Talsperren trotzen der Trockenheit

00:46 Min. Verfügbar bis 31.07.2028

Bergische Tradition und Topographie Talsperren trotzen der Trockenheit

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Für dieses Wochenende werden Niedrigststände in Flüssen erwartet. Doch das Bergische Land hat ein paar Trümpfe gegen Trockenheit.

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Benny Degen

Es ist fast wie bei Asterix: Wir befinden uns im Jahre 2026 n.Chr. - ganz NRW ist von Trockenheit bedroht. Ganz NRW? Nein! Denn eine von unbeugsamen Bergen geprägte Region hört nicht auf, der Dürre Widerstand zu leisten.

Nicht falsch verstehen: Die aktuelle Trockenheit wie auch der Klimawandel insgesamt stellen die Wasserversorgung im Bergischen vor große Herausforderungen. Das bestätigt auch der Wupperverband gegenüber dem WDR. Besonders schlimm: die aktuelle Hitze folgt auf ein Quartal mit ohnehin schon wenig Niederschlag.

Dürre und Klimawandel: Herausforderungen für Bergische Wasserversorgung

Große Dhünntalsperre

Niedriger Wasserstand in der Großen Dhünntalsperre

Und das, nachdem bereits das gesamte Jahr 2025 von Dürre geprägt war, und auch der Winter zu wenig Regen brachte. Eine Folge: In den Talsperren staut sich weniger Wasser. So liegt der Füllstand der Großen Dhünntalsperre aktuell bei weniger als 50 Prozent.

Aber: Anders als in anderen Regionen bleiben im Bergischen Wasserrationierungen oder ähnlich drastische Maßnahmen bislang meist aus. Denn es gibt ein paar Faktoren, durch die das Bergische Land resilienter gegen Dürre und Trockenheit aufgestellt ist.

Bergische Vorteile: Topographie, Regen, Tradition von Talsperren

Da wäre etwa die Topographie: Durch die bergige Landschaft und die Täler dazwischen gibt es viele Möglichkeiten, dort Wasser zu speichern. Das haben die Bergischen Vorfahren bereits vor über hundert Jahren bemerkt - und genutzt: Schon Ende des 19. Jahrhunderts entstand etwa die Eschbachtalsperre, die vor einigen Jahren wieder in Betrieb ging. Sie ist die älteste Talsperre Deutschlands und hilft in Remscheid jetzt wieder bei der Versorgung. In den 80er-Jahren wurde trotz starker Widerstände die Große Dhünntalsperre gebaut, die heute als zweitgrößte Trinkwassertalsperre Deutschlands gilt. Und der Wupperverband ist froh, dass es sie gibt.

Wasserabgabe der Wupper-Talsperre

Wasserabgabe an der Wupper-Talsperre

Die vielen Talsperren speichern das Wasser der regenreichen Bergischen Region. Und sind damit nicht nur Lieferant für Trinkwasser. Der Wupperverband kann über schnelleres oder langsameres Ablassen von Wasser die Pegel der Flussläufe in Wupper und Dhünn regulieren und so auch Hoch- und Niedrigwasser begegnen. So drosselte der Wupperverband bereits im Frühjahr die Wasserabgabe an die Dhünn, um den Füllstand der Talsperre zu stabilisieren.

Wasserversorgung aus mehreren Säulen

Der wichtigste Vorteil im Bergischen ist laut Wupperverband und Solinger Stadtwerken aber die Flexibilität der Bergischen Wasserversorger. Hier setzt man neben Oberflächengewässern wie Talsperren auch auf Grundwasserreservoirs und Flusswasserfiltrate.

Wasser sparen bleibt wichtig

Hand hält Gartenschlauch, aus dem Wasser kommt, Symbolbild, Trockenheit

Sorgsamer Umgang mit Trinkwasser bleibt wichtig

Wenn die Talsperren zu wenig Wasser haben, können die Wasserversorger also nicht nur die Wasserabgabe reduzieren, sondern auch auf andere Quellen umschichten, um sich an die jeweilige Lage anzupassen. Trotzdem gilt auch für die Bevölkerung, sorgsam mit Wasser umzugehen. In Remscheid und Solingen ist die Entnahme aus Seen und Bächen aktuell verboten.

Ein sparsamer Umgang mit Trinkwasser wird also immer wichtiger. Hierzu liefert etwa die Stadt Wuppertal umfangreiche Tipps. Denn nicht jeder kleine Regen ist direkt ein Grund zum Aufatmen. Die durstenden Bäume und Pflanzen saugen das Wasser nämlich auf, bevor es in die Bäche, Flüsse und Talsperren gelangen kann. Wasser zu sparen, bleibt also ebenfalls eine wichtige Säule im Kampf gegen Trockenheit.

Unsere Quellen:

  • Wupperverband
  • Stadt Wuppertal
  • Stadtwerke Solingen
  • EWR Remscheid

Sendung: WDR.de, Wie steht es um die bergischen Talsperren und Flüsse, 31.07.2026, 17:55 Uhr

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