Schutz soll spürbar werden
WDR. 03:18 Min.. Verfügbar bis 23.07.2028.
Die Mitarbeiter des Ordnungsamtes Langenfeld haben ihr kleines Zelt kaum aufgestellt – da stehen die ersten Menschen schon Schlange, um ihre Sorgen und Beschwerden loszuwerden. Es geht um die verschiedensten Themen, sagt Ordnungshüter Stefan Kraus. Er steht in seiner auffälligen Jacke, mit den gelben Streifen, auf dem Langenfelder Marktplatz und hört sich die Sorgen der Bürger an.
Eine junge Frau fürchtet um die Sicherheit ihrer Kinder, vor allem auf dem Weg vom Sport nach Hause. Grund dafür seien immer mehr "dubiose Gestalten", die in der Innenstadt herumlungern würden.
Es geht um die großen und kleinen Sorgen der Langenfelder: Um Autorennen, um rücksichtlose Radfahrer im Freizeitpark, um E-Scooter-Fahrer, die Menschen anfahren würden und um Lärmbelästigung. "Die Menschen sind einfach froh, dass jemand ansprechbar ist," sagt Kraus.
Präsenz auch in abgelegenen Straßen
Kraus steht aber nicht nur auf dem Marktplatz, zusammen mit seinen Kollegen fährt er auch durch Langenfelds Straßen. Es geht darum, überall aufzutauchen und für Ordnung zu sorgen, sagt er. Und das wird angenommen.
"Die Leute winken, wir halten, hören uns ihre Probleme an und leiten sie weiter." Stefan Kraus, Ordnungsamt Langenfeld
Die Stadt will durch Aktionen wie diese die Sorgen der Bürger hören
Die Menschen seien überwiegend freundlich und akzeptieren auch, wenn er sie auf Ordnungswidrigkeiten aufmerksam mache. Aber auch Ausreißer gebe es immer mal wieder.
"Wir bekommen sehr viel positives Feedback von den Leuten und das gefällt mir, wenn ich weiß, da tut sich was. Unser Einsatz wird angenommen und ich habe natürlich auch Spaß daran und Interesse, dem ganzen nachzugehen und für Ordnung zu sorgen", sagt Kraus weiter.
Für ein Gefühl sozialer Präsenz und Kontrolle
Bürgermeister Gerold Wenzens (Bürgergemeinschaft Langenfeld) hat die Sicherheitsoffensive gleich nach seiner überraschenden Wahl im Jahr 2025 in Angriff genommen. Ein ganzes Paket gehört dazu: Neben der Verstärkung des Ordnungsamtes, Bodycams für deren eigene Sicherheit, Videoüberwachung des öffentlichen Raumes, Bestreifung der Schulhöfe sowie Poller und mobile Schutzsysteme zur Terrorabwehr.
"Ich habe auch den Eindruck, dass in unserer Gesellschaft das Thema Rücksicht und Respekt zurückgeht. Seit vielen Jahren kann man das schon erkennen. Da wollen wir ein bisschen gegensteuern und denen auf die Finger klopfen, die meinen, sie können sich wie im wilden Westen verhalten." Gerold Wenzens, Bürgermeister Langenfeld
Höhere Bußgelder als Abschreckung
Die Bußgelder wurden deutlich erhöht. Einmal Kaugummi ausspucken kostet jetzt 25, Wildpinkeln 100 Euro. Wer unnötigerweise den Motor laufen lässt – und damit die Umwelt verpestet, wird mit 150 Euro zur Kasse gebeten. Das alles zur Abschreckung, so hofft der Bürgermeister.
Bürgermeister Gerold Wenzens treibt die Sicherheitsoffensive voran
"Ich will’s auch nicht in der Stadtkasse merken, ich will’s im Stadtbild sehen. Ich will im Stadtbild sehen, dass es ordentlicher ist, dass die Leute nicht mehr wild parken, dass die Behindertenparkplätzen nicht von Unberechtigten missbraucht werden. Das will ich sehen“, so Wenzens weiter.
Organisierte Kriminalität bekämpfen
Das zweite Standbein der Sicherheitsoffensive sei die organisierte Kriminalität. Langenfeld sei kein gefährliches Pflaster. Trotzdem machten die Kriminellen nicht vor den Stadtgrenzen halt. Deshalb hat Langenfeld mit den Nachbarstädten die "Gemeinsame Koordinierungsstelle Rhein-Wupper", kurz GeKo, gegründet. Es sei wichtig sich miteinander abzustimmen, voneinander zu lernen, um die Probleme in den Griff zu kriegen, sagt Gerold Wenzens und zieht eine erste positive Bilanz:
"Das trägt schon erste Früchte. Vieles passiert im Verborgenen, auch auf unserer Seite, wenn ich das so sagen darf. Da kann ich nicht allzu viele Details nennen." Was Wenzens aber sagen kann: Gerade erst haben sie eine Immobilie überprüft und dort sozialen Missbrauch festgestellt und geahndet.
Unsere Quellen:
- Stadt Langenfeld
- Eindrücke der WDR-Reporterin vor Ort
Sendung: WDR.de, Schutz soll spürbar werden, 23.07.2026, 05:01 Uhr
