Ob in der Küche oder der Werkstatt: Seit einer Woche läuft das neue Ausbildungsjahr schon
Bildquelle: dpa/Hendrik Schmidt/Maja Hitij/Jens Büttner/Waltraud GrubitzschOb er einen Rat für junge Menschen auf Ausbildungssuche habe, fragen wir Karl-Josef Laumann. "Es war immer so: Manchmal muss man auch das nehmen, was man kriegen kann, wenn es einem einigermaßen zusagt. Denn auch aus meiner Lebenserfahrung heraus ist die Frage, dass man einen formalen Berufsabschluss hat, für ein Menschenleben ziemlich wichtig."
Arbeitsminister Karl-Josef Laumann im Gespräch bei der Firma BIA
Bildquelle: WDR / Rüdiger KnösslNRW-Arbeitsminister Laumann (CDU) ist heute im Bergischen Städtedreieck unterwegs - und schaut sich dort verschiedenste Ausbildungsbetriebe an. Er will mit Auszubildenden, Ausbildern und Chefs ins Gespräch kommen und sehen, was die Menschen dort vor Ort bewegt.
Sein Ziel: die berufliche Ausbildung in NRW stärken und attraktivere Rahmenbedingungen für Auszubildende und Ausbildungsbetriebe schaffen.
Laumann: Ausbildung gutes Mittel gegen Fachkräftemangel
Ihm ist bei seinem Besuch im Sana-Klinikum in Remscheid dabei wichtig zu betonen, dass eine Ausbildung wichtig ist, man aber später im Beruf immer nochmal "umswitchen" kann:
"Was man dann später macht, ist ganz oft nicht ganz genau das, wo man seinen Ausbildungsberuf macht." Und auch die Bedeutung der Ausbildung für Unternehmen unterstreicht der Minister:
"Ausbildung ist vielleicht auch die beste Möglichkeit, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken." Karl-Josef Laumann (CDU), Arbeitsminister NRW
Laumann ist unter anderem in Industrie und Gastronomie unterwegs
Die Unternehmen, die er besucht, sind die BIA Kunststoff- und Galvanotechnik in Solingen, das Restaurant Schützenhaus in Remscheid, das Sana-Klinikum in Remscheid und die Zimmerei Gebrüder Merten in Wuppertal.
Arbeitsminister Karl-Josef Laumann spricht mit einem Mitarbeiter der Fima BIA
Bildquelle: WDR / Rüdiger KnösslZwar hat am 1. August in vielen Betrieben das neue Ausbildungsjahr begonnen - trotzdem bedeute das nicht, dass es nun keine Ausbildungsplätze mehr gebe.
"Ob im Handwerk, Industrie, Handel, in Verwaltung, IT oder im sozialen Bereich, es gibt noch freie Ausbildungsplätze in den zahlreichen Branchen Nordrhein-Westfalens und auch nach dem offiziellen Start am 1. August ist es noch möglich, eine Ausbildung zu beginnen. Deshalb ist es wichtig, dass niemand seine Suche zu früh aufgibt", so der Arbeitsminister.
Weniger Ausbildungsstellen als in den Jahren davor
Generell ist die Lage am Ausbildungsmarkt aber angespannt. Laut der Agentur für Arbeit Solingen - Wuppertal - Remscheid gab es im Bergischen Städtedreieck 2025/26 etwas mehr als sechs Prozent mehr Bewerber auf Ausbildungsstellen als im Vorjahr und acht Prozent mehr als zwei Jahre zuvor.
Minister Laumann begutachtet das Umbetten von Pflegepatienten
Bildquelle: WDR/Rüdiger KnösslGleichzeitig gab es im letzten Ausbildungsjahr 18,1 Prozent weniger Stellen als im Jahr davor - und sogar 23,9 Prozent weniger als im Jahr 2023/24. Die Zahl der Bewerber, die keinen Ausbildungsplatz bekommen haben, ist dagegen in den letzten Jahren stetig gestiegen. Ähnliche Trends lassen sich beispielsweise auch im Kreis Mettmann feststellen.
Unsere Quellen:
- Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales
- Agentur für Arbeit Solingen - Wuppertal - Remscheid
- Gespräche des WDR-Reporters vor Ort mit Minister Laumann
Sendung: WDR 2, WDR 2 für das Bergische Land, 10.8.2026, 16:30 Uhr
