Solingen will elektrische O-Busse abschaffen

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3 Min. 11 Sek. Verfügbar bis 22.09.2028

Wahrzeichen "Stangentaxi" Solingen will elektrische O-Busse abschaffen

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Es gibt sie nur in drei Städten Deutschlands. Jetzt stehen sie in Solingen in Frage. Sollen Batteriebusse die Technik ablösen?

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René Rabenschlag

In Solingen sind die Oberleitungsbusse ein richtiges Wahrzeichen. Doch das könnte sich bald ändern. Denn die Politik berät aktuell Pläne, die O-Busse abzuschaffen. So heute im entsprechenden Fachausschuss.

Oberleitungen über der Straße

50 Kilometer Oberleitungen über den Straßen

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Der politische und gesellschaftliche Zündstoff verbirgt sich hinter dem harmlos klingenden Tagesordnungspunkt "Machbarkeitsstudie zur Umsetzung des Nahverkehrsplans". In dem Konzept für einen leistungsfähigen ÖPNV der Zukunft sind die Solinger O-Busse allerdings nur noch ein Auslaufmodell. Die Stadtwerke schlagen vor, die Oberleitungen bis ca. 2045 komplett abzubauen.

Statt der O-Busse sollen dann im gesamten Stadtgebiet nur noch Batterie-Busse fahren. Bisher hatte man in Solingen immer auf eine Mischung gesetzt: Auf den Hauptlinien fahren die Oberleitungsbusse, auf den Nebenstrecken werden Dieselbusse durch den sogenannten Batterie-O-Bus (BOB) ersetzt. Er kann seine Batterien während der Fahrt durch die Innenstadt an der Oberleitung aufladen und außerhalb dann im Akkubetrieb. Jetzt sollen Diesel- und O-Busse ersetzt werden.

Trolley als Wahrzeichen der Stadt

Historische Trolleybusse

Historische Trolleybusse in Solingen

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O-Bus-Netze gibt es nur in wenigen deutschen Städten: Esslingen und Eberwalde betreiben seit langem solche Systeme. Weltweit werden sie laut verschiedener Angaben aber in über 250 Städten eingesetzt - darunter Salzburg, Zürich, Genf, Lausanne und Arnheim. Für viele Solinger gehört das "Stangentaxi" zum Stadtbild.

"Der O-Bus ist für Solingen genauso, wie die Schwebebahn für Wuppertal." Bernhard Wagner, Mitglied im ÖPNV Beirat

In der Vorlage geben die Stadtwerke an, dass alleine durch den Wegfall der Instandhaltung des 50 Kilometer Oberleitungsnetzes jedes Jahr 2,5 Millionen Euro eingespart werden könnten. Außerdem seien reine Batteriebusse, so Geschäftsführer Matthias Laise, inzwischen deutlich preiswerter geworden.

neue Oberleitungsbusse im Depot

Ist das die letzte Generation O-Bus in Solingen?

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Den Grund sieht er in der Stückzahl: Sie werden in größeren Serien für sehr viele Städte gebaut, die Oberleitungsbusse eben nur in kleinen Auflagen für wenige Verkehrsbetriebe. Aktuell wird in Solingen die O-Busgeneration von 2002 durch 24 neue Modelle ersetzt. Diese Fahrzeuge sollen nach Ansicht der Stadtwerke dann die letzten sein, die Solingen kauft.

Beratungsbedarf statt schnelle Entscheidung

Auch wenn die Stadtwerke auf eine möglichst schnelle Entscheidung drängen, hat sich die Politik schon vor der heutigen Sitzung des Verkehrsausschusses auf eine Vertagung geeinigt. Dabei stehen drei Hauptfragen im Vordergrund:

  • Welche Rolle spielen die O-Busse für das Stadtbild und das Heimatgefühl?
  • Sind die im Gutachten angegebenen Einsparungen überhaupt realistisch?
  • Ist der komplette Verzicht auf Dieselbusse in Hinsicht auf Krisenfälle (Blackout) überhaupt sinnvoll?

Schon Mitte der 1990er Jahre wollten die Stadtwerke die O-Busse einmal abschaffen. Auch damals waren Kostengründe ausschlaggebend. Nach größerem Widerstand hatte man dann aber nochmal nachgerechnet und kam zu einem anderen Ergebnis: Die O-Busse blieben. Spätestens seit dem Dieselskandal galten die Elektrobusse dann als Vorzeigebeispiel für klimaschonenden und emissionsfreien Nahverkehr.

Unsere Quellen:

  • Politische Ausschußvorlagen
  • Interview mit Stadtwerke Geschäftsführer Matthias Laise
  • Interview mit Aufsichtsratsvorsitzendem Carsten Voigt (CDU)
  • Gespräche mit anderen Fraktionen
  • Reportereindrücke im Beirat für ÖPNV

Sendung: WDR.de, Solingen will elektrische O-Busse abschaffen, 22.09.2026, 16:06 Uhr

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