Rettungsleitstelle für Wildtiere im Kreis Euskirchen

Bildquelle: WDR / Stefanie Rhein

WDR 03:18 Min. Verfügbar bis 06.05.2028

Über 1300 Mal genutzt Wildtier-Hotline hilft Tierwelt in der Eifel

Stand:

Für die Nordeifel gibt es eine neue Wildtier-Hotline. Passanten, Wanderer oder Autofahrer können dort anrufen, um verunglückte Wildtiere zu melden. Mehr als 1300 Meldungen gab es seit der Gründung Ende 2024.  

Eichhörnchen Peanut ist eines der geretteten Wildtiere. Das Eichhörnchen-Mädchen ist vom Dach gefallen und wird nun in einer Pflegestation fit für die Rückkehr in die Natur gemacht.

René Plamper, Mitbegründer der Wildtierhilfe

René Plamper, Mitbegründer der Wildtierhilfe

Bildquelle: WDR / Stefanie Rhein

"Es braucht jetzt Beeren und Nüsse, die verstecken wir jetzt schon, damit es selbst suchen lernt. Dann muss es klettern lernen…", erklärt René Plamper. Er ist Mitbegründer der Wildtierhilfe Nordeifel. Peanut ist eines von über 1300 gemeldeten Tieren. Marder, Igel, Reh, Hase, Amsel, Wildkatze - auch geschützte Arten sind darunter. Rund die Hälfte kommen durch, schätzt die Wildtierhilfe.

So funktioniert die Wildtier-Hotline

Menschen melden per Telefon unter der 06557/9009879 ein gerettetes Tier, ein geschulter Mitarbeiter stellt Fragen und entscheidet: Kann der Anrufer vielleicht selbst helfen? Oder kommt ein geschulter Fahrdienst aus dem Netzwerk und bringt das Tier zum Tierarzt oder in eine Pflegestelle?

Mehr als 50 Freiwillige sind engagiert - Fahrdienste, Menschen an der Hotline, Tierärzte, Pflegestationen. Die Materialkosten werden finanziert von der Eifelstiftung, der Dr. Axe-Stiftung und von Spenden.

Rettung von Wildtieren ist komplex

Nicht alle Tiere dürfen einfach mitgenommen werden, wenn sie verletzt sind. Reh und Hase dürfen zum Beispiel nicht ohne Weiteres aus dem Terrain des Jagdpächters entnommen werden. Waschbären dürfen zwar gerettet, aber nicht ausgewildert werden, weil sie als invasive Arten gelten.

Zur Gründung der Wildtierhilfe haben sich Vertreter des Kreisveterinäramtes, Jägerschaft, der Eifelstifung und des Nabu deswegen zusammengetan, um klare Strukturen zu schaffen.

Eichhörnchen Peanut schaut neugierig in die Kamera

Eichhörnchen Peanut schaut neugierig in die Kamera

Bildquelle: WDR / Stefanie Rhein

Peanut ist nach 3 Wochen nun wild geworden. Sie lässt sich nicht mehr anfassen und ist jetzt in einer größeren Voliere. Die ist offen, sodass sie jederzeit in der Natur kann. Noch kommt sie jeden Tag zurück. Eines Tages wird sie dann aber in ihrem Zuhause - in der freien Wildbahn - bleiben.

Unsere Quellen:

  • Interview mit René Plamperr von der Wildtierhilfe Nordeifel

Sendung: WDR.de, Rettungsleitstelle für Wildtiere im Kreis Euskirchen, 06.05.2026, 16:32 Uhr

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