Streit um Anlaufstelle mitten in der City
Bildquelle: WDR / Lutz Polanz2 Min. 40 Sek.. Verfügbar bis 28.08.2028.
Die Junge Union will das Café Cosa am sogenannten Wupperpark Ost verlagern. Die Anlaufstelle für Sucht- und Drogenkranke sei die Ursache dafür, dass viele Menschen den Bereich in der City mieden. Vor allem der zunehmende Crack-Konsum hatte zuletzt wiederholt für Schlagzeilen gesorgt. Die Stadt Wuppertal arbeitet derzeit an Plänen, wie die Drogenarbeit im Umfeld des Hauptbahnhofs neu aufgestellt werden kann.
Drogenszene am Wupperpark Ost soll verschwinden
Der Treffpunkt der Drogenszene unterhalb des Hauptbahnhofs
Bildquelle: WDR / Lutz PolanzSeit Ende 2021 ist das Café Cosa in Betrieb. Und seitdem steht die Einrichtung in der Kritik. Nicht wegen seiner Arbeit, aber der Treffpunkt für suchtkranke Menschen sorge auch dafür, dass der zentral gelegene Bereich an der Wupper als Angstraum wahrgenommen werde, kritisiert die Junge Union. Sie will deshalb die Einrichtung verlegen und wirft der Stadt Untätigkeit vor.
Veränderter Drogenkonsum
Vor allem der zunehmende Konsum von Crack führt zu Problemen. Denn die Beschaffungskriminalität und die Aggressivität der Abhängigen ist dadurch deutlich gestiegen, vor allem in der Szene selbst. Das berichtet die Wuppertaler Polizei. Genaue Zahlen lägen dazu zwar nicht vor, aber „wir stellen fest, dass Besucher der Innenstadt und vor allem Einzelhändler im Umfeld des Wupperpark Ost verunsichert sind“, sagt Pressesprecher Andreas Reuter.
Was sind die Alternativen?
Die Junge Union schlägt deshalb einen Umzug vor. Denkbar sei, die Hilfseinrichtung Gleis 1 dafür zu nutzen. Der Drogenkonsum-Raum liegt ebenfalls in Nähe zum Hauptbahnhof. Das sei aber nicht die einzig denkbare Lösung, sagt JU-Vorsitzender Alexej Hundt.
Die mobilen Toiletten am Hauptbahnhof sorgen besonders oft für Kritik.
Bildquelle: WDR / Lutz PolanzEr fordert bei der Suche nach Alternativstandorten vor allem mehr Tempo bei der Stadt. Die hatte unter anderem durch einen Runden Tisch, das Aufstellen von Toilettenhäuschen und veränderten Öffnungszeiten des Cafés versucht die Situation zu entschärfen.
Ein zentraler Ort für die Drogenszene
Eine Verlagerung der Drogenszene sei schwierig, sagen Fachleute. Die Konsumenten bevorzugten akzeptierte Plätze, die gut erreichbar seien und ein hohes Maß an sozialen Kontakten ermöglichten. Das bestätigt auch die Leiterin des Café Cosa, Nicole Gutsch. Da gebe es im Bahnhofsumfeld wenige Alternativen. Schon in der Vergangenheit seien Versuche gescheitert, die Drogenszene in der Innenstadt zu verlagern.
Drogen-Hilfezentrum denkbar
In der Hilfseinrichtung Gleis 1 können Drogen im geschützten Raum konsumiert werden.
Bildquelle: WDR / Lutz PolanzEine schnelle Verlegung des Café Cosa sei derzeit nicht geplant und auch nicht möglich, sagt Sozialdezernentin Annette Berg. Trotzdem prüft die Verwaltung bis zum Jahresende mehrere Standortalternativen für ein umfassendes Drogen-Hilfezentrum, in dem neben Beratungs- und Aufenthaltsmöglichkeiten auch Ruheräume vorgesehen sind.
Berg möchte aber nicht nur nach räumlichen Alternativen suchen, sondern auch Teile des sogenannten Züricher Modells umsetzen. Das schließt den kontrollierten Handel mit Kleinstmengen von Drogen ein. Juristisch ist das derzeit aber noch nicht möglich. NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) habe dieses Vorhaben abgelehnt, so Berg.
Unsere Quellen:
- Junge Union Wuppertal
- Leitung des Café Cosa
- Polizei Wuppertal
- Sozialdezernentin Annette Berg
- Reporter vor Ort
Sendung: WDR 2, WDR 2 für das Bergische Land, 28.08.2026, 16:30 Uhr Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Bergisches Land, 28.08.2026, 19:30 Uhr
