Mais-Labyrinth in Rade

Aus dem Boden wächst ein Huhn

Stand:

Geschickt ausgesät: Für ein Mais-Labyrinth in Radevormwald muss kein Trecker mähen - das Huhn wächst von ganz allein.

"Ich wollt', ich wär ein Huhn! Ich hätt' nicht viel zu tun..." - der Schlager der Comedian Harmonists hat wohl in Radevormwald auch die Familie Brüser-Pieper inspiriert. Für das perfekte Huhn-Labyrinth auf ihrem Maisfeld musste niemand extra zum Mähen rausfahren - dank "Precision Farming".

Perfektes Huhn wächst von ganz allein

"Erschaffen" wurde das Huhn nämlich bereits bei der Aussaat Ende April. Mit Hilfe moderner Technik, die alle Daten über das 1.6 Hektar große Feld an der Ülfe in Radevormwald erfasst. Und mit Hilfe des satelliten-gestützten Navigationssystems GPS.

In Kooperation mit einer Fachfirma in Sachen "Precision Farming" entstand so ein digitaler Plan - der gibt dem Traktor bei der Aussaat explizit vor, wo keine Maispflanze zu setzen ist, damit nach dem Wachstum die gewünschten Labyrinth-Wege pflanzenfrei bleiben. Die Umrisse des gewünschten Huhns entstehen so quasi von ganz allein.

"Precision Farming" aber dient natürlich nicht in erster Linie dem Anlegen von Labyrinthen. Die "präzise Landwirtschaft" soll vielmehr dabei helfen, zum Beispiel Dünger oder Pflanzenschutzmittel exakt bedarfsgerecht einzusetzen - indem alle Daten zu Feld und Boden zuvor präzise erhoben und ausgewertet werden.

Mais-Labyrinth: Trotzdem viel Arbeit

An der Ülfe in Rade dreht sich alles ums Huhn | Bildquelle: Familie Brüser-Pieper, Hof Ülfetal

Auch wenn das Huhn quasi von alleine gewachsen ist - Tatjana und Georg Brüser-Pieper haben durch das Mais-Labyrinth dennoch jede Menge zu tun. Erfreulicherweise. Denn im vergangenen Jahr war die Aktion, damals mit einer Kuh als Symbol, bereits ein großer Erfolg, auf den man sich erst einstellen musste. Mit mehr Personal und mehr Angeboten für die Gäste, die mit Waffeln und Getränken versorgt werden. Und natürlich gerne auch den Hofladen besuchen dürfen.

Für ihre Tour durch das Labyrinth brauchen Besucher "etwa 20 Minuten bis zu einer Stunde", sagt Tatjana Brüser-Pieper, je nach Alter und Labyrinth-Erfahrung. Dabei gilt es nicht nur, sich den richtigen Weg zwischen den etwa zwei Meter hohen Pflanzen zu bahnen. Zwischendurch wird`s auch knifflig:

"Im Labyrinth gibt es vier Stationen mit kleinen Aufgaben rund um unser 'Tier des Jahres' - das Huhn. Wer die erfüllt hat, hat den Parcours bewältigt und kann auch an einem Gewinnspiel teil nehmen." Tatjana Brüser-Pieper, betreibt das Maislabyrinth an der Ülfe in Radevormwald

Nicht nur in Radevormwald, auch zum Beispiel in Mettmann und in Leichlingen-Witzhelden hat im Bergischen die Saison für die Mais-Labyrinthe begonnen. Gerade jetzt in den Sommerferien ein schönes, günstiges Ausflugsziel - der Eintritt kostet oft nur in ein paar Euro (in Radevormawald drei Euro, Kinder unter vier Jahren sind frei). Etwa Anfang Oktober werden die Labyrinth-Felder dann abgeerntet und der Mais, zumindest in Rade, als Tierfutter verwendet.

Aus dem Boden wächst ein Huhn

WDR 03.08.2026 00:34 Min. Verfügbar bis 03.08.2028 WDR Online

Download Podcast

Unsere Quellen:

Interview mit Tatjana Brüser-Pieper, Hofladen Uelfetal

Sendung: WDR 2, WDR 2 für das Bergische Land, 03.08.2026, 11:31 Uhr