Castortransport geht weiter

Demo gegen Castortransport

Neunter Castor verlässt Jülich Wieder ein Atommüll-Transport durch NRW

Stand:

Auch beim neunten Castortransport von Jülich ins Zwischenlager Ahaus haben Anti-Atomkraft-Initiativen mit Mahnwachen protestiert.

Der Transport in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch verlief laut Polizei reibungslos. Der Castor ist sicher im Zwischenlager in Ahaus angekommen. Der Protest der Initiativen blieb friedlich.

Die Anti-Atomkraft-Initiativen in Jülich und Ahaus haben inzwischen auch schon eine gewisse Routine, wenn es um die Mahnwachen am Rande der Castortransporte geht. "Westcastor" in Jülich zum Beispiel hat Plakate und Transparente am gewohnten Ort aufgehängt - an einer schmalen Straße, die von der Zufahrt zum Jülicher Forschungszentrum abzweigt.

Dort parken einige Mannschaftswagen der Polizei. Die Einsatzkräfte stehen entspannt neben den Wagen und unterhalten sich. Ab und zu passieren Mitarbeiter des Forschungszentrums mit Fahrrädern oder in Autos die Privatstraße, um in den Feierabend zu fahren. Die Demonstranten sitzen abseits auf Campingstühlen und hören Musik.

Polizei begleitet Castortransport

Polizei begleitet Castortransport in Jülich

Weitere Transporte nächste Woche

Ansonsten ist es ruhig in dem Waldstück, in dem eines der größten Forschungszentren Europas liegt - und eben auch das Zwischenlager, in dem die Castorfässer mit den Brennelementkugeln aus dem lange abgeschalteten Versuchsreaktor lagern.

Knapp 30 Atomkraft-Gegner haben sich in drei kleine Mahnwachen aufgeteilt. Sie demonstrierten nicht nur am Zwischenlager in Ahaus, sondern auch auf einer Brücke über der A31. Sie wollen mit "flexiblen Protesten" auf den ihrer Meinung nach "gefährlichen Irrsinn der Castor-Transporte" aufmerksam machen.

Am Mittwoch rollt der nächste Castor nach Ahaus, so sagen die Anti-Atomkraft-Initiativen. Und auch kommende Woche soll es nach deren Informationen zwei weitere Transporte geben. Offiziell bestätigt wird das nicht von den Behörden.

"Atommüllpolitik ohne Perspektive"

152 Einzeltransporte und Lagerung von Atommüll auf Jahrzehnte in Ahaus in einer der ältesten Lagerhallen, deren Sicherheitsstandard weit hinter später errichteten Hallen zurückbleibe, sei Atommüllpolitik ohne Perspektive, sagte ein Sprecher vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.

Wieder ein Atommüll-Transport durch NRW

WDR 22.07.2026 00:21 Min. Verfügbar bis 21.07.2028 WDR Online

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Unsere Quellen:

  • Aktionsbündnis "Stop Westcastor"Jülich
  • Bürgerinitiative "Kein Atommüll in Ahaus"
  • Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen
  • SOFA Münster
  • Beobachtungen und Recherchen der WDR-Reporterin
  • Kreispolizei Borken
  • Polizei Münster

Sendung: WDR2, WDR2 für das Münsterland, 22.07.2026, 6:30 Uhr

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