Ansicht des Eingangs des städtischen Krankenhauses Heinsberg von der Straße aus.

Defizite Krankenhaus Heinsberg schließt Gynäkologie und Geburtshilfe

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Das Städtische Krankenhaus Heinsberg wird Ende September seine stationäre Gynäkologie und Geburtshilfe schließen. Das hat die Gesellschafterversammlung beschlossen. Hintergrund ist der wirtschaftliche Druck. Die Station hat ein jährliches Defizit von mehr als einer Million Euro eingefahren, das die Stadt auffangen musste.

Schon im März hatte die Gesellschafterversammlung angedeutet, dass es schwer werde, die Geburtshilfe in Heinsberg zu erhalten. Die landesweite Krankenhausplanung, heißt es, zwinge das Krankenhaus einzelne Leistungsbereiche neu zu ordnen. "Die Sicherung der Arbeitsplätze hat für uns oberste Priorität", betont Geschäftsführerin Anke Thelen.

Man komme an den Vorgaben der Krankenhausreform und der Krankenhausplanung nicht vorbei. Derzeit arbeiten in dem Krankenhaus 650 Menschen. 

Wirtschaftlicher Druck für Krankenhaus Heinsberg zu hoch

Neben dem jährlichen Defizit im siebenstelligen Bereich, heißt es weiter, kommen ab dem kommenden Jahr weiter finanzielle Belastungen auf das 200 Betten-Krankenhaus zu. Millionen, die die Stadt nicht mehr zahlen kann.

Damit ist das Hermann-Josef Krankenhaus in Erkelenz in Zukunft die einzige Klinik in dem ländlichen Raum, die über eine Gynäkologie und Geburtshilfe verfügt. Das Krankenhaus hat bereits erklärt, dass es über genügend Kapazitäten für zusätzliche Geburten verfüge.

Die Sicherung der Arbeitsplätze hat für uns oberste Priorität Anke Thelen, Geschäftsführerin

Für das Personal, heißt es in der Mitteilung der Gesellschafterversammlung, seine Lösungen gefunden worden. Für die Mitarbeiter gebe es Einsatzmöglichkeiten in anderen Fachabteilungen der Klinik. Für die Ärzte werden jetzt sozialverträgliche Lösungen gefunden.

Zwei Schwestern stehen in einem Raum der Geburtsstation. Eine von ihnen versorgt ein Baby, das in einem Bettchen liegt. Im Vordergrund stehen weitere, leere Babybettchen.

Geburtsstationen wie diese soll im Krankenhaus Heinsberg bald nicht mehr geben.

Dennoch will sich das Krankenhaus weiterhin für eine wohnortnahe Versorgung von Schwangeren einsetzen. Angedacht ist eine Kooperation der Heinsberger Hebammen mit dem Krankenhaus Erkelenz. Die Stadt Heinsberg kann sich aber auch ein Geburtshaus vorstellen.

Zukünftig internistischer Schwerpunkt im Krankenhaus Heinsberg

In Zukunft soll vor allem der internistische Schwerpunkt in dem Heinsberger Krankenhaus ausgebaut werden. Vor allem die Palliativmedizin wird ausgeweitet. "Damit wolle das Krankenhaus auch auf die demografische Entwicklung in der ländlichen Region reagieren", erklärte die Gesellschafterversammlung.

Auch das Diabeteszentrum und die Gastroenterologie sollen weiter ausgebaut werden. Eine Geriatrie ist ebenfalls für die Zukunft geplant. "Wir stellen die Weichen für die Zukunft. Wir wollen eine hochwertige medizinische Versorgung gewährleisten", sagt der Heinsberger Bürgermeister Kai Louis (CDU).

NRW-Gesundheitsministerium unterstützt Beschluss

Das NRW-Gesundheitsministerium begrüßt den Beschluss der Gesellschafterversammlung. In einem Schreiben hat NRW-Gesundheitsminister Laumann (CDU) erklärt, dass man in engem Austausch mit dem Städtischen Krankenhaus Heinsberg sei. Ziel sei ein vernünftiges Krankenhauskonzept für den Kreis Heinsberg.

Krankenhaus Heinsberg schließt Geburtsstation

WDR 20.05.2026 00:30 Min. Verfügbar bis 19.05.2028

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Unsere Quellen:

  • Gesellschafterversammlung Krankenhaus Heinsberg
  • NRW-Gesundheitsministerium
  • Bürgermeister Stadt Heinsberg

Sendung: WDR.de, Krankenhaus Heinsberg schließt Gynäkologie und Geburtshilfe, 20.05.2026, 10:32 Uhr

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