Leerer Bahnsteig in Wegberg an dem ein Gleis entlangführt. Entlang der Strecke stehen viele grüne Bäume.

Am Bahnsteig in Wegberg gibt es bislang nur ein Gleis.

Streit um Bahnausbau Kippen die Pläne für zweites Gleis in Wegberg?

Stand:

Pünktlichere Züge und eine durchgehende Verbindung in die Niederlande: In Wegberg gibt es Streit um den Bau eines zweiten Gleises.

Von Thomas Wenkert

Am Dienstagabend entscheidet sich im Wegberger Stadtrat, ob die Kommune in Sachen Bahnanschluss Richtung Abstellgleis fährt. Eine Bürgerinitiative will ein zweites Gleis für die Regionalbahn-Linie 34 (Mönchengladbach-Dahlheim) verhindern und damit auch eine Zugverbindung von Wegberg-Dalheim bis ins niederländische Roermond. Dafür hatte sich der Stadtrat noch im vergangenen Jahr ausgesprochen.

Gegner befürchten Güterverkehr auf der Strecke in Wegberg

Die Kritiker des Streckenausbaus befürchten unter anderem eine Zunahme der Lärmbelästigung und damit den Verlust von Lebensqualität. Außerdem monieren sie, würde eine Weiterführung der Bahnstrecke bis nach Roermond durch den niederländischen Nationalpark "De Meinweg" führen.

"Dadurch würden wertvolle Ökosysteme erheblich gefährdet", heißt es in dem Antrag. Des Weiteren glaubt die Bürgerinitiative nicht, dass die neue Zugstrecke nur für den Personenverkehr genutzt werde. Sie geht davon aus, dass die zweigleisige Verbindung auch Güterzüge nutzen würden.

Statt Oberleitung: Batteriebetriebene Züge gefordert

Die Forderungen der Initiative sind deutlich: Der Rat soll seinen Beschluss aus dem vergangenen Februar zurücknehmen, sprich den Bau eines zweiten Gleises und eine Fortführung bis in die Niederlande ablehnen.

Das Bahnhäuschen in Wegberg ist an den Gleise gelegen. Es ist weiß und aus Fachwerk. An seiner Fassade rankt Efeu.

Ein ehemaliges Stellwerk an der Bahnstrecke in Wegberg.

Zudem sollen in Zukunft batteriebetriebene Züge auf der Strecke eingesetzt werden und damit auf die Elektrifizierung mit Oberleitungen verzichtet werden. In ihrer Stellungnahme zu dem Antrag betont die Stadtverwaltung, dass sie die Anliegen der Bürgerinitiative nachvollziehen kann.

Stadt sieht keine Zuständigkeit

Zumindest, wenn es um die Fragen des Lärmschutzes und des Umweltschutzes geht. Jedoch, so die Verwaltung weiter, wenn es um einen weiteren Gleisausbau oder um die Fahrzeugtechnik geht, dann seien das Land Nordrhein-Westfalen sowie das Eisenbahn-Bundesamt die Ansprechpartner.

Außerdem wird betont, dass sich der Stadtrat im Februar 2025 dafür ausgesprochen habe, den Ausbau des Personennahverkehr zu unterstützen. Eine Nutzung für Güterzüge werde weiterhin abgelehnt.

Grüne kritisieren Bürgerinitiative

Das Wegbeger Rathaus ist aus Backsteinen und hat weiße Fensterrahmungen aus Stein. Auf dem Vorplatz stehen Bäume.

Könnte bei der nächsten Ratssitzung der Beschluss eines zweites Gleises für Wegberg wieder kippen?

Die Wegberger Grünen haben die Sorge, dass der Rat seine Entscheidung aus dem vergangenen Jahr heute Abend kippen könnte. Schon jetzt, betont die Grünen-Fraktion, sei der Zug nach Wegberg-Dalheim der unpünktlichste in ganz Nordrhein-Westfalen.

Ein Ausbau der Strecke sei für Pendler enorm wichtig, um in die Nachbarstädte zu kommen. "Die Strecke muss zuverlässiger werden", betonen die Grünen. Der Personennahverkehr müsse gestärkt werden. Einen Güterverkehr auf der Bahnstrecke lehnt die Partei ab.

Über ein zweites Gleis in Wegberg wird neu entschieden

WDR 07.07.2026 00:39 Min. Verfügbar bis 06.07.2028

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Unsere Quellen:

  • Bürgerinitiative Eiserner Rhein 2.0 - Wegberg lebenswert erhalten
  • Stadtverwaltung Wegberg
  • Grünen-Fraktion Wegberg

Sendung: WDR 2 Aachen und die Region, Lokalzeit, 07.07.2026, 8:31 Uhr

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