Hoch hinaus - Jörg hat einen der höchsten Arbeitsplätze in NRW

WDR 05:20 Min. Verfügbar bis 23.07.2028

Von der Eifel ins All Arbeiten auf dem größten Radioteleskop Europas

Stand:

Jörg Klein klettert mitten aufs Radioteleskop Effelsberg. Durch seine Arbeit in der Höhe können fremde Galaxien erforscht werden.

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Marc-André Schröter

Jörg Kleins Arbeitstag beginnt in der großen Kommandozentrale des Radioteleskops. Durch das Panoramafenster kann er direkt auf die Schüssel schauen, die etwa so groß ist wie ein ganzes Fußballfeld - sein Arbeitsplatz, seit 26 Jahren!

Das Radioteleskop aus der Ferne. Es steht zwischen Hügeln und Wäldern.

Mit dem Teleskop werden Radiowellen aus fremden Galaxien mitten in der Eifel empfangen

Er ist der Techniker in der Zentrale und muss heute noch den Empfänger des Teleskops auswechseln, sonst empfängt es nicht das passende Signal. Er fährt deshalb mit dem Aufzug direkt in den großen, runden Spiegel des Teleskops. Von hier aus führt ein schmaler Steg in großer Höhe in die sogenannte Fokuskabine, die über dem Teleskop schwebt. Genau hier muss der Empfänger ausgetauscht werden.

Der Blick ins All ist Millimeterarbeit

Ein Mann mit blonden Haaren lächelt in die Kamera. Er sitzt an einem Schreibtisch mit ganz vielen Bildschirmen.

Marcus Keseberg steuert das größte bewegliche Radioteleskop Europas

Als Jörg Klein in der Fokuskabine ankommt, liegt sein Arbeitsplatz noch auf der Seite. Das ändert sich aber gleich. Der Techniker muss sich jetzt festhalten, denn sein Kollege Marcus Keseberg, der in der Schaltzentrale sitzt, kippt das Teleskop ganz vorsichtig mit einem winzigen Rädchen am Kontrollpult.

1.620 Tonnen müssen wir auf einen Zehntelmillimeter genau per Hand steuern. Marcus Keseberg, Teleskop-Operateur

Bei Jörg Klein wird plötzlich aus der Wand der Boden: Denn die Fokuskabine hat sich durch die Bewegung des Teleskops um 90 Grad gedreht. Zehn Minuten dauert es, bis das Teleskop neu ausgerichtet ist. "Man gewöhnt sich recht schnell daran", sagt Jörg Klein. Dann steigt er wie ein Bergsteiger in ein Klettergeschirr - jetzt beginnt sein eigentlicher Job: den Empfänger austauschen.

Zwei Männer stehen an einem Geländer, sehr hoch über dem Boden. Unten ist ein Wald zu erkennen. Einer von beiden trägt einen Helm.

Walter Schmitz und Jörg Klein arbeiten seit über 25 Jahren auf dem Radioteleskop Effelsberg

"Das ist wie beim Radio hören. Wenn man nicht mehr 1LIVE, sondern SWR hören möchte", kommentiert Jörg Klein seine Arbeit. Um die verschiedenen Bereiche im Weltall zu erforschen, brauchen die Forscher unterschiedliche Empfänger. Die einzelnen Module dafür sind etwas größer als ein Gefrierschrank. Jörg Klein hängt an einem Kran in 100 Metern Höhe, um sie auszutauschen.

Radioteleskop liefert Nachweis von Wasser in fremder Galaxie

Seit 55 Jahren blicken Forscher mit dem Effelsberger Radioteleskop in den Sternenhimmel. Auf diese Weise haben sie zum ersten Mal weltweit mit einem Teleskop Wasser in einer fremden Galaxie nachweisen können.

Glänzend weiß und rund 50 Grad heiß ist es im Sommer mitten im Teleskop-Spiegel. Nur mit einer Spezialbrille darf man hier rein. Jörg Klein blickt ein letztes Mal nach oben zum gerade gewechselten Empfänger und dann ist für heute sein Außeneinsatz beendet. Je nach Beobachtungsplan wird er morgen wahrscheinlich wieder hier hoch müssen.

Unsere Quellen:

  • Jörg Klein, Systembetrieb beim Radio-Observatorium Effelsberg
  • Marcus Keseberg, Teleskop-Operateure beim Radio-Observatorium Effelsberg
  • Reporter vor Ort

Sendung: WDR.de, Hoch hinaus - Jörg hat einen der höchsten Arbeitsplätze in NRW, 23.07.2026, 5:02 Uhr

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