Solinger Sportler kämpft sich mit einem Arm zur WM

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WDR 03:21 Min. Verfügbar bis 22.07.2028

Hyrox trotz Handicap Solinger Sportler kämpft sich mit einem Arm zur WM

Stand:

Der Solinger Christopher Hoffmann hat erfolgreich bei der Weltmeisterschaft im Hyrox teilgenommen - mit nur einem Arm.

Von Christian Licht

Acht Kilometer Laufen, dazwischen Schlitten schieben und ziehen, Rudern, Ski-Ergometer, Burpees, Ausfallschritte mit Sandsack und weitere Kraftübungen. Als Christopher Hoffmann über die Ziellinie läuft, ist er völlig erschöpft. Mehr als eine Stunde lang hat der Solinger seinen Körper an die Belastungsgrenze gebracht. 

Nach 69 Minuten ist klar: Hoffmann gehört zu den besten Hyrox-Athleten der Welt. Bei den Weltmeisterschaften in Stockholm gewinnt der 37-Jährige die Bronzemedaille – obwohl ihm seit seiner Geburt der rechte Unterarm fehlt.

Hyrox als boomender Fitnesssport

Hyrox gehört zu den am schnellsten wachsenden Fitnesssportarten weltweit. Das Wettkampfformat verbindet Laufen mit funktionellen Kraftübungen. Der Ablauf ist überall identisch: Acht Mal müssen die Athleten einen Kilometer laufen und anschließend jeweils eine andere Fitnessstation absolvieren.

Dieser Standard macht die Leistungen international vergleichbar und hat Hyrox in wenigen Jahren zu einer globalen Wettkampfserie mit Tausenden Teilnehmern gemacht.

Mit Mut und Muskeln beim Hyrox

Sportler schiebt Schlitten in Fitnessstudio

Christopher Hoffmann beim Hyrox-Training

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Für Christopher Hoffmann begann die Begeisterung erst vor gut zwei Jahren. Im Frühjahr 2024 absolvierte der Solinger seinen ersten Wettkampf - und war sofort fasziniert. Doch zwangsläufig stellte sich die Frage: Ist ein solcher Wettbewerb mit nur einem Arm überhaupt zu bewältigen?

Die Antwort lautet heute eindeutig: Ja. Allerdings verlangt sie Kreativität und viel Trainingsfleiß. Für Klimmzüge nutzt Hoffmann eine spezielle Schlaufe, die den fehlenden Unterarm ersetzt. Beim Schlittenziehen oder beim Tragen schwerer Gewichte muss er seine Technik immer wieder anpassen. Manche Übungen sind so deutlich schwieriger als für Athleten ohne Einschränkung.

Marathon und Ironman: Sport war schon immer sein Antrieb

Sport begleitet Hoffmann seit seiner Kindheit. Als Kind spielte er Fußball, später wechselte er zur Leichtathletik und schaffte sogar den Sprung in die Para-Nationalmannschaft. Es folgten Marathon und Ironman, bevor er schließlich im Hyrox seine sportliche Heimat fand.

Zwei Kinder im Garten

Von Geburt an fehlt ein Arm

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Heute trainiert der Solinger nahezu täglich. Bis zu 15 Stunden pro Woche investiert er in seine Vorbereitung - neben einem Vollzeitjob und seinem Privatleben. Unterstützung erhält er dabei von seiner Partnerin Simone, die ihn auch zu Wettkämpfen begleitet und ihm den Rücken freihält.

"Mir Hilfe anzubieten, ist das Schlimmste, was man mir antun kann, weil ich der Meinung bin, dass ich alles selber kann." Christopher Hoffmann

Bronzemedaille bei Weltmeisterschaft

Bei der Weltmeisterschaft in Schweden trat Hoffmann in der "Adaptive-Klasse" für Athleten mit einer Beeinträchtigung der oberen Gliedmaßen an und konnte sich schließlich über den dritten Platz freuen. Die Bronzemedaille ist für Hoffmann weit mehr als ein sportlicher Erfolg.

Mann beim Tauziehen in Fitnessstudio

Eine Kombination aus Kraft- und Ausdauertraining

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Sie steht für seinen Weg, immer wieder vermeintliche Grenzen zu überwinden. Dinge, die früher unmöglich erschienen - etwa ein Klimmzug oder eine Weltmeisterschaft - gehören heute ganz selbstverständlich zu seinem Leben.

Grenzen im Kopf überwinden

Nach dem Erfolg in Stockholm richtet sich der Blick bereits nach vorne. Weitere internationale Hyrox-Wettkämpfe stehen auf dem Programm,  so in einigen Wochen in Istanbul. Vor allem aber möchte Christopher Hoffmann Menschen Mut machen. Seine Botschaft ist einfach: Oft beginnen die größten Grenzen im Kopf - und genau dort lassen sie sich auch überwinden.

Unsere Quellen:

  • Eindrücke und Gespräche des WDR-Reporters vor Ort

Sendung: WDR.de, "Solinger Sportler kämpft sich mit einem Arm zur WM", 02.08.2026, 6:09 Uhr

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