei der Nikotinabhängigkeit, wenn die Flüssigkeiten in den E-Alternativen Nikotin enthalten.
Welche Einschränkungen gibt es für E-Zigaretten?
Seit 2024 gibt es für E-Zigaretten in Deutschland ein teilweises Werbeverbot: Auf Außenwerbeflächen wie beispielsweise Litfaßsäulen und Gebäudefassaden ist Reklame für E-Zigaretten und Vapes nicht mehr erlaubt. Außerdem ist Werbung im Internet verboten.
Die Deutsche Umwelthilfe hat die Bundesregierung aufgefordert, Einweg-E-Zigaretten komplett zu verbieten. Diese verursachten unnötigen Elektroschrott und könnten bei falscher Entsorgung Brände verursachen, teilte die Organisation mit. Sie verwies darauf, dass im Juni ein Verbot der sogenannten Einweg-Vapes in Großbritannien in Kraft trete.
Weitreichendes Rauchverbot in Frankreich
Auch in Frankreich gibt es demnächst neue Regelungen. Dort greift vom 1. Juli an ein Rauchverbot in öffentlichen Bereichen wie Stränden, Parks und Gärten, der Umgebung von Schulen, Bushaltestellen und Sportanlagen. Wer gegen das neue Rauchverbot verstößt, muss 135 Euro Strafe zahlen. Das Verbot gilt jedoch nicht für E-Zigaretten.
Quellen:
- Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ)
- Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZfgA)
- Prof. Wolfram Windisch, Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP)
- Studie "Deutsche Befragung zum Rauchverhalten" (DEBRA)
- Nachrichtenagenturen dpa, KNA und epd
1 Kommentar
Kommentar 1: Franziska 1 schreibt am 31.05.2025, 20:27 Uhr :
Kann die E-Zigarettenraucher nicht verstehen, sie wollen Nikotin inhalieren mit Mango usw. Aromastoffe? Entweder ich rauche eine normale Zigarette und esse eine Mango als Dessert, oder man lässt das Rauchen generell weg. Modern wollen E- Raucher rauchen? Beim Anblick zu ihnen frag ich mich, warum stecken sie sich nicht einen Kugelschreiber zwischen die Lippen? Diese E- Zigaretten sind weder hygienisch noch gesünder als echte Zigaretten. Auf die Menge kommt es an beim Nikotin rauchen. Was ich gar nicht verstehen kann, sind die unterschiedlichen Vorschriften, Regeln für Zigaretten-Raucher bei den Bundesländern. In Bad Meckenheim zum Bsp. wurde ein Gaststätten -Raum mit Glaswand und Tür getrennt vor Jahren für Nichtraucher und für Raucher erlaubt. In Bayern unmöglich. Bundesländer sollten gemeinsam Nägel mit Köpfe machen bei den Raucherregeln und alle E/Raucher gleich stellen. Ein Rauchverbot generell würde ich nicht mögen, dass wäre Bevormundung. Aber Gerechtigkeit in Deutschland.