Das alte Polizeipräsidium wird abgerissen
WDR. 02:29 Min.. Verfügbar bis 29.07.2028.
Mit sichtlichem Spaß donnert Oberbürgermeister Michael Ziemons den Hammer gegen die Wand des alten Polizeipräsidiums. "Das klingt ganz schön hohl", stellt er erstaunt fest. Zum Glück sind die Schläge nur für die Kamera gedacht - ein Symbol dafür, dass der Abriss endlich losgeht. So ganz geht er allerdings doch noch nicht los. Denn bis es so weit ist, muss im Innern der sieben Gebäude noch gearbeitet werden.
Asbest in der Fassade entdeckt
Denn die Gebäude stecken voller Schadstoffe. "Auch in der Fassade haben wir Asbest entdeckt, und das muss jetzt alles erstmal in mühsamer Kleinarbeit entfernt werden", sagt Frank Schneiderwind, der für das Gebäudemanagement der Stadt Aachen zuständig ist. Er rechnet damit, dass die Schadstoffbereinigung etwa fünf Monate dauern wird.
Erst danach - also Ende Dezember - könne mit dem eigentlichen Abriss begonnen werden. "Vielleicht werden wir an ein paar der kleineren Gebäude schon vorher rangehen können, aber das Hauptgebäude ist erst ganz am Ende dran", so Schneiderwind.
Neue Heimat der "Ladies in Black"
Auf dem 33.350 Quadratmeter großen Gelände soll danach unter anderem eine Multifunktions-Sporthalle entstehen. Sie soll die neue Heimat der Volleyball-Bundesliga-Frauen der "Ladies in Black" werden, aber auch für Handball- und Basketballvereine zur Verfügung stehen.
Außerdem wird der benachbarte Aachen-Laurensberger Rennverein (ALRV) sein Reitsport-Gelände auf das neue Areal ausweiten. Die jetzige Albert-Vahle-Halle wird abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Und direkt dahinter wird ein neues Reitstadion für die Jugend und den Behindertensport entstehen.
Als "Lost place" beliebt bei Einbrechern
Das Polizeipräsidium steht schon eine Weile leer
Seit sieben Jahren stehen die Gebäude mehr oder weniger leer. Damals ist die Polizei in einen Neubau in Aachen-Forst umgezogen. Das alte Präsidium gilt seitdem als sogenannter "Lost Place", der auch Einbrecher angelockt hat, wie Gebäudemanager Schneiderwind weiß. Wohl auch, weil das Gelände noch ein paar Kuriositäten birgt, wie er sie nennt: "Es gibt ein paar alte Gefängniszellen mit Einrichtung, in der Werkstatt ist noch ein kompletter Bremsprüfstand, und zwei alte Tanksäulen stehen noch da."
"Die Besucher der Reit-WM müssen sich keine Sorgen machen. Es wird keine Belästigungen durch Staub oder Lärm geben." Philip Erbers, Vorstand Aachen-Laurensberger Rennverein (ALRV)
Das Gelände des alten Präsidiums wird bei der Reit-WM als Parkplatz genutzt
"Während der WM dürfen wir das alte Polizeigelände sogar noch logistisch nutzen", so Erbers, "erst danach geht es da richtig los mit den Arbeiten."
Was "logistisch nutzen" heißt, das können Passanten schon jetzt erkennen. Denn Schilder weisen darauf hin, dass die Besucher der Reit-WM auf dem alten Polizeigelände gleich zwei neue Parkplätze nutzen können.
Unsere Quellen:
- Interviews mit Vertretern der Stadt und des ALRV
- Pressinformation der Stadt Aachen
- Beobachtung des Reporters vor Ort
Sendung: WDR-Fernsehen, Lokalzeit aus Aachen, 29.07.2026, 19:30 Uhr