Abfluss mit 100 € Geldscheinen

Standortnachteil in Solingen Wasser kostet Automobilzulieferer richtig viel

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Wasser ist für die Produktion bei BIA unverzichtbar. Der Automobilzulieferer aus Solingen kritisiert die Höhe der Trinkwasserkosten und fordert ein neues Gebührensystem. Nach Ansicht des Unternehmens leidet die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts unter den hohen Kosten.

BIA-Geschäftsführer Jörg Püttbach fordert verlässliche Rahmenbedingungen für die Wirtschaft. Das Unternehmen verbraucht für seine Kunststoff- und Galvanotechnik große Mengen Wasser und hält die aktuellen Kosten für einen Nachteil im Wettbewerb mit anderen Standorten.

In Solingen wird Trinkwasser ausschließlich über den Verbrauch abgerechnet. Eine Grundgebühr gibt es nicht. Nach Auffassung von Püttbach führt dieses Modell dazu, dass Unternehmen mit hohem Wasserverbrauch vergleichsweise hohe Kosten tragen müssen.

Mittelalter Mann mit kurzen Haaren.

Jörg Püttbach, Geschäftsführer BIA ist unzufrieden

Bildquelle: WDR/ Johannes Rasch

Deutliche Preisunterschiede im Bergischen Land

Nach Angaben des Unternehmens und der Bergischen IHK zahlen Betriebe in Solingen 4,27 Euro pro Kubikmeter Trinkwasser. In Wuppertal liegt der Preis laut BIA bei 2,01 Euro pro Kubikmeter, in Remscheid bei 2,42 Euro. Das Unternehmen bewertet die Unterschiede als Wettbewerbsnachteil für den Standort Solingen.

Vorschläge für ein neues Gebührensystem

Püttbach plädiert für eine stärkere Finanzierung über Grundgebühren. Sein Argument: Ein großer Teil der Kosten für die Wasserversorgung falle unabhängig vom tatsächlichen Verbrauch an.

Eine Kostentreiberin ist seiner Meinung nach auch die Investition in Regenrückhaltesysteme. Deren Kosten lege Solingen gleichmäßig auf die Regenwasser- und die Abwassergebühren um. Püttbach fordert, diese Kosten nur über das Regenwasser zu refinanzieren. Unternehmen mit wenig versiegelten Flächen könnten dadurch entlastet werden.

Stadt Solingen hat Problem erkannt

Püttbach hat sich gemeinsam mit der Industrie- und Handelskammer mit dem Wassergebührenproblem an die Stadt Solingen gewandt. Da hat man das Problem offensichtlich erkannt:

"Die Wassergebühren-Modelle befinden sich (...) derzeit in der Weiterentwicklung. Dazu befinden wir uns unter anderem auch in Gesprächen mit Vertretern der Solinger Wirtschaft." Stadt Solingen
Zwei mittelalte Frauen in einer Industriehalle.

BIA produziert Autoteile für fast alle Automobilhersteller international.

Bildquelle: WDR/ Johannes Rasch

Einer der größten Arbeitgeber in Solingen

BIA beschäftigt am Standort Solingen rund 800 Mitarbeiter und zählt damit zu den größten privaten Arbeitgebern der Stadt. Das Unternehmen beliefert Kunden der Automobilindustrie in Europa, China und Mexiko. Wasser ist ein wichtiger Bestandteil der Produktion in der Kunststoff- und Galvanotechnik.

Michael Wenge

Hauptgeschäftsführer der Bergisches IHK, Michael Wenge, kennt die unterschiedlichen Preise, die Unternehmen für Wasser zahlen müssen.

Unternehmen fordert Überprüfung der Gebühren

Nach Ansicht von BIA beeinflussen Wasserkosten die Wettbewerbsfähigkeit von Industriestandorten. Das Unternehmen fordert deshalb eine Überprüfung der Gebührenstruktur in Solingen. Ob und wie die Stadt auf die Vorschläge reagiert, ist derzeit offen.

Wasser kostet Automobilzulieferer richtig viel

WDR 05.08.2026 00:44 Min. Verfügbar bis 05.08.2028

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Unsere Quellen:

  • WDR Recherchen
  • Bergische IHK
  • Stadt Solingen
  • Interview mit Jörg Püttbach, Geschäftsführer BIA

Sendung: WDR 2 Bergisches Land, Lokalzeit, 05.08.2026, 15:31 Uhr

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